200 Kräfte bekämpfen Brand auf Frachter

Hamburg – In den späten Abendstunden des 1. Mai entwickelte sich ein Großbrand an Bord eines Mehrzweckschiffes im Hamburger Hafen. Mehr als 200 Feuerwehrleute von Berufs- und freiwilliger Feuerwehr waren fast die ganze Nacht im Einsatz.

Der 276 Meter lange Frachter “Atlantic Cartier” transportierte unter Deck auf mehreren Etagen Autos und hatte darüber an Deck bereits mehrere 100 Container geladen. Am Oswaldkai an der Dessauer Straße sollte am Mittwochabend noch weitere Ladung aufgenommen werden.

Aus nach Angaben der zuständigen Wasserschutzpolizei noch ungeklärten Gründen brach gegen 21 Uhr auf einem der Decks, auf dem 70 Neuwagen standen, das Feuer aus. “Ein Schiffsbrand ist so ziemlich das Komplizierteste und Gefährlichste, was es für Feuerwehrleute an Einsatzssituationen gibt”, berichtete Manfred Stahl, der Sprecher der Hamburger Feuerwehr. “An Bord stauen sich Hitze und Rauch, das Feuer ist für uns kaum erreichbar.”

Deshalb wurde auf schweres technisches Gerät gesetzt. Während zwei Löschboote und drei Hafenschlepper über große Wasserwerfer tausende Liter aus dem Hafenbecken gepumptes Wasser pro Minute zum Kühlen gegen die Bordwand spritzten, setzten die Feuerwehrleute an Bord des Schiffes sogar einen ferngelenkten Löschroboter ein. Das Löschunterstützungsfahrzeug (LUF) war eigens für solche Fälle, bei denen Feuerwehrleute nicht direkt ans Feuer gelangen, entwickelt worden. “Wir gehen durch die Heckklappe, über die die Autos an Bord gefahren werden, und über eine Drehleiter zur Brandbekämpfung vor”, sagte Stahl.

Ein Großbrand an Bord des 276 Meter langen Mehrzweckschiffes “Atlantic Cartier” hält seit den späten Abendstunden des 1. Mai die Feuerwehr im Hamburger Hafen in Atem. Foto: Timo Jann

Die mit unterschiedlichen Gefahrstoffen beladenen Container an Bord der “Atlantic Cartier” musste das Terminalpersonal während des Feuerwehreinsatzes bergen und auf dem Betriebsgelände lagern. Der vom Brand betroffene Bereich wurde mit bordeigenem Kohlenstoffdioxid geflutet.

Aus immer mehr Stadtteilen wurden im Laufe der Nacht Einsatzkräfte zusammengezogen. Unter anderem war auch die FF Warwisch vor Ort, die für den Einsatz bei besonderen technischen Anforderungen ausgerüstet ist. Es galt Alarmstufe “Feuer auf dem Wasser, 5. Alarm”, die zuletzt vor mehr als einem Jahr ausgelöst worden war. Gegen 3.30 Uhr hatte die Feuerwehr den Brand endgültig unter Kontrolle, die Entladungsmaßnahmen waren abgeschlossen. Umfangreiche Nachlöscharbeiten würden jedoch noch bis zum Nachmittag andauern, meinte Feuerwehrsprecher Stahl. (Text & Foto: Timo Jann)

5 Kommentare zu “200 Kräfte bekämpfen Brand auf Frachter”
  1. Martin Scholtes

    Hallo,

    bitte den Bericht nochmals durchlesen, da sind ein paar Fehler versteckt.

    Gruß Martin

  2. Trashman

    Mit diesem Einsatz wird ein heute erschienener Artikel in „Der Welt” ad absurdum geführt. Eines der Feuerlöschboote in Hamburg soll außer Dienst gestellt werden, heißt es dort. Damit ist die bisherige Hilfeleistungsfrist von 26 Minuten in jedem Teil des Hafens nicht mehr zu gewährleisten! Schön ist, dass solche Schadensereignisse den Politikern die Notwendigkeit von speziellen Einsatzmitteln für Feuerwehren immer wieder eindrucksvoll vor Augen führen. Vielleicht gibt es ja doch noch ein Umdenken. Kiel hat ja sein Feuerlöschboot als Brandbekämpfungsmittel aufgrund von Sparzwängen ebenfalls verloren und zwar trotz des Großbrands vom Juni 20009, bei dem es ohne die Brandbekämpfung von Wasserseite lt. Einsatzleitung zu erheblich größerem Schaden gekommen wäre.

  3. Es wird wie immer am falschen Ort und Stelle gespart.Ich dachte die Polizei hat auch kein Personal um die Tauchergruppe der FuRW 25 zu ersetzen zu können?!Beim DLRG ist die Vorlaufzeit wahrscheinlich zu lang.Die sind doch Ehrenamtlich tätig.Bin mal gespannt wie das ausgeht.

  4. V.Clemens

    @J.O.Unger: Was ist denn mit den neuen beamten, die laut diesem Gutachten kommen sollen?
    Ich hab da was mit 600 Mann im Kopf, also ~ 125 Funktionen.

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