Thüringen: 1.500 weniger Feuerwehr-Mitglieder

Erfurt (TH) – Die freiwilligen Feuerwehren in Thüringen haben seit 2010 rund 1.500 Mitglieder verloren. Auch in Sachsen und Sachsen-Anhalt sind die Mitgliederzahlen in diesem Zeitraum rückläufig. Wobei Sachsen im letzten Jahr einen geringen Zuwachs verzeichnete. Besonders scheinen Wehren mit einem geringem Einsatzaufkommen betroffen zu sein. Wie der “Mitteldeutsche Rundfunk” berichtet, sind die Gründe für den Mitgliederschwund regional jedoch sehr unterschiedlich. Daher fällt es auch schwer eine Patentlösung zu schaffen. Zusammenlegungen, unterschiedliche Kooperationen zwischen kommunalen und gewerblichen Wehren und auch ein höherer Frauenanteil in den Wehren scheinen zurzeit wichtige Ansatzpunkte zu sein.

Artikel: “Immer weniger Mitglieder – immer mehr Einsätze” (MDR, 28. Mai 2014)

Artikel zu dem Thema Mitgliederwerbung:

21 Kommentare zu “Thüringen: 1.500 weniger Feuerwehr-Mitglieder”
  1. Es bleibt bittere Realität das es immer häufiger dazu kommen wird das bei einem Notruf kein Helfer erscheinen wird. Dort ist die Politik endlich gefragt die Missstände zu beseitigen. Von öffentlichem Ansehen der freiwilligen Helfer bis hin zu Entschädigung und Arbeitsplatzschutz bei Einsätzen…

  2. Wenn man bedenkt das 98% des Brandschutzes in Deutschland durch ehrenamtliche Kräfte sichergestellt wird, ist es ein Armutszeugnis unserer Regierung, dass diese Arbeit weder gewürdigt noch entlohnt wird, in welcher Art und Weise auch immer. Eine Feuerwehrrente zu diskutieren reicht bei weitem nicht aus. Es müssen von Seiten der Regierung mehr Anreize geschaffen werden um junge Menschen für den Feuerwehrdienst zu begeistern, ansonsten verwaisen Gerätehäuser immer mehr……… der häufig zitierte Spruch, “Geld allein löscht kein Feuer” trifft auch hier zu wobei mittlerweile auch das in den Kommunen knapp ist.

  3. Tja wen wundert es…die Politiker sitzen selbstzufrieden in Berlin und scheffeln sich die Taschen voll und kacken auf den kleinen Mann…hab Anfang des Jahres nach 36J.Feuerwehr auch hingeschmissen…es ist einfach beschämend wie mit den Leuten umgegangen wird…nur noch gehacke und gemauschel…von Tradition und Kameradschaft hat das nur noch wenig zu tun….

  4. Wer sich lange Zeit ehrenamtlich für den Staat und den Bürger im Brand- und/ oder Bevölkerungsschutz und Kataszrophenhilfe engagiert sollte vom Staat eine zusätzliche Rente bekommen, je Dienstjahr 10€ monatliche Rente, nach 10 Jahren im Einsatzdienst werden auf Zeiten in der JF anerkannt. Insgesamt aber wird die Zusatzrente bei 500€ monatlich behrenzt.

    Brandschutzsteuer über die Grundsteuer erhöhen für Mitglieder der Feuerwehr aber erlassen, also entweder für den Brandschutz über die Steuer zahlen oder die Einsatzkraft zur Verfügung stellen!

  5. …wundert mich gar nicht!!!..nicht nur das es schwieriger wird bei steigenden “aufgaben” neue mitglieder zu finden.nein,man tritt auch noch aktieven kämpfern für ihre einsatzbereitschaft in den ars.. nur um dumme wertschätzungen und karrieregeaffe zu forcieren.machtränkeleien der wehrführungen sowie der immer präsente eindruck einer “säufergarde” trägt kräftig mit bei. es wird zeit dies zu unterbinden und auch hier etwas zu ändern!ein erster schritt wäre die wahl der orts- und wehrleitungen NICHT mehr nur in den wehren zu “organisieren” ! mitbestimmung der bevölkerung ! öffentliche wahl nach ordentlicher präsentation der kandidaten mit programm! ich weiß,klingt wider nach mehr arbeit und es gibt auch wehren die froh sind das se einen dummen finden der macht ….aber gilt es nicht auch bürgernähe aufzubauen, der rufschändung durch mehr oder weniger gegebener ambitionen einiger kameraden (gluck gluck) entgegen zutreten und vor allem das vertrauen der eltern zu gewinnen um sie im rücken zu haben bei der ausbildung bzw. gewinnung ihrer kinder für eine gute und wichtige sache!?

  6. Wenn mich irgendwas wirklich nervt ist es dieses rumgeheule und das reflexartige Eindreschen auf “die Regierung” (absurderweise sogar auf die “in Berlin”, die gar nicht zuständig sind). Ich habe manchmal den Eindruck das deutsche Feuerwehrwesen besteht zu 50% aus irgendwelchen Jammerlappen, die rein gar nix auf die Reihe kriegen, von irgendwelchen “Coldwater Challenges” und Einsatzfahrten-Videos auf Youtube mal abgesehen. Anstatt mal den Arsch hochzukriegen und nur mal konkrete Vorschläge zur Verbesserung vorzubringen (vom Umsetzen mal ganz zu schweigen) wird lieber bei der erstbesten Gelegenheit rumgejammert, der abgedroschene Satz “Geld löscht auch kein Feuer” vorgebracht (der ironischerweise genau das Gegenteil von dem besagt, was er vermutlich ausdrücken soll) und anschließend irgendwelche “Freiwillige Feuerwehr – ich bin kein Held. Ich krieg keine 21 Millionen im Jahr. Wir sind die Größten / die Besten / Meiner ist 20 m lang” Pseudo Helden- / Witzbilder gepostet.

  7. Um so wichtiger ist es, vorhandene Einsatzkräfte zu motivieren. Denn nur mit einer motivierten und zufriedenen Mannschaft kann man aus der Feuerwehr heraus neue Mitglieder gewinnen.

  8. So.also wird z.b.die Feuerwehrrente…wie hier viel zitiert wird nicht von der Bundesregierung beschlossen ? Wahrscheinlich machen es dann eure Bürgermeister mit den klammen Säckel…Leute wacht mal auf…und kommt von eurem..wir sind die Helden..Sockel wieder runter….Selbst zu Kommunisten Zeiten gab es in der DDR so genannte Rentenpunkte….und die hier so laut rum zitierten mit Motivation…wie will man einen Menschen noch sinnvoll Motivieren wenn man nur noch Steine in den Weg gelegt bekommt und das Konkurrenz denken gefördert wird….

  9. das Problem ist zu erst in der Nicht-Beachtung der Leistungen der Ehrenamtlichen in den FFW und HIORGs durch die Menschen und dazu besonders noch durch die Politiker. Das fängt auf der Autobahn an, da wird keine ordentliche Rettungsgasse gemacht, in den Wohngebieten werden Feuerwehr-und Rettungswege zugeparkt. Wenn Unfälle imbesonderen Verkehrsunfälle werden zuerst Fotos gemacht statt Erste Hilfe zu leisten. Dann diese Leck – Mich am A ..Einstellung ..wieso soll ich Helfen sind doch genug Andere da. Und dann wird immer erst gefragt he was verdiene ich was für Geld usw. Aber Menschenleben kann man nun mal nicht mit Geld aufwiegen. Warum machen Bürgermeister, Landräte und Ministerpräsidenten nicht Druck bei der Regierung …zuerst um die Akzeptanz zu verbessern aber auch damit mehr Geld kommt in die Vereine. Aber so wenig wie die Arbeit der Polizei, Rettungsdienstes und der Pflegedienstes usw gewürdigt wird ( grottenschlechte Bezahlung) so wenig werden die auch Unterstützt. Da werden bei der Polizei Stellen gekürzt usw. Im Rettungsdienst Ausschreibungen in ganz Europa vergeben usw.

  10. Durch die Politik wird doch mehr dafür getan die Freiwilligen Feuerwehren zu schädigen als ihnen zu helfen. Aber sollange die Bevölkerung nicht merkt das an ihrer Sicherheit gespart wird, wird sich nichts ändern…

  11. Ich denke mal die große Verantwortung schreckt zum Teil auch ab. Andererseits sind viele so sehr an ihren Job gebunden dass keine Zeit für ein so zeitzehrendes Ehrenamt mehr bleibt. Wiederum andere sind einfach nur stinkefaul.

  12. Ich für meinen Teil kann auch nur sagen das ich nach 16 Jahren A… aufreissen auch die Nase voll habe…
    Das hat aber mehrere Gründe, zum einen bin ich irgendwann mal aktiv geworden weil ich nicht nur helfen wollte sondern, auch was bewegen wollte…
    Aber ich musste feststellen das ich das als intelligenter, gebildeter Mensch, Abitur, erfolgreich abgeschlossenes Studium, Zweitberuf und irgendwann auch noch mal ne sehr erfolgreich abgeschlossene Zusatzausbildung im studierten Beruf musste merken das ich im Ehrenamt meine Erfahrungen und Wissen aus dem Beruf nicht einbrigen konnte, weils nicht erwünscht ist, sowohl auf Zug als auch auf gesamter Führungsebene…
    Was sehr schade ist, denn wenn man kurz gehalten ist kann man nichts bewegen.
    Dazu kommt das ich auf der anderen Seite zwar immer schon mit Beruf und Studium sehr stark eingespannt war, aber das immer mehr wird und einem so kaum noch Freizeit bleibt und da braucht man irgendwann auch mal Ruhephasen zudem wird das Ehrenamt von Arbeitgebern und potentiellen Arbeitgebern nicht mehr wirklich positiv angesehen und toleriert…
    Aber auch wenn man selbsständig tätig ist, man kann nicht einfach den Kunden hängen lassen weil man nen Einsatz hat auch wenns wichtig ist und es unter Umständen um Leben und Tod geht, denn man muss sich überlegen wenn man das öfter macht, ob man dann noch seine Kunden hat und damit seinen Lebensunterhalt kann… Denn wenn man nicht mehr seinen Lebensunterhalt bestreiten kann, dann kann man auch kein Ehrenamt mehr ausüben….
    Was mich allerdings noch mehr stört ist wenn man sich noch trotz allen anderen Punkten sehr aktiv mit einbringt, schlecht ausgerüstet zu sein und mit mieser PSA und maroden Fahrzeugen raus zu müssen… das demotiviert nicht nur, sondern ist auch gefährlich…
    und über die Kameraden die Leute die kritisch denken, äußern das diese faule Jammerlappen sind, solche Leute sind für mich keine Feuerwehrkameraden sondern auch solche Leute die motivierte Kameraden vergraulen…
    Denkt mal drüber nach liebe Kameraden.

  13. Grutschi

    Meiner Meinung nach liegt dies an dem Gesellschaftlichen Wandel!
    Die Bequemlichkeit des Konsumierens und nichts dafür tun zu müssen (TV, Internet, Handy und PC sei Dank) führt dazu, dass wir heute mit den Problemen der ständig steigenden Einsatzzahlen (weil keiner mehr etwas alleine geregelt bekommt, Einsatzstichwort “Brennt Essen im Topf”)zu kämpfen haben und dass die aller meisten lieber auf der faulen Haut liegen.
    Die Probleme unserer Zeit kann die Politik nicht alleine lösen!
    Natürlich würde ich mich über eine Feuerwehrrente freuen und natürlich kann ich in der Zeit wo ich bei der Feuerwehr bin keinen 450€ Job machen!
    Aber dass wusste ich auch schon vor 25 Jahren als ich mit meinem Hobby Feuerwehr begonnen hatte!
    Von daher nicht jammern! Dass macht kein guter Feuerwehrmann!

  14. Mathias Fischer

    Ja gibt keine Patenlösung. Aber es gibt eine Möglichkeit: Man muss Geld in die Feuerwehr pumpen!
    Sei es, um die Feuerwehrleute mal zum Grillen einzuladen, sei es um moderne Technik und Bekleidung zu kaufen, sei es mal einen Gerätewart einzustellen.
    Aber egal welche Lösung: Geld kosten sie alle.

  15. Habe über einen Bekannten Dinge aus einer FF mitgekriegt. Da würde ich auch nicht mitmachen wollen. Z.B. Drohung des Komandanten gegenüber eines Familienangehörigen eines Mitglieds. Weil der Familienangehörige kritisch war. Und es ging NICHT um Eisatztaktische Dinge.

  16. Könnte auch Stories erzählen….Es heisst immer: Der Beruf geht vor, aber wenn man dann wirklich länger nicht kann, wird gemault. Nach 25 Jahren war genug….

Hinterlasse einen Kommentar

Das könnte dich auch interessieren: