Probleme: Wehrleiter meldet Ortsteilwehr ab

Südharz (ST) – In dem rund 270 Einwohner zählenden Örtchen Wickerode (Kreis Mansfeld-Südharz) gibt es vorerst keine funktionierende Feuerwehr mehr. Einem Bericht der “Mitteldeutschen Zeitung” zufolge hat der Gemeindewehrleiter der Gemeinde Südharz die Ortsteilfeuerwehr abgemeldet und das einzige Fahrzeug der Wehr abgezogen. Es soll an einen anderen Standort verlegt werden. Als Begründung für den Schritt nennt der Wehrleiter diverse Probleme. So habe die Feuerwehr Wickerode seit einiger Zeit keine Führung mehr gehabt, in der Folge hätte es auch Probleme mit der regelmäßigen Ausbildung der Aktiven gegeben.

Artikel “Wickerode hat kein Feuerwehfahrzeug mehr” (Mitteldeutsche Zeitung, 12. September 2012)

29 Kommentare zu “Probleme: Wehrleiter meldet Ortsteilwehr ab”
  1. Sven Krause

    Ob das alles so rechtens ist.
    Das Fahrzeug gehört ja nicht der Feuerwehr sondern der Gemeinde bzw dem Ort.
    Jedenfalls hat sich der Gemeindeführer sich nicht mit ruhm bekleckert und ob er wieder gewählt wird sei dahin gestellt.
    Es ist Aufgabe des Gemeindewehrführers sich um seine Ortswehr zu kümmern und dafür sorge zutragen das diese einsetzbar bleibt.
    Natürlich muss jedes Mitglied der Ortwehr in sich gehen und sich die Frage stellen ob der jenige nicht Verantwortung für sich und seine Feuerwehr übernehmen will. Natürlich ist es in der heutigen Zeit bei den herschenden Arbeitsbedingungen gute Führungskräfte zu bekommen aber keiner wird in diese Funktion hinein geboren sonder das alles muss man und kann man auch lernen.

    Natürlich ist es um die Jugendlichen sehr schade da ich selber Jugendwart bin weiß ich wie die sich fühlen und hoffe auf eine gute Lösung für die Jugendlichen

  2. sehr traurig, wird abr in kleinen Gemeinden immer mehr zur Tagesordnung werden, wegen der fehlenden Führung hätte man sich sicher auch etwas anderes einfallen lassen können!

  3. traurig, wenn es in einer Gemeindewehr soweit kommen muss…
    hoffentlich waren alle Möglichkeiten vorher ausgeschöpft..

  4. @Frank:

    Ohne Ausbildung und ausgebildetem Führungspersonal kann die Schutz der Bürger wohl nicht so dolle gewesen sein…

  5. So ist das, wenn kein Arbeitgeber mehr seine Mitarbeiter für Einsätze freistellt bzw. Mitarbeiter rausekeln, die zu Einsätzen gehen während der Arbeitszeit. Außerdem werden alle beruflich so eingespannt, dass sich keiner mehr Zeit nehmen kann oder will. Traurig, aber wahr…

  6. Wer den Artikel der mitteldeutschen Zeitung gelesen hat erkennt, dass das Problem schon länger besteht und in der ganzen Zeit keine Lösung gefuden wurde. Das Vorgehen des Gemeindewehrleiters war konsequent und richtig. Wer jetzt in der betroffenen Wehr rumjammert, ist es im Prinzip selber schuld…
    Der Gemeindewehrleiter hat den Ortsteilwehrführer nicht suspendiert. er ist aus beruflichen Gründen zurückgetreten. Wenn keine andere Person asu der Wehr die Verantwortung übernehmen will, darf man hinterher nicht heulen, sorry für die krassen Worte, aber ist doch so…

  7. Das ist nicht die erste Feuerwehr die deshalb geschlossen worden ist und wird auch ganz sicher nicht die letze sein. Wenn sich keine Wehrführung findet, dann ist die Wehr nicht arbeitsfähig, da gibts keine Übergangslösung. Und die Politik ist da sicher auch nicht Schuld- wenn Wehren aus 7000-Einwohner-Gemeinden schon eine Tagesalarmschwäche haben, dann kann man sich ausmalen wie das bei 270 Einwohnern aussieht. Und mal ganz ehrlich- im Umkreis von Wickerode gibt es in Sichtweite weitere Gemeinden- deren Feuerwehren können sicher den Grundschutz für Wickerode sicherstellen, sonst hätte der Wehrleiter diesen Schritt nicht gemacht.

  8. Mich wundert die zunehmende Entwicklung schon gar nicht mehr.
    Nun bin ich schon 30 Jahre aktives Mitglied einer Stützpunktwehr.
    Ich sehe, wie unattraktiv das Ehrenamt ist, wie wenig die Arbeitgeber mitspielen und wie sehr einem in Ausübung des Dienstes / Hobbys Steine in den Weg gelegt werden.
    Dass da immer mehr Wehren gravierende Personalprobleme bekommen, ist schon lange absehbar.
    Das Feuerwehrwesen in Deutschland gehört seit dem Ende der Feuerschutzabgabe dringend reformiert!

  9. Der Gemeindewehrleiter hat das absolut richtige getan. Im übrigen ist es ja nur ein ortsteil, es ist also noch die nötige Sicherheit gewährleistet.
    Ein weiterer Punkt ist natürlich, das in Deutschland per Gesetz, Feuerwehren erst ab einer Einwohnerzahl von mindestens 500 Personen, vorgeschriben sind.
    Und ja, es wird immer weiter gehen. Ich widerrum bin doch froh das ich in einer Stützpunktwehr tätig bin.

  10. Arbeitsmarkt, Politik, Bürger, ansehen der Feuerwehr, angehörige der Feuerwehr, die Wehr selbst, zu viele Paragraphen & Richtlinien die bezwecken das so was häufiger in den Nachrichten steht.
    Arbeitsplatz vor der Haustür schon lang nicht mehr-Bundesweit arbeiten, wo die Politik mit drin steckt, somit gibt es auch kein zuwachst in der Wehr Gegenteil es gehen mehr. Keine Zeit längere Arbeitswege oder nur am Wochenende zuhause.
    Es gibt soviele Paragraphen die man einhalten muss sonst steht man in Gefängnis den Hut will sich eigentlich keiner sorecht aufsetzen. Muss ja nicht jemand gestorben sein, reicht ja nur ne anzeige vom Bürger die Feuerwehr war zu langsam an der Einsatzstelle, nicht richtig gearbeitet oder falsch gehandelt im Auge eines anderen …, das ganze geht vor Gericht un das Gericht hat Zeit das is der Hammer, Jahre un der Wehrleiter oder angehöriger der Feuerwehr der von jetz auf dann entscheiden muss an der Einsatzstelle is der angearschte der hat den Ärger. Das alles wolln sich einige sparen, das ansehen der Feuerwehr einst un heute gibt es schon lange nicht mehr. Einst war man stolz un würdig die Uniform zu tragen un hatte das ansehen, heute wird man als Verein angesehn un mit einem Fußballverein gleich gestellt in es Gesellschaft.
    Nur der Unterschied ein Fussballspiel kann man absagen den Einsatz nicht da geht es un schnelle Hilfe, Menschenleben, Von einem Kat-Fall ganz zuschweigen.
    Erst sterben die kleinen Wehren aus bis die großen bleiben bis man sieht das es falsch war.

    Wo bei mir ???sind , darf man einfach ein Feuerwehrfahrzeug aus einer Gemeinde die es bezahlt hat usw. einfach entwenden oder sind da Gelder geflossen un es is rechtens aber da müsste der OB was davon Wissen.

  11. Peter Lamaack

    Ich kann einerseits die hier vorgetragenen Sorgen verstehen.
    Anderereits scheint vielen hier die Gesamteinwohnerzahl des Ortes entgangen zu sein: 270 (!); lt. wikipedia zum 31.12.2009 273 EW).
    Es ist alleine schon aufgrund der EW-Zahl schwierig, Personen im geeigneten Alter zu finden, die bereit sind, daß Ehrenamt Feuerwehr zu übernehmen.
    Dazu kommen die Einschränkungen durch Arbeitsplatz bzw. Pendeln zum Arbeitsplatz und Familie.
    In wievielen Landkreisen bzw. auch Mini-Vororten von Städten gibt es nicht das gleiche Problem?
    Ein Schwerpunkt der FW-Tätigkeit dort scheint im Bereich der JF zu sein.
    Das geht aus dem verlinkten Artikel hervor, der zudem auch “nur” FW-Jugendliche zeigte.
    Alleine aus Präsentationsgründen wäre eigentlich zu erwarten gewesen, daß sich die eigentliche Einsatzabteilung auch zeigt.
    Mir stellt sich die Frage, wieviele Personen das denn eigentlich noch sind.
    Reale Einsätze werden sich in Grenzen halten.

  12. Ort vor 2 Jahren zwangsweise eingemeindet – eine Ortsfeuerwehr, die in der Gesamtwehr verzichtbar scheint, möglicherweise von den anderen Ortswehren schlecht akzeptiert, mit offebar grundlegenden strukturellen Problemen…

  13. Joachim Weber

    Wesensprüfung für Kommandanten (Gemeindewehrführer)!

    Als “einfacher” Feuerwehrmann/frau ist man immer mehr den “Machtspielchen” des Kommandanten/Wehrführers ausgesetzt. Das solche Maßnahmen, wie die beschriebene, auch die Seele der Mitstreiter verletzen könnte, darüber sind sich manche “Führerpersönlichkeiten” wohl nicht bewusst oder nehmen es billigend in Kauf. Dass hier aus reiner Überheblichkeit gehandelt wurde, sieht man ja an der Tatsache, dass das von der Gemeinde gekaufte Fahrzeug ohne Wissen der Bürgermeisterin entfernt wurde. Ich würde ihr eine Anzeige wegen Diebstahls und Amtsmissbrauch gegen der Gemeindewehrführer empfehlen. Vielleicht sollte man an den Landesfeuerwehrschulen und-Akademien doch auch einmal über eine Wesensprüfung für bestimmte Führungsdienstgrade nachdenken.

  14. Müller Peter

    Eine Möglichkeit ist die Zusammenlegung von Ortswehren zu einem Stützpunkt. Wir haben das in Idar-Oberstein seit 1993 mit Erfolg praktiziert. Wir waren seinerzeit 13!! Ortwehren im Umkreis von ca 15km.Jetzt sind wir 4 Feuerwachen die -wenn es drauf ankommt sich gegenseitig unterstützen.
    Die Einsatzbereitschaft und Tagesalarmstärken sind auch gesichert.
    Mal drüber nachdenken. Feuerwehr sollte -und ist kein Selbstzweck. In erster Linie steht die Hilfe für den Bürger

  15. Christian

    Diebstahl? Sehr witzig!
    Es gibt da ein kleines Problem: Es wurde niemandem etwas gestohlen. Die Feuerwehr ist eine Einrichtung der Gemeinde ohne eigene Rechtspersönlichkeit, folglich wurde der Feuerwehr schon mal nichts gestohlen. Der Gemeinde – der das Fahrzeug gehört – wurde auch nichts gestohlen, denn das Fahrzeug ist ja unbestritten noch in Besitz der Gemeinde.
    Von daher: Bevor man große Reden schwingt evt. noch mal simpelste Rechtsgrundlagen lernen.

  16. @J. Weber:

    Ich glaube nicht, daß es sich bei der abgemeldeten Wehr um eine selbstständige Feuerwehr handelt,
    sondern um eine Löschgruppe innerhalb eines Gemeindeverbandes/ Samtgemeinde,
    oder dergleichen.

    Somit ist der Träger des Brandschutzes eben diese Samtgemeinde/ Verbandsgemeinde … .
    Und damit Eigentümer des Feuerwehrfahrzeuges.

    Auch wird der Gemeindewhrführer diese Entscheidung wohl kaum allein getroffen haben, sondern in Absprache/ Beratung/ Beschluss mit dem zuständigen politischen Gremium.

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