Pflichtfeuerwehr soll Dorf schützen

Tiefenthal (RP) – Weil in dem rund 140 Einwohner zählenden Dorf Tiefenthal (Kreis Bad Kreuznach) nur noch zwei Aktive bei der freiwilligen Feuerwehr Dienst leisten, soll nun eine Pflichtfeuerwehr eingeführt werden. Alle Einwohner zwischen 18 und 60 Jahren sollen in den nächsten Wochen einen Einberufungsbescheid erhalten. Der zuständige Sachbearbeiter der Gemeindeverwaltung erklärte in einem Interview gegenüber der “Süddeutschen Zeitung”, dass alle herkömmlichen Werbeformen für die eine Mitgliedschaft ohne Erfolg durchgeführt worden seien.

Artikel: “Unfreiwillige Feuerwehr Tiefenthal” (sueddeutsche.de, 14. September 2012)

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23 Kommentare zu “Pflichtfeuerwehr soll Dorf schützen”
  1. Bei 140 Einwohnern ist es kein Wunder das keiner kann oder nicht möchte. Dann aus kostengründen mit der Feuerwehr aus der Nachbargemeinde zusammen schliessen. Nicht jedes kleine Dorf brauch eine Feuerwehr. Was sind das für kosten und 4,5 Kilometer ist auch keine entfernung zum nächsten Dorf .

  2. Der Einstieg war mal der Ersatzdienst bei den HiOrg’s Dieser gibt es ja mit Wegfall der Wehrpflicht nicht mehr. Auch nicht zu vergessen die Jugendarbeit, da findet sich auch kaum noch einer der Zeit für sowas zu leiten hat. Echt schade das es soweit kommen muss.

  3. bin selbst Feuerwehrmann und weiss wie das ist mit der Hilfsfrist. Es wird irgendwann kommen, das Feuerwehren zusammen gelegt werden. Nur weil das Personal fehlt und zwang geht gar nicht.

  4. Blödsinnige Idee… was will man von Leuten an Hilfe erwarten die man dazu zwingt ?

    Zudem kann das ja nun auch nicht jeder körperlich und auch mental wenn man bedenkt was für Sch*** man dort an Einsatzstellen zu sehen bekommen kann. Da kann sicher nicht jeder mit umgehen…

  5. Doch, das geht. Steht im jeweiligen Feuerwehrgesetz drin. Ist natürlich die letzte Möglichkeit die ergriffen werden soll, aber es geht. Außerdem wird’s ja nicht viele treffen. Mehr wie ein Auto wird’s ja nicht sein bei so einem Kaff oder? Eine Gruppe oder eine Staffel reicht ja dann

  6. Kenner des Reisbärn

    Mhh die nächst größere Gemeinde ist Fürfeld, das ist ein Ort mit 1500 Einwohnern. 4,5km entfernt. Die Gemeinden sehen bis auf Bad Kreuznach alle so klein aus.
    Wie viele Einsätze haben die den?
    Motivation für die Feuerwehr ist auch einsatzabhängig, für 2 mal im Jahr hätte ich wenig Lust mich mit sowas zu beschäftigen, bei über 100 gefahrenen Einsätzen (also Einsätzen bei denen man dabei war und nicht nur eine Gruppe da war) wird es stressig.

  7. Bravo! Wird Zeit, dass mal ordentlich durchgegriffen wird. Bei uns gibt es 1000 Einwohner Dörfer und keiner fühlt sich verpflichtet dem nächsten zu Helfen. Ich kann nur Unterstützen, wenn einige mal aus dem Dornröschenschlaf Ihrer Vollkaskomentalität gerissen werden. Heutzutage zeigen dir deine Nachbarn einen Vogel, wenn du als Freiwilliger Feuerwehrmann bei -12 Grad zum Einsatz fährst. Worüber reden wir denn. Ist es so zeitaufwendig z.B. alle 14 Tage für 2-3 Stunden zum übungsdienst zu gehen???? Gott zur Ehr dem nächsten zur Wehr.

  8. illusorisch zu glauben, dass man in einem Ort mit 140 Einwohnern eine Feuerwehr am Leben halten kann, die in der Lage ist irgendein Schutzziel zu erreichen.

  9. Christian

    Das hat es schon öfter gegeben.

    Häufig ist es dann so das die gezwungenen es dann auch freiwillig weiter machen, wenn die erstmal auf den Geschmack gekommen sind. Sylt wäre (glaube ich) so ein Beispiel.

    Wie auch immer, eine Feuerwehr muss es nunmal geben und wenn sie noch so klein ist.

  10. Wer körperlich/seelisch nicht in der Lage ist, Feuerwehrdienst zu leisten, wird, wie bei der allgemeinen Wehrpflicht ausgemustert. Vielleicht findet ja der ein oder andere Gefallen am Dienst und es reicht dann wieder für eine freiwillige.
    Ich finde es voll und ganz richtig, dass die Gesellschaft verpflichtet wird sich zu helfen, wenn sie es nicht freiwillig macht.

  11. Wenn ich dort wohnen würde und bekäme so eine verpflichtugn per Post, würde ich zu meinem Anwalt gehen.
    In Rheinland-Pfalz ist eine Feuerwehr erst ab einer Einwohnerzahl von 500 Personen zwingend vorgeschrieben. Also braucht der Ort keine eigene, sondern man könnte das Geld auch in den anderen Wehren verwenden um dort etwas zu verbessern.
    Im übrigen gab es in Rheinland-Pfalz schonmal so einen Fall. Die große Kreisstadt Kusel stand auch mal ohne Feuerwehr da, die eingesetzte Pflichtfeuerwehr wurde sehr schnell ebenfalls wieder aufgelöst.
    Ich will damit nur sagen: MAN KANN ZU NICHTS GEWZWUNGEN WERDEN, DAS MAN NICHT WILL!!!

  12. Für eine Gemeinde ist eine PF immer die letzte und sogar die teuerste Lösung. Es ist traurig das sich nur 2 Aktiv freiwillige Feuerwehleute finden lassen. Die Gemeinde handelt auf jedenfall pflichtbewust. Eine schließung der Örtlichen Feuerwehr ist keine Option. Das muß man ja auch hoch anrechnen. In Zeiten lehrer Kassen, wird schon mal schnell eine FF Geschlossen oder zusammengelegt. Hier ist das nicht der Fall.
    Vielleicht finden sich ja durch diese Aktion auch ein paar Interressierte Leute, und vielleicht wird es im anschluss wieder eine FF.
    Ich wünsche den Verantwortlichen gutes Gelingen und viel Glück!!

  13. Sollte man Menschen nicht eher motiviern statt zum Dienst verpflichten? Ich halte es für falsch sofort nach einer Verpflichtung zu schreien, ohne die Hintergründe zu kennen. Was würde man denn mit einer Verpflichtung erreichen? Gar nix. Das wäre ja nur so eine Art Pseudo-Schutz auf dem Papier. Ich arbeite lieber mit 10 motivierten Kameraden einen Einsatz ab als mit 20 Zwangsverpflichteten…

  14. Das eine Pflichtfeuerwehr im Einsatz kaum brauchbar ist, darüber glaube ich brauchen wir nicht streiten.
    ABER Es ist ein sehr lauter Hilferuf! Den mit absoluter Sicherheit jeder in dieser Gemeinde hören wird. Das widerum zwingt alle die das Thema Feuerwehr nie in ihr Leben gelassen oder Jahrelang verdrängt haben, sich damit zu befassen!

    Meist braucht es erst eine Großschadenslage um den selben Effekt zu erzielen.

    Und nur dadurch das die Feuerwehr in den Focus des öffentlichen Interessens steht ist es möglich auch wieder freiwillige zu finden.

  15. Das Problem fing doch damit an, dass aus Gleichheitsgründen die Brandschutzabgabe abgeschafft wurde, weil diese nur von Männern, die nicht in der Feuerwehr sind, zu bezahlen waren. Aus Gründen der Gleichberechtigung der Frauen wurde diese dann abgeschafft. Somit sind auch viele vom Feuerwehrdienst zurück getreten da es ja nun egal war.

    Meiner Meinung nach gehört eine solche Abgabe für alle Erwachsenen im Feuerwehrdienstfähigen Alter wieder eingeführt. Alle die bei einer Hilfsorganisation, wie der Feuerwehr, dem THW oder dem Rettungsdienst, Dienst tun sollen von dieser Abgabe befreit sein. Somit würden sich wieder mehr aktiv einbringen und die finanzielle Ausstattung der BOS wäre auch besser.

    Zu Frank kann ich nur sagen, dass seine Aussage in meinen Augen der voll Blödsinn ist. Du kannst andere Wehren mit noch so viel Geld ausstatten aber es hat für den Ort um den es geht keinen Sinn. In meiner näheren Umgebung gibt es auch ein kleines Dorf mit knapp 200 Einwohnern. Die Feuerwehr, zum Glück verfügt sie über genügend Freiwillige, wird dort auch sehr kurz gehalten, was die finanziellen Mittel angeht. Die Wehr der Stadt, zu welcher das Dorf gehört hat eine top Ausrüstung in die auch immer viel Geld gepumpt wird. Dies Hilfe dem kleinen Dorf aber nicht, da die Stützpunktwehr mit ihren Großfahrzeugen ca. 25-30 min reine Fahrzeit hat.
    Da möchte ich Frank dann sehen, wenn sein Kind noch im brennenden Haus ist und er ne halbe Stunde warten muss bis Hilfe kommt.

  16. Zu Gerd kann ich nur sagen, dass es in unsere Ecke eine Wehr in einem ca. 50 Einwohner zählenden Ort gibt. Diese ist bei ich glaube 8 aktiven mit einem TSA ausgerüstet. Vor ein paar Jahren gab es in diesem Ort einen Brandeinsatz. Wäre nicht die örtliche Feuerwehr mit ihrem TSA so schnell vor Ort gewesen wäre aus einem Entstehungsbrand in einer als Werkstatt genutzten Ecke der Maschinenhalle ein Großbrand geworden, der einen erheblich größeren Aufwand an Feuerwehrpersonal erfordert hätte und natürlich einen erheblich größeren Schaden verursacht hätte.

    Da es gerade auch bei der Feuerwehr um Minuten oder sogar Sekunden geht kann hier nicht wertvolle Zeit durch unnötig lange Anfahrtswege verschwendet werden.

    Man darf die kleinen Ortsfeuerwehren nie unterschätzen.

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