Personalnot: Fünf Wehren sollen fusionieren

Neuruppin (BB) – Fünf Feuerwehren sollen in der Stadt Neuruppin (Kreis Ostprignitz-Ruppin) zu einer gemeinsamen Einheit fusionieren. Sozial- und Bauausschuss hätten sich für entsprechende Pläne ausgesprochen, berichtet die “Märkische Allgemeine”. Der Gedanke an eine Zusammenlegung ist aus der Not geboren. Die Wehren würden es nicht mehr schaffen, ausreichend Kameraden im Einsatzfall zusammen zu ziehen – auch dann nicht, wenn sie gleichzeitig als Zug ausrücken. Der angedachte Neubau für eine gemeinsame Wehr stößt auch deshalb auf Kritik – denn ob künftig wenigstens eine Staffel ausrücken kann, ist durch die Fusion keineswegs garantiert.

Artikel: “Ausschüsse sind für Zusammengehen der Einheiten in Neuruppiner Ortsteilen” (Märkische Allgemeine, 16. Mai 2012)

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11 Kommentare zu “Personalnot: Fünf Wehren sollen fusionieren”
  1. Also, wenn 5 Wehren keine Staffel zusammenbekommen, dann stimmt das etwas grundsätzlich nicht. Aus jedem Ort eine Person plus eine Führungskraft sollte doch möglich sein. Über was für Ortsgrößen wird hier diskutiert? Wurden die technischen Voraussetzungen für eine Tagesverfügbarkeit geprüft (Melder, SMS Alarm, etc.)? Wenn ich im ländlichen Bereich ausschließlich mit Sirene alarmiere, ist es klar, dass die Berufspendler tagsüber nicht zur Verfügung stehen. Obwohl sie vielleicht nur 10 km weiter in der nächsten Stadt arbeiten und abkömmlich wären.

  2. Matthias

    @ Wolf-Dieter Hungenberg:

    Es ist nicht das Problem der Feuerwehren; sie haben nur mit den Auswirkungen zu kämpfen. Das Problem ist ein gesellschaftliches. Zum einen wandelt sich unsere Bevölkerungsstruktur, es gibt immer weniger junde Leute, die verbliebenen junge Kameraden müssen, gerade in ländlichen Regionen, oftmals zu ihren Arbeitsplätzen pendeln und sind somit für die Tagesalarmbereitschaft nicht verfügbar. Zum anderen ist das Denken in unserer Gesellschaft häufig von dem Prinzip “Wasch mir den Pelz aber mach mich nicht nass” geprägt. Jeder kennt den Notruf 112 und wählt ihn, wenn er Hilfe benötigt und diese erwartet(!). Aber kaum einer macht sich Gedanken darüber, wer diese Hilfe denn erbringt- nämlich zu 95% freiwillige Kräfte!

    Die Politik ist gefordert, diesen Entwicklungen entgegen zu wirken. Die Feuerwehren können zwar vermehrt Mitgliederwerbung betreiben, aber sie können die Menschen nicht “zwingen” Dienst am Nächsten zu leisten.

    Ist das System “Freiwillige Feuerwehr” erst einmal gestorben, dann ist das Geschrei und Wehklagen von Seiten der Gesellschaft und Politik groß. Aber vorher macht sich niemand Gedanken darum.

  3. das ist jetzt noch ein kleiner Brand, der sich aber in den kommenden Jahren zu einem Flächenbrand ausdehnen wird! Viele Feuerwehren haben das Problem noch nicht kapiert und windern sich plötzlich wenn keine Leute mehr da sind!!!!!

  4. Wenn die Feuerwehr nicht mit freiwilligen Kräften funktionsfähig sein kann muss eben eine Pflichtfeuerwehr her. Allerdings hab ich schon gehört das da im hohen Norden allgemein recht wenig, und sehr viele alte Menschen wohnen die einfach nicht dort weg wollen. Die kann man auch schlecht verpflichten wenn sie zu alt sind. Also keine tauglichen jungen Menschen da, keine Feuerwehr. Das ist das Problem. Die Lösung? Keine Ahnung… Eine Berufsfeuerwehr ist sicher nicht finanzierbar.

  5. slugggy

    Wenn man etwas recherchiert kommt man zu folgendem Ergebnis:
    Die fünf betroffenen Ortsteile gehören der Stadt Neuruppin an. Sie befinden sich alle im östlichen Teil der Stadt, die augenscheinlich durch den Ruppiner See vom Großteil der Stadt (Stadtzentrum), getrennt sind. Inwiefern das auch für die Infrastruktur gilt, ist nicht ersichtlich. Es existiert aber sogar ein offizielles ortsteilmanagement. In zwei der fünf ortsteile sollen Dorfgemeinschaftshäuser beschlossen sein und gebaut werden.
    Alle fünf Ortsteile haben insgesamt 2077 Einwohner. Ein Ortsteil hat 189 Einwohner, die anderen zwischen knapp 400 bis knapp 600 Einwohner.
    Liest man den Zeitungsbericht und besucht die Homepage der Neuruppiner Feuerwehr, stellt man schnell fest, dass dort Strukturveränderungen, Kommunikation, Personalführung und Wertschätzung wohl ebenfalls eine nicht unerhebliche Rolle spielen.
    Fazit:
    Die Überschrift klingt dramatisch, es scheint aber Gründe zu geben, die zur “Personalnot” geführt haben. Und damit meine ich nicht nur den demografischen Wandel. Interessant wäre, welche “Maßnahmen” getroffen worden sind, um die Einsatzbereitschaft jeder einzelnen Wehr aufrecht zu erhalten. Und als aller erstes, ist es eben doch die Feuerwehr selbst, die Mitglieder werben sollte, und die die sie hat, begeistern und halten muss.

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