Kostenrechnungen als Mittel gegen Fehlalarme

Lingen (NI) – 241 Mal musste die Freiwillige Feuerwehr Lingen (Emsland) im vergangenen Jahr zu Einsätzen ausrücken. Darunter waren 89 Fehlalarme, die von Brandmeldeanlagen verursacht worden waren. Die Feuerwehr übt aufgrund der häufigen Fehlalarme Kritik. Das berichtet die “Neue Osnabrücker Zeitung”. Bislang werden die Einsätze den Betreibern nicht in Rechnung gestellt. Das soll sich jedoch in Zukunft ändern.

Artikel: “Ständige Fehlalarme bringen Feuerwehr Lingen auf die Palme” (NOZ, 4. Februar 2013)

13 Kommentare zu “Kostenrechnungen als Mittel gegen Fehlalarme”
  1. Jap…so musst das, kann ja nicht sein, das die Betreiber die Anlagen nicht warten und Instand halten und dann die Feuerwehr erst mal anrücken muss, um den aktuellen Zustand der Anlage zu kontrollieren. Bei uns in Rheine werden auch Kostenbescheide verschickt. Warum? Zurecht! Sind ja doch meistens alles freiwillige Kameraden, die für so einen Schnick-Schnack (Annahme Fehlalarm) die Arbeitsstätte verlassen!

  2. Jap…so musst das, kann ja nicht sein, das die Betreiber die Anlagen nicht warten und Instand halten und dann die Feuerwehr erst mal anrücken muss, um den aktuellen Zustand der Anlage zu kontrollieren. Bei uns in Rheine werden auch Kostenbescheide verschickt. Warum? Zurecht! Sind ja doch meistens alles freiwillige Kameraden, die für so einen Schnick-Schnack (Annahme Fehlalarm) die Arbeitsstätte verlassen!

  3. Das wird bei uns schon länger Praktiziert, das Geld wird vollends für die Beschaffung neuer Technik als als auch die Jugendförderung verwendet. Ein Erfolg stellt sich auch langsam ein.

  4. Keine Frage 89 Fehlalarme durch BMA sind, vorallem in der Relation, eine Menge. Da kann ich den Ärger gut verstehen.

    Trotzdem frage ich mich, ob eine “Geldstrafe” für einen Fehlalarm eine passende Reaktion ist. Wird damit nicht ehr die Hemmschwelle hochgesetzt?

    * eine bessere Aufklärung

    * Gespräche mit den Fachbetrieben und

    * notfalls auch eine Anpassung der AAO! (Vieler Orts fährt doch vorab eine Führungskraft mit einem Kdow raus.)

  5. Vielleicht werde die Geschäftsführer dann mal wach und rechnen mal was auf Dauer günstiger kommt, schließlich haben die Freiwilligen besseres Zutun als sich ihre Freizeit durch nicht ordnungsgemäße Wartung der BMA’s kaputt machen zulassen bzw wenn dann mal zeitgleich ein Einsatz kommt wo Mann und Maus gebraucht wird, ist Personal unnötig gebunden und wertvolle Zeit vergeht!!!

  6. Sven, wie soll bei einer BMA die Hemmschwelle erhöht werden?

    Eine Abrechnung von Fehlalarmen (besonders aus technischen Gründen…) macht absolut Sinn, schließlich ist man die Feuerwehr und kein Wartungsunternehmen.

  7. @sven:
    Das mit der AAO würd ich mir zweimal überlegen. Wir fahren immer mit einem Löschzug zur BMA aus und eine Rechnung wird auch geschrieben.
    Bei uns im Nachbarort wurde dies so praktiziert: Erst mal gucken fahren mit dem ELW, ist eh bloß eine fehlausgelöste BMA und dann och Schreck da steht ja ein Zimmer in Vollbrand. Hmm und nun steht da ein Feuerwehrkamerad mit einem Einsatzfahrzeug vor Ort und kann nichts machen ausser hastig über Funk weitere Kräfte nachfordern…. zum Glück standen dort keine Personen am Fenster und schrien um Hilfe.

  8. Nur mit dem KdoW oder ELW anfahren ist doch wohl ein schlechter Scherz, oder?

    Bei einer ausgelösten BMA muss ich von einem Schadensereignis ausgehen, sonst dürfte die FW nicht tätig werden, wir sind ja kein Kundendienst mit Blaulicht…

    Außerdem können so die Hilfsziele (in Hessen z.B. eine Staffel nach 10 min am Ereignissort) nicht gehlaten werden.

  9. Nachdem meine Stellungnahme hier so “angegriffen” wurde, doch noch ein paar Worte dazu:

    Die Feuerwehr ist kein Kundendienst völlig richtig! Ich bin auch nicht generell gegen eine Gebühr.
    Nur kommt es für mich auf die Kommunikation an. Es macht doch wohl einen Unterschied, ob eine Anlage nicht bzw.schlecht gewartet wird, ein Kind “auf den Knopf drückt” oder ein Topf zu heiß wird. Alles Fehlalarme – da pauschal zu sagen “die kosten jetzt Geld” finde ich falsch!

    Wenn rund 1/3 der Einsätze BMA-Fehlalarme sind, sollte man genauer hinschauen!

    Zu dem ELW: Eine Führungskraft fährt direkt zum Objekt, eine gleichzeitig alamierte Staffel / Gruppe kommt SOFORT vom GH nach und kann bei Fehlalarm abbrechen… Das minimiert den Aufwand OHNE Risiko.. Wo ist das Problem?

  10. H.-L. Sämann

    Im Gegensatz zur Rechtsgrundlage in den meisten anderen Bundesländern erlaubt Nds bereits seit ewigen Zeiten die Berechnung von BMA-Fehlauslösungen.
    Man kann wohl davon ausgehen, dass die meisten BMA´s nicht freiwillig sondern als Folge einer behördlichen Auflage zur Betriebsgenehmigung eingerichtet wurden und darüber hinaus ggf. auch zur Reduzierung von Versicherungsprämien führen. Mit dem Betrieb einer solchen Anlage ist zwangsweise auch der Abschluß eines Wartungsvertrages verbunden. Wenn diese BMA nun aus technischen Gründen zu einer Fehlauslösung führt frage ich mich oft, wieso der Betreiber die Fw-Rechnung nicht einfach an die Wartungsfirma weiter reicht. Aus meiner Sicht spornt die Fw-Rechnung die Betrieber aber tatsächlich ganz gewaltig an, für einen ordnungsgemäßen Betrieb der BMA zu sorgen. Und das ist ja auch der Sinn einer solchen Brandschutzmaßnahme. Das dadurch auch unsinnige Fw-Einsätze mit allen negativen Begleiterscheinungen vermieden werden, ist natürlich auch nicht unbeabsichtigt. Es steht jeder Verwaltung frei, die Inrechnungstellung sinnvoll zu gestalten: keine Berechnung, wenn ein Blinder Alarm vorliegt, zb. Auslösung durch Wasserdampf (wenn´s nicht jeden Tag vorkommt). Und wenn mehrere Auslösungen erfolgen, bevor ein Wartungsdienst tätig werden kann, läßt sich der Betrag ja auch entsprechend reduzieren.
    Ein immer größer werdendes Problem stellt der Zwang zur Installierung von Heimrauchmeldern im privaten Bereich dar. Ich bin mir zwar sicher, dass durch Heimrauchmelder letztlich mehr Menschenleben gerettet werden, als wie wir es könnten, da wir zumeist erst von dem Ereignis erfahren, wenn die Betroffenen bereits erstickt sind. Leider weisen die Heimrauchmelder aber eine wesentlich höhere Fehlerrate als eine BMA auf. Diese Fehlalarme mit ein paar hundert Euro für einen Löschzugeinsatz einem Privatmann in Rechnung stellen zu wollen würde natürlich sofort das angestrebte Schutzziel gefährden, da die Leute ganz fix dafür sorgen würden, dass der Melder halt nie mehr auslöst …

  11. Hemmschwelle für BMA Ausrüstung?

    BMA werden genau dann eingebaut wenn im Gesetzestext steht “muss eingebaut werden” oder wenn Versicherung sagt “Wenn du BMA einbaust dann kostet die Feuerversicherung X € weniger”. Wenn X größer als Kosten der BMA pro Jahr, dann wird auch eingebaut.

    Folgendes Modell halte ich für realistisch:
    Bei Errichtung gibt es einen Zeitraum oder einer Anzahl an freier Einsätze, verschiedene Systeme müssen halt erst auf die Bedingungen vor Ort eingestellt werden.

    Nach dieser Zeit gibt eine gewisse Anzahl an Fehlauslösungen pro Jahr die frei ist.

    Danach kommt alles was fehl ist als Rechnung zu der Firma.

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