Kippt Beitragvorteil für Berufsfeuerwehren?

Gelsenkirchen (NW) – Immer mehr Städte entscheiden sich dafür, ihre Feuerwehren mit hauptamtlichen Kräften in Berufsfeuerwehren umzuwandeln – oder diskutieren zumindest diesen Schritt. Ein Argument: die Kommunen sparen dadurch Geld. So gewähren Unfallkassen einen Beitragsrabatt für Berufsfeuerwehren. Doch damit könnte es bald vorbei sein. Wie die “Westdeutsche Allgemeine Zeitung” (WAZ) berichtet, will die Unfallkasse NRW diesen Rabatt künftig möglicherweise streichen – weil es zu viele Berufsfeuerwehren werden. Beispielsweise Gelsenkirchen müsste somit in Zukunft 53.000 Euro mehr an Beiträgen bezahlen, heißt es.

Artikel: “Rabatt der Unfallkasse steht auf der Kippe” (WAZ, 8. Januar 2013)

4 Kommentare zu “Kippt Beitragvorteil für Berufsfeuerwehren?”
  1. Ich finde es nicht so gut, dass kleinere Städte eine BF haben wollen, meiner Meinung nach sollte die Grenze zwischen BF und hauptamtlicher Wache bei etwa 75.000 Einwohner liegen.Oder mehrere Städte richten gemeinschaftlich eine BF ein.

  2. MacLeod

    Da verstehe ich die Argumentation der Unfallkasse nicht. Bisher wurde die Vergünstigung ja mit der erwiesenen besseren Qualität und Verfügbarkeit von BF-Einsatzkräften begründet. Die wird ja durch mehr BFen nicht schlechter.

  3. Wäre es nicht einfacher, wenn das Land NRW – wie z.B. das Land Bayern – eine Legaldefinition für den Begriff Berufsfeuerwehr nutzen würde?
    Im BayFwG muss eine BF z.B. mind. einen Löschzug vorhalten. Aus diesem Grunde hat in Bayern nicht einmal jede kreisfreie Großstadt ein BF!
    So würde es Sinn machen, wenn eine BF – zumindest im Kerngebiet der Wache – in der Lage wäre das Schutzziel 1 UND 2 eigenständig (ohne Hilfe der FF) i.d.R. einzuhalten.
    Damit wären alle Feuerwehren außen vor, die zwar für JEDEN Wohnungsbrand die FF mind. für das Schutzziel 2 brauchen, jedoch mit Hilfe des Namens BF die mögliche Mitwirkung der ehrenamtlichen in der Wehrführung verhindern wollen (obwohl das FSHG NRW für die mittelgroßen Wehren eigentlich ein miteinander von HAW und FF vorsieht).

  4. @ McLeod:
    Der Beitrag der Unfallkasse NRW wird lediglich entsprechend der Einwohnerzahl einer Kommune erhoben. Der BF-Rabatt ist seinerzeit eingeführt worden, weil in den Großstädten mit den klassischen, langjährigen Berufswehren i.d.R. im Verhältnis zur Einwohnerzahl weniger FF-Mitglieder vorhanden sind. So hat z.B. Düsseldorf rund 600.000 EW, jedoch nur 290 Mitglieder in der FF (für welche die UK-Beiträge erhoben werden). Manches Städtchen im Sauerland mit gerade einmal 20.000 EW hat doppelt soviel Mitglieder in der FF! Somit würde das Städtchen im Sauerland, obwohl doppelt soviel versicherte FW-Leute da sind, nur 1/30 des Beitrages von Düsseldorf zahlen.
    Diese alte Regelung nutzen nun einige Städte (BF-Rabatt 65%), obwohl durch die Umbenennung die Unfallkosten für die UK nicht sinken werden, denn außer dem Namen ändert sich ja nichts und das Risiko für die UK ist das gleiche wie vor dem Umbenennungstrick.

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