Kein Kündigungsschutz im Ehrenamt

Erfurt (TH) – Das Bundesarbeitsgericht in Erfurt hat eine Grundsatzentscheidung zum Thema Kündigungsschutz im Ehrenamt gesprochen (Aktenzeichen: 10 AZR 499/11). Demnach besteht bei der Ausübung ehrenamtlicher Tätigkeiten kein Kündigungsschutz. Begründet wird das Urteil mit der fehlenden Entlohnung im Ehrenamt. Somit bestünde auch kein Arbeitsverhältnis. Wie der “Mitteldeutsche Rundfunk” berichtet, ist das besagte Urteil  nach der Klage einer ehrenamtlich tätigen Telefonseelsorgerin gesprochen worden. Ihr war im Jahre 2010 von ihrem Hilfsverein fristlos gekündigt worden.

Artikel: Ehrenamt ist kein Arbeitsverhältnis” (MDR, 29. August 2012)

12 Kommentare zu “Kein Kündigungsschutz im Ehrenamt”
  1. Ich wurde damals bei mein Arbeitgeber gekündigt durch ein Einsatz mit der freiwilligen Feuerwehr obwohl es abgesprochen war mit mein Arbeitgeber aber mir war ein Menschen leben wichtiger als mein Job!!!

  2. In diesem Urteil geht es dem Anschein nach nicht um das Verhältnis zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber, sondern eher bzw. ausschließlich um ein “beschäftigten” Verhältniss zwischen Ehrenamtlichen und einem Verein oder einer Organisation. Wobei die Organisationen froh sein müssen wenn sie Ehrenamtliche Helfer finden. Von dem gehe ich auch aus also muss bei einer “Entlassung / Kündigung” wohl ein schwerwiegender wichtiger Grund vorliegen um die Zusammenarbeit zu beenden.

  3. die frage wird sein, ohb das urteil auch auf andere arbeitsverhältnisse (normale arbeitsverhältnisse) adaptierbar sein wird; wenn ja, dann braucht man sich nicht zu wundern, wenn die hilfsorganisationen mitgliederschwund und immer weniger bereitschaft zum ehrenamt zu verzeichnen haben; ich habe es auch am eigenen leib erfahren müssen, als ich einen lehrgang der ffw besuchen wollte

  4. Dieses Urteil ist selbstverständlich NICHT auf reguläre (privatwirtschaftliche) Arbeitsverhältnisse zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern anwendbar!
    Diesbezüglich gibt es sowohl länderrechtliche (z.b. BrandSchutzG) sowie Gesetze auf bundesebene (z.b Zivilschutzgesetz) die eindeutige Reglungen treffen inwiefern Arbeitnehmer in Ausübung ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit besonderen Schutz im Sinne von arbeitsvertragsrechtlichen Bestimmungen genießen.

  5. Das mit dem fehlenden Kündigungschutz finde ich ja noch Nachvollziehbar aber diese Undankbarkeit ihrer Organisation finde ich schon sehr Ignorrant.

  6. M. Rieder

    Hallo aber, die Seelenklempnerin wird wahrscheinlich irgend einen Mist gebaut haben, weil sie so adhok rauskomplimentiert wurde.
    So mir nix dir nix wird wohl keine Organisation oder auch Firma eine fristlose Kündigung aussprechen. Da muss schon was Krasses vorliegen.
    Einen Kündigungsschutz wegen Feuerwehreinsatz gibt es meines Wissens nicht. Es gibt nur die Regelung für Lohnkostenersatz für die Firma, also unsere Arbeitgeber. Ihr tut alle wohl, wenn ihr das beherzigt. Schließlich brauchen wir alle unsere Arbeit und unseren Lohn/Gehalt – und die FF zahlt ja schließlich nicht. Also immer gut abwägen – Kameradschaftliche Grüße aus NdBy.

  7. Einige dumme Sprüche und Floskeln helfen hier nicht weiter. Seit Jahren wird Ehrenamtlichkeit propagiert, sei es im Bereich der BOS oder auch woanders. Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung in den letzten Jahren immer lauter. Aber angemessene Konsequenzen gibt es nicht. Wo bleibt die Politik mit entsprechenden und bindeneden Regelungen?

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