Gericht: BF Heidelberg schuld an Großbrand

Karlsruhe (BW) – Hammerurteil vor dem Oberlandesgericht Karlsruhe: Die Richter gaben der Berufsfeuerwehr die alleinige Schuld am Großfeuer im Restaurant Stadtgarten in Heidelberg. Bereits am Ostermontag 2002 hatte ein Feuer die damalige Pizzeria zerstört. Nach einem Bericht der Rhein-Neckar-Zeitung betrug der Schaden 600.000 Euro. Nach dem Urteil in erster Instanz war die Pächterin zu einem Drittel schuldig gesprochen worden. Sie und ihr Mann hätten den Pizzaofen fehlerhaft installiert.  

Vor dem Landgericht errang die Pächterin nun einen Sieg auf ganzer Linie. Nach Ansicht der Karlsruher Richter sei der Großbrand alleinige Schuld der Feuerwehr. Zwei Stunden vor dem Großbrand hatte es in dem Restaurant schon einmal gebrannt. Das Feuer hatten die eingesetzten Kräfte schnell gelöscht. Trotz Kontrolle mit der Wärmebildkamera sei aber ein Glutnest übersehen worden, hieß es. Dies habe den Großbrand ausgelöst.

Artikel: “Brand im Stadtgarten 2002: Hauptschuld trägt die Feuerwehr” (Rhein-Neckar-Zeitung, 8. August 2014)

87 Kommentare zu “Gericht: BF Heidelberg schuld an Großbrand”
  1. Fiedler

    Ganz klar die schuld der bf sie hätten eine brandwache stellen müssen lernt man schon beim Gruppenführer Lehrgang

  2. Wenn ich im Vorbeugenden Brandschutz was überseh oder vergess und es passiert daraus resultierenden etwas, hafte ich ebenso!! Und bei FW-Einsätzen hätte man selbst öfters auch anders entschieden, aber man muss ja mehr auf Führungskräfte als auf Fachkräfte hören!! die man z.B. bei ner FF ausreichend hat. Oft nur Glück als Können. …

  3. Frank Lindenthal

    Mit unseren Gerichtsurteilen nähern wir uns immer mehr den Vereinigten Staaten von Absurdistan an… Traurig, traurig, traurig.

  4. Wie neutral die Justiz entscheidet sieht man beinahe täglich. Es ist doch eine Illusion das die Justiz wirklich unabhängig ist. Staatsanwälte sind weisungsgebunden, Richter werden von Politikern gewählt , es gibt die Einmischung der Politik in das Justizsystem.

    Theorie ist nicht gleich Praxis.

  5. “Als Beamte sind Staatsanwälte – anders als Richter – weisungsgebunden (§ 146 Gerichtsverfassungsgesetz)[1] und unterliegen uneingeschränkt der Dienstaufsicht durch Vorgesetzte (§ 144 GVG) (§ 147 GVG). ”

    Wikipedia

    Jetzt muss ich dir wohl auch noch erklären, das der Justizminister der Dienstherr ist. Der ist ja unpolitisch nicht wahr?

  6. Wir Feuerwehrleute sind auch nur Menschen die für andere ihr Leben riskieren und Menschen machen Fehler ich hatte auch schon nen Einsatz wo sowas ähnliches war und die Feuerwehr ist nicht für belangt worden

  7. Sieht zwar erschreckend aus das Urteil…. Aber aus neutraler Sicht schon nachvollziehbar…. Wenn ein Elektriker nach einer Endabnahme eine Kleinigkeit übersehen hat, und es danach zum brand kommt, ist er doch auch haftbar… Und hier handelt es sich um eine BF und nicht um eine FFW… Das macht nochmal einen Unterschied… Ist meine Meinung…

  8. was ist nur mit unseren Gerichten los? die einen nehmen einen Scheck über 75 Millionen, die andren beschuldigen eine BF des Großbrandes? Ja gehts noch???

  9. Aha, da war also ein Glutnest verbaut…Ursache ist aber der falsch verbaute Ofen, der folgende Großbrand kam durch das übersehene Glutnest. Da ist fraglos nicht richtig gearbeitet worden. Aber OHNE den falsch verbauten Ofen gäbe es das nicht. Und genau da sehe ich den Fehler. Wie weit geht die Nachsorge? Wieviel Verantwortung über fremdes Eigentum liegt bei der Feuerwehr. Und mit dem Urteil hat man eine gewisse Grundlage geschaffen die ich persönlich als bedenklich bezeichnen würde. Lesen ist nicht Alles, man muss auch Zusammenhänge verstehen…

  10. Genau. Wer ist denn hier der Assi? Ich bin fast wöchentlich im Einsatz und bekomme immer wieder Negative Kommentare unserer Mitbürger zu spüren. Da hat man manchmal einfach keinen Bock mehr. Also erst nachfragen, dann die Schnauze aufreißen.

  11. Der einzige, der hier dumme Kommentare hinterlässt bist Du. Wer Dich als Kamerad hat, hat anscheinend nichts zu lachen. Wenn Du, wie ich, seit 30 Jahren dabei wärst und Dir ständig Sprüche und Ablehnung zu Deinem Ehrenamt anhören müsstest, dann würdest Du anders denken. Und Recht sprechen, heisst noch lange nicht Recht haben.

  12. Ich denke, genau diese Reaktion ist übertrieben. Es ist ja auch kein Feuerwehrmann verurteilt worden, sondern die Institution Bf und Stadt. Sowas ist tragisch, kann aber passieren. Genau dafür gibt es Brandwachen. Da ist auch kein Fehler im System Feuerwehr, oder so, das war damals ein einfaches Augenblicksversagen.

  13. Richtig, vor allem Kausalzusammenhänge. Kausal ist, was nicht hinweggebrachte werden kan., ohne dass der Erfolg (das Ereignis) entfällt. Hätte die Feuerwehr nicht das Glutnest übersehen, wäre es nicht zum Großbrand gekommen.

  14. Wer einen Fehler gemacht hat muss auch dafür gerade stehn ob Feuerwehr hin oder her……
    bin auch bei ner FF und BF und habe es selbst erlebt wie wir zu Garantie arbeiten ein zweitesmal anrücken mussten, da war der Dachstuhl auch nicht mehr zu retten. Das kann passieren

  15. Sehe ich ganz genau so. Es geht hier doch mit Sicherheit nur um die zivilrechtliche Haftung bei dem Urteil, also ob und wenn ja wessen Versicherung zu wieviel Prozent für den Schaden zahlen muß. Und wenn der Feuerwehr hier ein Fehler unterlaufen ist, muß deren Versicherung halt zahlen. Das heißt aber doch nicht, daß sich das Urteil gegen die Feuerwehr an sich richtet.

  16. Gut, aber anderer Denkansatz: Ohne falsch verbauten Ofen hätte es das erste Feuer und das daraus resultierende Glutnest was übersehen wurde -warum auch immer- nicht. Es ist also Ansichtssache was man am Ende erreichen will. Hier wird meiner Meinung nach die ursprüngliche Schuld untergeordnet. Allerdings gäbe es ohne den ersten Fehler den zweiten garnicht. Also war es wohl Ziel, die erste Hauptursache zu entkräften. Scheinbar ist es gelungen und man hat damit ein in meinen Augen bedenkliches Urteil gefällt. Ich meine Fehler passieren überall aber ein Urteil was nun grundsätzlich auf sämtliche Fälle angewandt werden kann…sorry da sehe ich eine gewisse Gefahr. So bewahrheitet sich mal wieder das man vor Gericht und auf hoher See reinweg in Gottes Hand ist…Aber gut, man hat sich ja über 4382 Tage Zeit gelassen um auf so ein Urteil zu kommen. Wie lange dauerte der Einsatz? Kurios ist für die Wahrheit kein Zeitlimit gesetzt ist, aber die Feuerwehr soll nach x Minuten die ersten Maßnahmen ergreifen. Und dabei noch alles perfekt richtig machen… Nach solchen Urteilen sollte man tatsächlich sein ehrenamtliches Engagement überdenken. Auch wenn es bei dem Urteil bezahlte Fachkräfte getroffen hat, so kann der Bürger wie auch der Richter die gleiche Hilfe erwarten wenn er die 112 wählt. Von daher trifft dieses Urteil wohl alle Feuerwehrleute.

  17. Mario Wappler

    Gibt zu denken.Fehler passieren,dafür sind wir Menschen.Die Schuld liegt,meiner Meinung,bei beiden Parteien.Beide Parteien hätten eine Mitschuld bekommen müssen.Der der den Ofen falsch eingebaut hat und die Feuerwehr.Wie gesagt Fehler machen wir alle.Es ist kein Mensch gestorben,das ist wichtig.Zumindestens laut diesen Bericht.

  18. Das heist in Zukunft: Für eventuelle Regressansprüche gegen Feuerwehren wird Personal eingespart und zum löschen werden nur noch zwei Feuerwehrleute eingesetzt: Einer spritzt Wasser zum Dach rein, und der zweite misst die Temperatur des Wassers, das zur Tür im Erdgeschoss rausläuft. Wenn dann das Wasser kalt ist, ist auch das Feuer aus. Das ganze nennt man dann “Ozeanischer Löscheffekt”, der am besten Funktioniert, wenn alle Öffnungen des brennenden Gebäudes wasserdicht verschlossen sind.

  19. Ein Trauerspilsind für mich die fehlenden Rechtskennnisse vieler Kommmentatoren und die falschen persönlichen Rückschlüsse auf das eigene Ehrenamt.

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