Fragwürdig? 133 Kräfte bei Zimmerbrand

Waldkirch (BY) – Im Ort Waldkirch (Kreis Günzburg) kam es am vergangenen Sonntag zu einem Zimmerbrand in einem Einfamilienhaus. Zu dem Einsatz rückten 133 Feuerwehrkräfte an. Etwas viel, meint ein Bürger und kritisiert gegenüber der Günzburger Zeitung die neue Integrierte Rettungsleitstelle in Krumbach. Der Kreisbrandrat hält das Großaufgebot jedoch für realistisch.

Artikel: “Wirbel um die Feuerwehr-Alarmierung” (Günzburger Zeitung, 23.11.2011)

21 Kommentare zu “Fragwürdig? 133 Kräfte bei Zimmerbrand”
  1. Sowas ist doch ehr positiv!? Lieber zuviel vor Ort und dann nach erkunden der Lage lieber wieder Einsatzkräfte wegschicken, manche Kritik muss man nicht verstehen!!!!

  2. Leider ist au dem Artikel nicht zu erkennen, welche Feuerwehren alarmiert wurden…

    Auch wenn der Kreisbrandrat die Vielzahl der Kräfte mit dem Zeitpunkt (Sonntagnachmittag) erklärt hat und sie NICHT – wie oben geschrieben – als realistisch bezeichnet hat.

    133 Leute (also mehr als 10 Fahrzeuge) aus 8 Feuerwehren für einen Zimmerbrand?

    Da sollte man doch mal über das Konzept nachdenken!

  3. Zimmerbrand? Dieses Einsatzstichwort ist mir neu! Bei uns heisst Brand 3 oder 4 Wohnhaus – Menschen in Gefahr. Und da kann man froh sein, wenn soviele Kameraden kommen. In anderen Gegenden sieht das leider sehr mau aus, gerade wochentags.

  4. In dem Artikel steht auch was von einer Mobilen Gasheizung. Also wird sich wohl noch eine Gasflasche im Haus befunden haben.

    vielleicht wäre es auch intressant zu Wissen wie viele der Einsatzkräfte z.B. eine Atemschutzausbildung hatten. Einsatzkraft ist nicht immer gleich Einsatzkraft.

  5. Notrufprotokoll

    133 Einsätzkräfte zu einem Zimmerbrand? Da hat doch einer beim Erstellen der AAO den Schuss nichtmehr gehört.

    Hier in Hamburg entspricht das der maximalen Alarmstufe FEU5, und dann brennt in der Regel eine Industriehalle oder ein Dachstuhl auf 100x40m, aber kein Zimmer.
    So ein Kräfteaufwand ist weder mit einem Dachstuhl noch einer einzelnen Gasflasche zu rechtfertigen.

    Das ist ein klassischer Zugeinsatz, alles über 30 Kameraden ist völlig überzogen.
    Diese AAO ist für mich nicht Fragwürdig, sondern Realitätsfremd.

  6. @ Notrufprotokoll: Ich gebe dir in der Sache Recht, denke aber hier sollte man nicht unbedingt die Personalstärke zu Grunde legen!

    Mindestens 15 Fahrzeuge sind aber auch ein Zeichen für eine problematische AAO oder ein schlechtes Fahrzeugkonzept!

  7. Ich denke auch, das für ein Zimmerbrand, 133 Kräfte übertrieben hoch drei ist.
    Da sollte man die AAO ganz schnell überdenken. Wenn ich denke wie viele Kräfte da gearbeitet haben und wie viele nur rumstanden. Da gebe ich “Notrufprotokoll” vollkommen recht.

  8. Ich stelle hier nicht unbedingt die AAO und das Fahrzeugkonzept in Frage, da ich hierfür die Umstände nicht kenne.

    Ich denke keiner von uns kann sagen, wie es um die Tageseinsatzbereitschaft der einzelnen Wehren im Normalfall bestellt ist. Kommen um die Zeit bei manchen Wehren evt nur 2 oder 3 Leute, dass darum viele Wehren allarmiert wurden?
    Wie hier ja teilweise schon geschrieben wurde hieß es Brand Wohnhaus und Menschenleben in Gefahr, somit min Zug.
    Wenn jetzt teilweise aber nur 2 oder 3 Leute im Normalfall kommen, so braucht man schon einiges mehr an Feuerwehren um das Personal eines Zuges zu stellen.

    Wenn dann doch mehr kommen, ja das kann doch die LST nicht ahnen/wissen.

  9. @ Mirko: Dein Argument ist durchaus nachvollziehbar, aber:

    a) ist es immer noch ein Unterschied ob man viel alamiert, da sonst kein Personal da ist oder ob man (zu) viele Kräfte zur Einsatzstelle schickt!

    b) Sehe ich die AAO auch dann problematisch. FALLS es im Normalfall erforderlich sein sollte 8 Einheiten (mit ca. 15 Fahrzeugen)zu einem Zimmerbrand zu alamieren…

    Selbst für ein ganzes Haus scheinen mir 133 Mann viel zu viel!!!

  10. Das der Kreisbrandrat das Aufgebot von 133 Einsatzkräften für wirklich realistisch hält, zweifel ich ein weinig an, aber was soll er denn sonst sagen? In dieser Welt darf man ja keine Fehler mehr eingestehen, ohne danach kräftig auf den Deckel zu bekommen … leider! Aber wenn ich hier so die unterschiedlichen Meldungen von Dachstuhlbrand und Gasflaschen lese, muss man in dem Fall auch mal die Disponenten in Schutz nehmen! Sie haben keine Ahnung wie es vor Ort tatsächlich aussieht und wenn dann paar Panik-Macher sonst was am Telefon melden, kann er auch nur auf das reagieren, was er gemeldet bekommt! Aber was soll´s, wie schon angesprochen – lieber zu viel, als zu wenig … und außerdem wird ein solches überdimensionieren der Kräfte nicht alltäglich sein!

  11. 133 Mann bei nen Zimmerbrand. Und was wird in marsch gesetzt wenn es “richtig” brennt??? Bei einem Dachstuhlbrand dann 200 leute? bei enem Ausgedehnten Scheunenbrand 250 leute?
    Die sollten ihre AAO mal überdenken. Sicher ist es richtig rechtzeitig nachalarmieren zu lassen. Aber bei einem Zimmerbrand der auf das dach übergegriffen hat sind von 133 leute mind. 80 zuviel dort.

  12. Man sollte allerdings bedenken wer für 133 Einsatzkräfte gesorgt hat! Die Leitstelle hat wahrscheinlich bei der aktuellen Bevölkerungsmoral nur einen vielleicht auch zwei Notrufe erhalten, welche dann unter umständen auch noch hektisch und teils unverständlich gewesen sein könnten. Geht der Disponent nun von einem Feuer größeren Ausmaßes aus, so alarmiert er gleich umfangreicher um einen Personalmangel zu verhindern. Meine persönliche Meinung ist, dass es nicht zuviele Kräfte waren. Denn es ist leicher Kräfte nach hause zu schicken als zum Einsatzort zu bekommen.

    mit freundlichen Grüßen
    Dominik

  13. Ich finde die Software der neuen ILS´n etwas fern ab der Realität. Diese Software ist für BERUFSFEUERWEHREN geschrieben worden. Wie sonst liese es sich erklären das ein TLF mit 400l Wasser 45! Min. anfahrt hat obwohl ein HLF 20/25 mit 2500L Wasser 10 km daneben steht. Ich muss auch hier den Disponenten in Schutz nehmen. Die Feuerwehren müssen ihre DURCHSCHNITTLICHE Ausrückestärke angeben. Und Im Durchschnitt liegt diese im ländlichen bereich leider bei 5-10 Personen. Viele arbeiten eben weiter entfernt oder in anderen Landkreisen.
    Der Disponent muss dann natürlich die Einsatzmittel bereitstellen. Wenn nun pro Wehr nur 1 Fahrzeug ausrücken kann muss eben Großflächig nachalarmiert werden. Mit eben erheblicher Zeitverzögerung.
    Sonntag Nachmittag ist da natürlich ein Glücksfall.
    In diesem Fall wohl eher ein unglücksfall für den Disponenten der an den Werktagen wohl alles richtig gemacht hätte.
    Man kann die Stuktur einer ländlichen FFW NICHT mit der einer BF vergleichen. Aber genau dies ist an der Tagesordnung der ILS´n. Weil es die Software eben so vor gibt. Als noch mit BASIS alarmiert wurde wusste die NAST genau welche Kräfte wo stehen und mit welchen Fahrzeugen. Diese Freiheit ist den Disponenten leider genommen worden. Falls nun einer der Disponenten den Alarmplan missachtet ist er wohl LEIDER seinen Job los.

  14. feuerwehrpadde

    Hallo zusammen der Post kommt zwar spät aber dennoch ….
    Vor einigen Wochen wurden wir zu einem Zimmerbrand alarmiert. Schon beim eintreffen erkannten wir das dort mehr brannte als ein Zimmer. Es wurde also nachalarmiert 6 von 8 Einheiten an der Zahl.5 waren vor Ort eine besetze das Gerätehaus um den Brandschutz zu gewährleisten. Insgesamt waren wir ca. 70 Kräfte vor Ort plus dem Atemschutzgerätewagen des Kreises und dem Bezirksbrandmeiste. Alarmierung war um 13.15 um 22.00 war ich zu Hause über 133 Kräfte hätten wir uns gefreut denn wir hatten zu wenig Geräteträger. So viel zum Thema Einsatzstichwort Zimmerbrand

  15. @ feuerwehrpadde:

    Ich erkenne 2 Unterschiede:

    a) handelte es sich deiner Beschreibung nicht um einen Zimmerbrand

    b) habt ihr nachalamieren lassen – in dem obigen Fall hatte die Leitstelle sofort so alamiert…

  16. Joachim Wildenauer

    Ich verstehe die ganze Diskussion nicht.
    – innerhalb geschlossener Bebauung im Altbau- oder landwirtschaftlichen Bereich ist ein Zimmerbrand schnell auch ein wesentlich größeres Ereignis. Dass es sich in diesem Fall augenscheinlich um ein freistehendes Einfamilienhaus modernerer Bauart handelte ist in einer pauschalen Alarmordnung nicht berücksichtigbar.
    – Eine Alarmordnung für einen ländlichen Bereich kann nur schwer die Zahl der zur jeweiligen Tageszeit verfügbaren Kräfte berücksichtigen. Selbst in gößeren Gemeinden kann es zur üblichen werktäglichen Arbeitszeit vorkommen, dass für ein Ausrücken überhaupt keine ausreichende Kräftezahl zur Verfügung steht oder keine Fahrer für die Großfahrzeuge Führerscheinklasse C (eigene Erfahrungen aus einer Gemeinde mit 7000 Einwohnern). Ursache ist das Pendeln zum Arbeitsplatz auch nach außerhalb des Alarmierungsbereiches.
    – Nachalarmierungen bringen immer einen zeitlichen Verzug von min. 10 Minuten bis zum Kräfteeinsatz. Was das für die Entwicklung eines Brandgeschehens bedeutet, ist dem Fachmannn geläufig.
    – Es ist bei einem Brand in einem (Wohn-)Gebäude nie klar, ob nicht doch Menschen in Gefahr sind.
    – Es sind nie die ev. vorhandenen Zusatzgefahren bekannt, die auch im Wohnbereich auftreten können (Erfahrung aus eigenem Erleben z.B. Munition für Jagd- und Sportwaffen).
    – ich möchte einmal die Meckerer über das jetzige Zuviel hören, wenn einmal zuwenig Kräfte alarmiert sind mit entsprechenden Folgen.

    Und mancher möge sich bitte einmal vorstellen: Es brennt und keiner kommt

  17. Notrufprotokoll

    @Joachim Wildenauer:
    -Das erfordert keine 133 Kräfte

    -Darin wird die Ursache für diesen Kräfteüberschuss liegen, das ist klar, aber selbst wenn nur ein Achtel der Kräfte gekommen wären, hätten wir noch 16 Stück gehabt, das ist die Stärke mit der Berufsfeuerwehren wie Berlin oder Hamburg zu einem solchen Feuer fahren, die AAO ist völlig überzogen!

    -Weil es sein könnte, dass das Feuer doch größer ist, als in der Meldung behauptet, schicke in den ganzen Landkreis vorbei?! Stell dir vor, der Mülltonnenbrank könnte auch auf das Hochaus übergreifen, schaffen wir also das Stichwort Kleinfeuer ab? Und überhaupt, wo war die Flughafenfeuerwehr und TUIS? Eine Nachalarmierung hätte bestimmt ne Stunde gekostet!

    -Für Menschenleben in Gefahr brauche ich 2-3 Trupps im Innenangriff, keine 133 Kräfte
    -Eventuelle Zusatzgefahren lauern immer und überall, trotzdem schickt man nicht 133 Kräfte. Er wird schon keinen Atomreaktor im Wohnzimmer haben.

    -Das Umdrehen des Zustandes ist ebenfall keine Rechtfertigung für diesen Massenauflauf. Nur weil es vielleicht zuwenige Kräfte sein könnten löse ich doch nicht Katastrophenalarm aus?!

    Egal was man hier für Argumente bringt, 133 Kräfte für einen Zimmerbran kann man nicht rechtfertigen. Das war ein Zimmerbrand, nicht das Kreispritzentreffen.

    Die Probleme liegen ganz woanders, zum einen passt die AAo nicht, zum anderen existierte anscheinend keine Einsatzleitung, die fähig war, die Übersicht zu helaten und Kräfte anzuhalten, und es könnte sogar sein, dass dort 100 Kräfte für diesen Zimmerbrand nötig waren, denn in Bayern beträgt der PA-Träger Anteil an der Feuerwehr nicht einmal 20%!

  18. @Joachim Wildenauer:

    Ich kann Notrufprotokoll nur zustimmen!

    Es kann im Einzefall immer gute Gründe geben, aber hier scheinen die Probleme eher in der Leitstelle, der AAO oder bei der Ausbildung zu liegen!

    Ein (ausgedehnter)Zimmerbrand ist heute doch eigentlich ein Rotineeinsatz…

    Wenn dafür 8 Wehren mit 133 Kräften alamiert werden müssen stimmt etwas nicht!!!

  19. Joachim Wildenauer

    @Notrufprotokoll sollte schon ganz lesen, denn meinen letzten Punkt
    “- ich möchte einmal die Meckerer über das jetzige Zuviel hören, wenn einmal zuwenig Kräfte alarmiert sind mit entsprechenden Folgen.”
    scheint er garnicht wahrgenommen zu haben.
    Mir ist schon klar, dass für ein derartiges Ereignis die in diesem Fall angefahrene Anzahl von Kräften nicht erforderlich war. Aber aus der Entfernung und vor allem hinterher, sind alle schlauer.
    Und zur qualifizierten Kritik bräuchten wir hier genaue Kenntnis der AO, des gnauen Inhaltes der Meldung an die ILS und den genauen Ablauf.

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