Feuerwehrmann geht gegen Einsätze in Asylbewerberunterkunft vor

Frankenberg (SN) – Ein freiwilliger Feuerwehrmann sorgt derzeit bei der Stadt Frankenberg (Kreis Mittelsachsen) und vor allem bei den örtlichen Feuerwehren für einigen Unmut. Wie die “Freie Presse” schreibt, hat sich der Mann bereits mit mehreren Petitionen an die Stadt gewendet. Darin fordert er beispielsweise einen Aufnahmestopp von Flüchtlingen. In seiner letzten Petition habe er nach Informationen der Zeitung die Freistellung von Brandeinsätzen in Asylbewerberunterkünften erwirken wollen. In der Begründung gebe er fehlenden Eigenschutz bei solchen Einsätzen an. Die Zeitung zitiert verschiedene aktive und ehemalige Führungskräfte der Feuerwehr, die sich deutlich von dieser Petition distanzieren. Der Hauptausschuss der Stadt habe die Petition bereits abgelehnt. Jedoch werde auch der Stadtrat über dieselbe beraten.

Artikel: “Feuerwehrmann will nicht zum Einsatz ins Asylbewerberheim” (03. November 2015, Freie Presse)

Brand in Sahms: Ein landwirtschaftliches Anwesen wird Opfer der Flammen. Foto: Timo Jann
Feuerwehrmann im Einsatz. Symbobild: Timo Jann
7 Kommentare zu “Feuerwehrmann geht gegen Einsätze in Asylbewerberunterkunft vor”
  1. stefan_67

    Hier kann es nur eine Lösung geben:

    Der (noch) Feuerwehrmann muss aus den Feuerwehrdienst entfernt werden!

    Wer nicht bereit ist, seinem Nächsten zu helfen – der “Nächste” kann auch ein Asylsuchender sein – der hat in der Feuerwehr nichts zu suchen.

  2. Christian Brenner

    Dieser “Feuerwehrmann” gehört augenblicklich aus dem Feuerwehrdienst entpflichtet. Dieses nicht zu billigende Verhalten eines Einzelnen vermag das Ansehen einer ganzen Wehr zu schädigen. Zum Selbstverständnis des Feuerwehrwesens in Deutschland gehört es, ohne Ansehen der Person zu helfen. Diese Handlungsmaxime eines jeden Feuerwehrmitglieds kann und darf nicht mit vorgeschobenen Argumenten des “Eigenschutzes” aufgehoben werden. Wir alle haben im Einsatzdienst – im Vergleich zum “Normalbürger” – erhöhte Gefahren zu tragen. Diese maximieren sich jedoch in einer Unterkunft für Asylbegehrende nicht. Wie sollten sie auch? Ungeachtet etwaiger (lediglich behaupteter) Mängel im vorbeugenden Brandschutz, brennt ein Feuer dort genauso heiß, ist der Ruß genauso schwarz wie anderswo; vom Hobbykeller des Bastlers mit Propangasflasche, Schweißgerät mit Acetylenflasche, Spraydosen und einem halben Zentner Kunstdünger sprechen wir lieber nicht. Wes Geistes Kind der Urheber dieser Petition ist, erschließt sich aus den anderweitigen Petitionen mit “denen er unter anderem die Ablehnung und Nichtaufnahme von weiteren Asylbewerbern in der Stadt fordert”.

    Ich hoffe, dass dieser Mensch seine Uniform abgeben muss, obwohl er seine Petition, nicht in die Unterkunft von Asylsuchenden ausrücken zu müssen, laut Medienbericht zurückgezogen hat. Keine Feuerwehr braucht Brandstifter und eben auch keine geistigen Brandstifter! Eine bloße Distanzierung von diesem Verhalten ist nicht ausreichend. Keine Wehr darf ein solches Verhalten dulden, so dass nur noch ein Ausschluss vom Feuerwehrdienst in Betracht kommen kann. Schließlich kann keine Einsatzkraft mehr erwarten, dass dieser „Feuerwehrmann“ bereit sei, vollen Einsatz zu bringen, so dass man sich auf ihn nicht mehr verlassen kann.

  3. Beraten, diskutieren? Ungeeignet als Feuerwehrmann und rauswerfen!

  4. Peter Lamaack

    Retten, Löschen, Bergen, Schützen + Freiheitlich-Demokratische Grundordnung…da war doch was-
    Das ist kein Feuerwehrmann, das ist nur ein geistiger Brandstifter, der -wie es Christian Brenner schon formuliert hat. Er hat das Recht der freien Meinungsäusserung; die Gesellschaft hat das Recht darauf zu reagieren.

  5. Frank Kliem

    Hier erscheint der Fall recht eindeutig und ich denke die Wehrführung hat gute Chancen disziplinarisch vorzugehen. Im Prinzip hat sich der “Kamerad” selbst ins Aus katapultiert, und der Brandschutzträger sollte seiner “Bitte” nachkommen und ihn ganz aus dem Dienst entlassen, da ja zu keiner Zeit gewährleistet ist, das seine persönliche Sicherheit nicht gefährdet wäre.

    Im Landkreis Oberhavel, Land Brandenburg, haben wir einen ähnlichen Fall. Ein junger Kamerad ist aktives Mitglied der NPD, er verteilt Fleyer und trägt Transparente mit ausländerfeindlichen Anfeindungen. Die Staaatsanwaltschaft ermittelt auch. Für heute, 05.11., hat er in Velten eine Demonstration angemeldet.
    Allerdings alles Dinge außerhalb der Feuerwehr. Und deshalb kann disziplinarisch die Gemeinde nicht gegen ihn vorgehen.
    Trotzdem ist die Sache in den Medien hochgekocht.
    Wir als Kreisbrandmeisterei und der Kreisfeuerwehrverband haben eindeutig Stellung bezogen und klargestellt, dass die Masse der über 3.000 ehrenamtlichen Feuerwehrleute in Oberhavel nicht der Meinung eines Einzelnen sind. Wir werden heute an der Gegenveranstaltung teilnehmen.
    Wir müssen aber auch aufpassen, dass wir in den Medien nicht genauso pauschal reagieren, denn das hilft nur den Rechten. Einmal richtig Paroli bieten und die Meinung der Mehrheit wiedergeben. Und vor allem wachsam sein. Denn wenn diese politischen Ansichten tatsächlich in die Wehren getragen werden, dann können wir nicht nur, dann müssen wir handeln. Ganz konsequent, ohne Ansehen der Persohn. Das ist nicht leicht, das können wir aber stemmen. “Wenn Probleme leicht wären, wären sie keine Probleme.”
    Frank Kliem, Kreisbrandmeister Oberhavel

  6. stefan_67

    @Christian Brenner, Danke für den sehr interessanten Link. Die Feuerwehr hat richtig gehandelt, getreu dem Motto “wehret den Anfängen”. So soll und so muss es in jeder Feuerwehr sein.

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