Feuerwehrmann angefahren: Freispruch

Spelle (NI) – Im Mai 2012 erlitt ein Feuerwehrmann in Spelle (Kreis Emsland) Verletzungen, als er beim Sichern eines Schützenumzuges von einem Pkw vorsätzlich angefahren wurde. Der Unfallfahrer flüchtete. Zwar konnte der Feuerwehrmann das Kfz-Kennzeichen ablesen – doch eine zweifelsfreie Identifizierung des Fahrzeugs war weder ihm, noch Zeugen möglich. Wie die “Neue Osnabrücker Zeitung” berichtet, sprach das Amtsgericht Lingen jetzt den 30-jährigen Pkw-Fahrer, der sich deshalb vor Gericht verantworten sollte, frei.

Artikel: “Amtsgericht Lingen muss Angeklagten freisprechen” (Neue Osnabrücker Zeitung, 17. April 2013)

18 Kommentare zu “Feuerwehrmann angefahren: Freispruch”
  1. Da fehlen mir ein wenig die Worte. Natürlich heißt es im Zweifel für den Angeklagten und deswegen musste der Fahrzeughalter freigesprochen werden. Dennoch zeigt es wie leicht man aus so einer Sache raus kommt. Das KFZ Zeichen reicht leider nicht aus.

  2. unfassbar !!!!!! der richter war wohl auf koks als er das urteil gesprochen hat???? und dann wurdert sich doe politik das es immer weniger ehrenamtliche helfer gibt!!

  3. Schwabe

    Also eines wird in dem verlinkten Zeitungsartikel deutlich: Das Fahrzeug (Fahrzeugtyp und Kennzeichen) wurden zweifelsfrei erkannt, da find ich es schon sehr schwach, dass es zu einem Freispruch führt. Denn egal wer drin sitzt, das Fahrzeug wurde sicher erkannt und damit sollte in erster Linie der Halter verantwortlich gemacht werden (der es wohl auch tatsächlich gewesen ist), vor allem da der ja bereits vorbestraft ist. Armes Deutschland! Und ich muss Martin Fiedler recht geben: Man braucht sich langsam wirklich nicht mehr zu wundern. Die Jusitz dreht dem Ehrenamt leider immer mehr den Rücken zu.

  4. Das Urteil mag vielen nicht gefallen – mir auch nicht. Es blieb dem Richter aber anscheinend keine andere Möglichkeit. Dem PKW Halter kann man es nicht nachweisen das er gefahren ist…also: in dubio pro reo! Ich fände es viel schlimmer, wenn der Halter trotzdem – unschuldig – verurteilt worden wäre.

  5. Mirko Schönborn

    Natürlich ist so eine Aktion nicht in Ordnung, ABER: gehört eine wie auch immer geartete Umzgsbegleitung denn zu den hoheitlichen Aufgaben der Feuerwehr??
    Sicher nicht, sondern das ist Aufgabe der Polizei.
    Und diese Aufgabe kann die POL auch nicht delegiern.
    Auch wenn es landauf landab so gehandthabt wird…

  6. Christian Pannier

    @Martin Fiedler: Auch wenn es dir nicht passt, in diesem Land gilt immer noch die Unschuldsvermutung. Ich will mal deine Reaktion sehen, wenn jemand unschuldig ins Gefängnis geht, nur weil irgendwer vermutet, er könne ja schuldig sein. Vermutlich ist sie genauso dämlich.

  7. V.Clemens

    Im Zweifel für den Angeklagten. So ist das System.
    Unabhägnig davon frage ich mich aber, wieso der Feuerwehrmann hier Polizeiarbeit geleistet hat. Verkehrslenkung/Sperrung ist aufgabe der Polizei oder von Schülerlotsen. Nicht von feuerwehrleuten. Uns schon gar nicht bei einer planbaren Veranstaltung wie ein Schützenumzug.

  8. s.brünjes

    das gillt nicht erst seid gestern das die feuerwehr keine verkehr leiten darf… ich selber bin ich 2 wehren in der einen stellen wir nir barken/ absperrungen auf und stellen uns auf den gehweg und in de r anderen auto auf die strasse und hinters auto gegen den verkehr gestellt, fazit: man kann sich sichern ohne polizei und unfall! ( so isz es auf dem land!!!

  9. das die verkehrsführung von feuerwehrleuten übernommen wird bei umzügen ist in Ländlicher gegend sehr geläufig.

    was den fahrzeugfahrer angeht, entweder reisst er sich mit seiner nächsten aktion ins gefängis oder ihm wird irgendeiner mal an den kragen packen dem es genug ist.

    Zu dem gerichtsurteil kann ich nur sagen das wir hier keine geschworenengerichte haben sondern einen rechtsstaat haben manchmal zwar mehr als nötig, aber manchmal auch nötiger als von mehrheit gewollt.

  10. V.Clemens

    @S.Brünjes: Bei uns ist es üblich, das die Feuerwehr ihre Fläche, die sie benötigt absichert und die Polizei dann entscheidet ob der rest ausreicht um den verkehr aufrecht zu erhalten oder nicht. Wir greifen jedenfalls nicht regelnd ein. das ist nicht unser Job.Wir haben allerding sehr viele Probleme damit, das die Polizei ihre Streifenwagen oft so abstellt, das wir erst mal den Fahrer suchen müssen, damit die DLK oder das LF sich positionieren können. Wir haben mal 4 Streifenwagen 3 Stunden warten lassen, weil die beamten ja unbedingt vor der Feuerwehgr in eine Sackgasse einfahren mussten

    @Rock : Auch wenn es üblich ist, läßt sich daraus weder ein Recht noch eine Pflicht heraus ableiten. P.S. Ihre Shift Taste klemmt wohl.

  11. Christian

    Es geht hier überhaupt nicht um Verkehrslenkung i.e.S sondern um die Absicherung eines Umzuges. Wenn die Stadt/Gemeinde der Meinung ist das sie ihre Feuerwehr für diese Aufgabe zur Verfügung stellen kann (möglicherweise gegen ein entspr. Entgeld), dann ist das ihre Entscheidung. Die Frage ob wann, wo, wie irgendwas gesperrt wird bzw. wo überhaupt “umgezogen” werden darf muss vorher ohnehin von den zuständigen (Polizei-)Behörden genehmigt werden.
    Aber nochmal: Die reine Absicherung (und allein darum ging es hier) einer Veranstalltung kann im Prinzip von jedem übernommen werden, das könnten die Schützen auch selber machen.

  12. Also wenn doch bewiesen ist das das Auto gefahren wurde muss doch der Halter auch angeben können,Wer gefahren ist oder?oder ist ihm das Auto geklaut worden?wenn er aus irgendeinem Grund sich nicht erinnern kann würde ich ihm mal ein Fahrtenbuch aufzwingen.
    Aber so ist das mit uns Feuerwehrleuten kann man es ja machen.
    Wünsche allen eine gute und gesunde Heimkehr von ihren Einsätzen.

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