Berufsfeuerwehr Berlin: Bewerberzahl halbiert

Berlin – Nach einem Bericht der “Berliner Zeitung” hat sich die Zahl der Bewerber bei der Berufsfeuerwehr Berlin im Vergleich zum Jahr 2011 nahezu halbiert. Die Zeitung beruft sich auf Angaben von Innenstaatssekretär Bernd Krömer. Einer der Gründe: die Ausbildung bei der Feuerwehr gilt finanziell als unattraktiv. Gleichzeitig ließe auch die Qualität der Bewerber nach, heißt es in dem Artikel. Viele Interessenten seien unsportlich. Auch der Stand der Allgemeinbildung sei teils zu dürftig.

Artikel: “Zu dick, zu unsportlich und rechenschwach” (Berliner Zeitung, 4. November 2013)

23 Kommentare zu “Berufsfeuerwehr Berlin: Bewerberzahl halbiert”
  1. Mathias Fischer

    Wer Qualität haben will, muss halt bereit sein diese auch zu bezahlen.
    Wer das nicht will, muss halt damit leben, das er nur Induvidialisten oder genetischen Abfall erhält. Erstere sind leider immer seltener, letztere leider immer häufiger unterwegs.
    Mit einem tollen Ärmelabzeichen alleine kann man halt nicht leben. Und in einer Stadt wie Berlin halt gleich schon gar nicht.

  2. Christian Pannier

    Die Berliner Feuerwehr bezahlt während der Laufbahnausbildung Anwärterbezüge, bei einem Ledigen, keine Kinder, LStKl. 1 sind das läppische 817 € netto im Monat.
    http://www.berliner-feuerwehr.de/fileadmin/bfw/dokumente/Download/Diverses/anwaerterbezuege-md.pdf
    Die Feuerwehr Hamburg bezahlt während der Ausbildung der Laufbahngruppe 1.2 brutto 1.666 € im Monat, das sind bei einem Ledigen, keine Kinder, LStKl. 1 ca. 1.499 € netto plus Zulagen für Nachtdienste plus freie Heilfürsorge.
    http://www.hamburg.de/besoldung-mittlerer-dienst/

    Wenn jetzt jemand eine abgeschlossene Berufsausbildung hat und bereits im Beruf Geld verdient und trotzdem zur Feuerwehr möchte, wo wird er sich bewerben? Da, wo er während der Laufbahnausbildung 817 € im Monat hat, oder da, wo er 1.499 € plus Zulagen und freier Heilfürsorge im Monat hat?

  3. Und nicht zu vergessen die utopischen Anforderungen. Wenn es nur um Mathe, Deutsch oder allg Wissen gehen würde, bin ich ja der letzte der schreit aber bei der BF Hamburg, braucht man wissen aus diversen handwerklichen Berufen obwohl sie damit werben das auch Pflegekräfte genommen werden. Ich selber habe mich versucht und bin in der Physik leider gescheitert und auf meine Frage ob man das notwendige Wissen nicht in der Ausbildung erlernt bekam ich die Antwort das man das alles schon mitbringen muss! Abschließend frage ich mich immer no h wie die freiwilligen Helfer das nur alles hinkriegen (allein schon beim LZG) die auch pflegerische oder andere zb kaufmännische Berufe erlernt haben. Dauert nicht mehr lange dann bricht das System komplett zusammen, ganz von Finanzfaktor mal abgesehen.

  4. Die Berliner Feuerwehr ist meiner Meinung nach aus mehreren Gründen kein gutes Bewerbungsziel. Zum einen ganz klar das Geld das überall im Vordergrund steht, zum anderen auch das sehr merkwürdige Auswahlverfahren. Aber auch die Medien haben kein gutes Blatt an die Berliner gelassen z.b. die Überstundenvergütung für die es noch keine klare Regelung gibt und mal ehrlich wer ackert bis zum umfallen und macht Überstunden bei dennen er nicht weiß was mit diesen passiert. Da wäre aber auch die ich nenme sie mal netten Ausbildungsmöglichkeiten auf der Feuerwehrschule, moderne Technik und Ausbildung sieht für mich anders in machen Dingen sind andere Bundesländer 5 Jahre weiter.Fazit: In anderen Bundesländern sind die Strukturen besser durch dacht und dadurch sind andere Berufsfeuerwehren einfach ei besseres Ziel für Bewerber.

  5. Es muss sich einiges ändern.Gehalt-rauf,Ausbildungsniveau-rauf,Ehrenamt-weg(nur auf RD bezogen),privater RD-ausbauen, etc etc…..da könnte ich Stunden so weiter machen……

  6. Tja also ich musste mir nach einer Absage (Bewerbung gD mit BWL Studium,27 Jahre alt,seit ich denken kann FW) sagen lassen dass es noch ausreichend Leute gibt und sie ja für einen BWL Studenten nicht die Anforderungen “herunterschrauben”,hätte ich halt gleich von vornherein was technisches studiert!eine absolute Frechheit sag ich euch und arrogant bis zum Himmel!des weiteren zerfen die einzelnen Bezirke in Berlin ja sogar innerhalb miteinander rum von wegen Kameradschaft!was die Bezahlung angeht…es wird fast überall in Deutschland nur anwartergehalt bezahlt im gD lediglich in Frankfurt gibt es einen Anwärterzuschlag!im mD wird zb in Stuttgart von vorn herein volles Gehalt bezahlt!bedenkt mal einer…md und gD fangen in Stuttgart gleichzeitig an,machen anfangs sogar gleiche Ausbildungsabschnitte, die Bewerber für den md sind meist grad frisch raus aus der Ausbildung die für den gD haben meist schon Berufserfahrung also volles Gehalt als Akademiker und verdienen die Hälfte wenn überhaupt von den anderen…auch das ist eine bodenlose Frechheit!aber als Staatsbediensteter muss man sich mit viel Bürokratie und seeeeeeehr langen Entscheidungswegen abfinden!

  7. Ich würde mir mal Gedanken darüber machen, die Leute die für den FW-Dienst nicht ganz so geeignet sind, nur für den RD einzustellen. Damit wäre schon mal eine Sorge weniger.

  8. @jan Decker: Leider sehr schlecht nachgeforscht ! Es gibt Bundesländer, in denen von Anfang an volle Bezüge gezahlt werden. Das ist NICHT von Stadt zu Stadt unterschiedlich. Und ein BWL Studium ist nun mal kein techn. Studium

  9. Mathias Fischer

    Wer Qualität haben will, muss halt bereit sein, diese auch zu Bezahlen.
    Wer das nicht will, muss eben damit leben, das sich halt nur Induvidialisten bewerben, die halt wollen, aber nicht können.
    Mit tollen Ärmelabzeichen und tollen Leitsätzen alleine kann man halt, gerade in einer Großstadt wie Berlin, keine Familie unterhalten.

    @ Jan Decker: Ich bin jetzt auch nicht der Germanist, aber mit deiner Rechtschreibung und Interpunktion wärst Du bei mir als Chef auch nicht weit gekommen.

  10. Frank Florian

    Ganz klar ist die Bezahlung für Anwärter einer Großstadtfeuerwehr überdenkenswürdig, insbesondere in Anbetracht der Mietpreispolitik in solchen Städten wie Berlin. Jedoch dürfen meines Erachtens nach die Anforderungen nicht nach unten geschraubt werden, nur weil unsere Gesellschaft so langsam verblödet. Gerade der Beruf des Berufsfeuerwehrmannes/frau ist sehr anspruchsvoll und setzt ein erhebliches Maß an körperlicher Fitness, technischem Sachverstand, Allgemeinbildung und Zahlenverständnis voraus.
    Es darf nicht wie es zur Zeit bei Freiwilligen Feuerwehren geschieht, jeder der an die Tür klopft genommen werden um freie Stellen zu besetzen. Wichtiger ist, so finde ich, sich auf diesen Beruf durch Bildung, Sport und vorgehende passende Ausbildung vorzubereiten. Der Beruf des Bf´lers ist kein Job wie jeder andere, wem das nicht in den Kopf geht, hat nichts auf einem rotem Auto verloren.

  11. Hmpf, bewerben sich jetzt statt 2000 auf 20 Stellen nur noch 1000? Ich persönlich kann die Feuerwehren nicht verstehen. Noch immer gilt Feuerwehrmann für sehr viele Menschen als Traumjob. Ich spreche nicht für mich – kenne aber recht viele Bewerber, die dann nicht genommen wurden, weil sie 5 cm zu kurz gesprungen sind oder wegen ähnlichem Unsinn. Und das dann mit einer Vorausbildung zum Rettungsassistenten, Handwerksmeister und CE-Ausbildung. Vielleicht gehören ja auch die Auswahltests mal grundlegend reformiert. Dass die Bewerber im großen und ganzen “schwächer” werden, will ich nicht abstreiten. Aber was da im Moment bei Auswahltests passiert, ist wirklich neben der Spur. Bewerber fahren durch die ganze Republik von Feuerwehr zu Feuerwehr, um einen Test nach dem anderen mitzumachen. Ganze Turnhallen voll mit Bewerbern, mehrere Tage hinter einander. Irgendwie deckt sich die Wirklichkeit, die diese Turnhallen darstellen, mit dem Gejammer der BFen nicht.

  12. stefan_67

    Viele Kommentare zu diesem Artikel erzeugen bei mir Kopfschütteln. Der Einzige, der mit gefällt, ist der von Frank Florian, denn er hat begriffen, worum es bei dem Beruf Feuerwehrmann oder -frau.

    Jeder, der zu einer Berufsfeuerwehr möchte, kann sich im Vorfeld erkundigen, welche Vorraussetzungen dafür notwendig sind. Dieses ist völlig unabhängig davon, ob man sich für den mittleren, gehobenen oder höheren Dienst bewerben möchte. Es gibt – zu mindestens gab es sie früher – Infohefte bei der Bundesanstalt für Arbeit, in denen der Beruf Feuerwehrmann und die Vorraussetzungen dafür beschrieben wurden. Diese Hefte gab es auch für den gehobenen und höheren Dienst. Wo ist also das Problem, gezielt darauf hinzuarbeiten? Ich kann meine Berufsausbildung (auch das Studium) so wählen, dass ich da die passenden Vorrausetzungen habe. Sport und damit körperliche Fitness sollte für jeden (!) Feuerwehrmann wichtig sein, egal ob bei einer FF oder BF. Darauf kann ich durch regelmäßigen Sport auch hinarbeiten. Somit wäre die Hürde Eignungstest nicht ganz so groß. Da Feuerwehrmänner und -frauen Beamte werden, darf auch ein gesundes Maß an Allgemeinwissen vorrausgesetzt werden. All dieses sollte ein potentieller Bewerber im Vorfeld wissen und dementsprechend handeln, wenn er zu einer Berufsfeuerwehr möchte.

    Die Bezahlung ist sicherlich nicht optimal. Ob es da Anpassungen geben sollte, will ich gar nicht beurteilen. Jeder Bewerber, egal ob für den mittleren, gehobenen oder höheren Dienst, weiß doch, was auf ihn zukommt. Er sollte es zu mindestens wissen, wenn er sich vorher gewissenhaft (!) vorbereitet hat. Bewirbt er sich, dann akzeptiert er, dass sein Gehalt während der “Ausbildung” deutlich geringer wäre. Es ist seine eigene freie Entscheidung.

    @jan Decker, was möchte ein Absolvent mit BLW-Studium im gehobenen Dienst bei der Feuerwehr? Ich kann mir nicht vorstellen, dass Feuerwehren dafür eine Verwendung haben. Technische oder naturwissenschaftliche Studienabschlüsse sind gefragt und dieses hättest du schon vor deinem Studium wissen können (siehe Hinweis auf Infohefte). Jeder Bewerber für eine Stelle im gehobenen oder höheren Dienst sollte wissen, welches Gehalt ihn erwartet, wenn er sich auf solche “Arbeitsstellen” bewirbt. Von einem Hochschulabsolventen darf dieses erwartet werden. Mangel an Bewerbungen gibt es für den gehobenen oder höheren Dienst aber trotzdem nicht, denn dieser Beruf hat den Vorteil, krisensicher zu sein, weil man später Beamter wird. In der freien Wirtschaft ist dieses nur bedingt der Fall, wie z. B. die Jahre 2008 / 09 gezeigt haben. Nebenbei noch ein kleiner Tipp. Du wolltest eine Feuerwehrführungskraft (!) werden. Also eine Person mit Vorbildfunktion. Da erwartet jeder von dir, dass du Deutsch in Wort und Schrift gut beherrscht, egal ob in der freien Wirtschaft oder beim Versuch, in die gehobene Beamtenlaufbahn zu kommen.

    @Daniel Gein, auch beim Rettungsdienst darf erwartet werden, dass die Bewerber oder ausgebildeten Rettunssanitäter – oder assistenen einen Mindeststandard an Qualität mitbringen. Immerhin geht es in diesem Beruf um Menschenleben und der menschliche Körper ist mit all seinen Organen und Funktionen sehr komplex. Möchtest du jeden an deinen Körper lassen, so lange noch kein Arzt vor Ort ist? Sollte ich jemals einen Rettungsdienst brauchen, hoffe ich, dass das Personal qualifiziert genug ist und nicht nur irgendwelche “abgeschobenen”, die für den Feuerwehrdienst “nicht ganz so geeignet sind”.

    Fazit. Jeder, der zu einer Berufsfeuerwehr möchte, hat es selber in der Hand, rechtzeitig die richtigen Schritte zu unternehmen. Bei vielen ist “Feuerwehrmann” ein Kindheitstraum und genau deshalb wäre also Zeit genug, auf diesen “Traumberuf” hinzuarbeiten. Dabei gibt es so gut wie keine Probleme, sondern hauptsächlich Herausforderungen, die sich lösen lassen, wenn man sich rechtzeitig und ernsthaft darum bemüht.

  13. der_kleene

    @stefan_67:

    Applaus, Applaus. Deine Schilderungen in Bezug auf die Bewerber finde ich klasse. Jeder der sich für diesen Beruf bewirbt, kann sich in Zeiten der Massenmedien über die (Mindest-)Anforderungen der jeweiligen BF informieren.
    Während meiner Bewerbungszeit (2006/2007) habe ich selbst miterleben dürfen, dass etliche Bewerber nicht einmal “geradeaus quatschen” können geschweige “auf blauen Dunst” hin zu den Einstellungstest gefahren sind. Sie brauchten sich dann aber auch nicht wundern, dass die Leistungen nicht ausreichend waren.

    Keiner sollte denken, dass Feuerwehr nur “ausruhen” bedeutet. In unserem Job geht es um viel Verantwortung, Selbstdisziplin und Eigenständigkeit. Wer denkt, dass er nach der Grundausbildung mD/gD mal eben eine ruhige Kugel schieben kann, der irrt sich gewaltig. Stillstand, und so sehe ich das, bedeutet in diesem Beruf den sicheren Tod.

  14. Mathias Fischer

    @ Stefan 67 : Doch, gerade in der heutigen Zeit machen solche “Theoretiker”
    (zb. VWLer, BWLer und Juristen) in der Spitze von Berufsfeuerwehren= Kommunalen Ämtern durchaus sinn.
    Welche Aufgabe hat z.B. ein BF-Chef: Er muss den Laden am Laufen halten. Dies hat doch heute mit Feuerlöschen überhaupt nichts mehr zu tun.
    Da müssen Leute hin, die Rechnen können, die gesetzte lesen UND verstehen können und kontakte mit den Bürgermeistern, Aufsichtsbehörden und Räten halten können. Für den Einsatzdienst kann dann eben ein “Richtiger” Feuerwehrmann auf den Stellvertreterposten gesetzt werden.
    Das fällt von der Ausbildung her einem der oben Aufgezeigte leichter als z.B. einem Bäcker.
    P.S. Die BF Greifswald ist diesen Weg gegangen und bildet einen BWLer als neuen Amtsleiter aus.

  15. Hallo Leute!

    Ich hatte mich im Jahr 2000 bei der Berliner Feuerwehr beworben, da wurde mir gesagt, dass die Bewerbung zwar angenommen wurde, aber zur Zeit keine Einstellungstests durchgeführt werden- das erste Mal verarscht (entschuldigt bitte diesen Ausdruck).
    Danach wurden die Einstellungstests zum Jahreswechsel 2002/ 2003 durchgeführt. Circa 3000 Bewerber auf 40 freie Stellen. Naja gut, die Hälfte der Bewerber wurden gar nicht zum Test zugelassen, da sie nicht alle Voraussetzungen erfüllten.
    Nach 4 Tagen Einstellungstest standen dann die 40 Leute fest.
    Es waren auch Leute dabei die schon als Rettungsassitent arbeiteten oder wie in meinm Fall, damals 10 Jahre Erfahrung aus der Freiwilligen Feuerwehr vorzuweisen hatten.
    Nach monatelangem rumgeiere kam dann die niederschmetternde Absage- Berlin hatte wohl kein Geld.
    Bei den Auszubildenden für den Polizeidienst war es noch absurder. Die wurden in Berlin ausgebildet, aber nicht übernommen. Hamburg hat dann mit offenen Armen da gestanden und einen Großteil übernommen, 2 Monate Landesrecht unterrichtet und einen ganz großen Batzen Geld gespart.

    Wenn ich jetzt mal von den Anwärterbezügen absehe, hat man mich damals das zweite Mal verarscht. Heute stehe ich nach wie vor im Berufsleben, verdiene ganz gutes Geld und lebe ruhiger als bei der Berliner Feuerwehr. Mein Ehrenamt habe natürlich nicht aufgegeben.

    So liebe Leute, was Ihr nun ? Jetzt sieht es schon wieder ganz anders aus und wenn es damals auch sehr bitter für mich war, heute lache ich mich über dieses ganze Theater nur kaputt. Es waren genug geeignete Bewerber da, nur schläft man im Berliner Senat ganz gewaltig.

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