Austrittswelle: Wehr nicht mehr einsatzbereit

Ellhofen (BW) – Aus Protest haben zahlreiche Mitglieder am Wochenende ihren Austritt aus der Freiwilligen Feuerwehr Ellhofen (Kreis Heilbronn) erklärt. Wie die “Heilbronner Stimme” (stimme.de) berichtet, hatte sich kurz zuvor ein Bürgerentscheid deutlich gegen einen von der Feuerwehr favorisierten Gerätehaus-Neubau auf einem Gelände unweit des Rathauses gerichtet. Rund 77 Prozent der Bürger lehnten einen entsprechenden Plan ab. Durch die Austrittswelle gilt die Feuerwehr Ellhofen als nicht mehr einsatzbereit. Im Einsatzfall soll die benachbarte Feuerwehr Obersulm mitalarmiert werden.

Artikel: “Einsatzfähigkeit ist stark gefährdet” (stimme.de, 23. Juli 2012)

61 Kommentare zu “Austrittswelle: Wehr nicht mehr einsatzbereit”
  1. Bastian

    Pflichtfeuerwehr Lächerlich!
    Um Manuel beizuplichten, im Badenwürtembergischen Feuerwehrgesetzt gibt es die bezeichnung Plichtfeuerwehr (oder ähnliches)nicht. Des weiteren ist nach Badenwürtembergischen recht nicht einmal die Gründung einer Feuerwehr, egal in welcher Form (FF BF (PF)) vorgesehen, das heist erst müsste dei Freiwillige-Feuerwehr Ellhofen aufgelöst werden und anschliesend eine PF Ellhofen gegründet werden also Verwaltungstechnich gar nicht realisierbar.

    So nun von der Theorie zurrück zur Praxis.
    Natürlich muss der Brandschutz aufrecht erhalten werden!
    Dieser wird nun von Obersulm und Lehrensteinsfelt übernommen dass heißt das längere Anfahrtszeiten und fehlende Ortskentniss sicherlich nicht zur schnellen Hilfe beitragen und es mit denen in Badenwürtemberg gesetzlich gereglten Hilfsfristen durch aus eng werden kann.

    Ich Persönlich stehe voll hinter den Kammeraden aus Ellhofen da mir solche verbalen Angriffe von Bürgern nicht fremd sind.
    Es ist leider zu bedauern dass durch solche Beschlüsse das wohl weltweit leistungsfähigste System zur Gefahrenabwehr demontiert wird.

    Armes Deutschland!

  2. Christian

    @Bastian

    Es wäre evt. ganz hilfreich, wenn du mal das Feuerwehrgesetz Baden-Württemberg lesen würdest.
    Was die (Zwangs-)Verpflichtung angeht siehe § 12. Dafür muss man keine Pflichtfeuerwehr gründen. Weiterhin wirst du nach sorgfältiger Lektüre des FwG BaWü feststellen, dass es in Baden Württemberg gar keine Hilfsfristen für die Feuerwehr gibt.

  3. Bastian

    @Christian
    Der Inhalt von § 12 ist durchaus bekannt, aber selbst bei zwangsverpflichteten Wehrmitgliedern wird nicht von einer Pflichtfeuerwehr gesprochen.Des weiteren sind im FwG BaWü auch keine Hilfsfristen niedergeschrieben, allerdings wird in den Hinweisen zur Leistungsfähigkeit eine Feuerwehr von einem Zeitfenster und einer mindest Manschaftstärke in diesem Zeitfenster gesprochen

  4. Stefan

    Als Betroffener habe ich eigentlich schon lange genug von dem Thema. Bevor aber auch hier die Spekulationen sprießen möchte ich hier nur ein paar Dinge klar stellen.

    Es ist niemand aufgrund des Ergebnisses ausgetreten. Die Grundlage hierfür sind die Beleidigungen / Anfeindungen und negative Gerüchten die über uns verbreitet wurden.

    Warum? Das ist in großen ganzen offene Spekulation. Ein Anlieger, gleichzeitig Gemeinderat und Mitglied der Altersabteilung der Wehr, hat bei Festlegung des Standortes geäußert dass er alles ihm mögliche tun wird um den Bau zu verhindern. Vermutlich aus Angst um Wertminderung des angrenzenden Grundstücks.

    Es hat dann damit begonnen, dass von verschiedenen Leuten Stimmen gegen den Standort gesammelt wurden, mit fadenscheinigen nicht der Wahrheit entsprechenden Argumenten (einer alten Dame wurde erzählt, dass ihr Garten einer Bushaltestelle weichen müsse wenn das Magazin dort gebaut wird.)

    Dies steigerte sich dann im Laufe der Zeit immer mehr und ging soweit das Kinder von Kameraden in der Schule durch Mitschüler angesprochen wurden, ihr Vater solle ja auch richtig – also gegen den Standort – entscheiden.

    Zum Schluss wurden nicht nur wir sondern auch Eltern, Ehepartner, Verwandte die sich für die Feuerwehr ausgesprochen haben beleidigt. Davon abgesehen sollten wir Kinder an- bzw überfahren, Einsätze fingiert und die Sirene tagsüber absichtlich laufen lassen haben (Die Sirene wird von unserer integrierten Rettungsleitstelle betätigt, wir haben also keinen Einfluss darauf).

    Selbst der Pfarrer hatte sich dem gepöbel angeschlossen.

    Des Weiteren weist unser aktuelles Magazin zahlreiche, teilweise erhebliche, bauliche Mangel auf. So ziehen wir uns seit Ewigkeiten neben den Fahrzeugen um, eine Abgasabsauganlage existiert nicht – dass man dabei von der Straße zusehen kann ist auch nicht das gelbe vom Ei. Wir haben keine Möglichkeit dass sich die Kameradinnen getrennt von den Kameraden umziehen. Sanitaranlagen sind bis auf eine einzige Toilette nicht vorhanden. Wegen des geplanten Neubaus hat man jahrelang auf Erneuerungen verzichtet. Da nun aber kein Plan B vorhanden war wird sich das ganze um mindestens 4 Jahre (positive Schätzung, negative sprechen von min. 8 Jahren) verzögern.

    Für mich waren allerdings die Beleidigungen von Freunden und Familienangehorigen der ausschlaggebende Punkt an dem ich gesagt habe dass für mich das Faß übergelaufen ist

    Auch wenn dies Schade für den Teil der Bevölkerung ist welcher sich für uns ausgesprochen hat. Dennoch muss ich mir auch nicht alles gefallen lassen, erst recht nicht in meiner Freizeit bei einer ehrenamtlichen Tätigkeit für die Allgemeinheit, erst recht wenn diese offensichtlich kein Interesse daran hat.

  5. Walter

    Wer nach einer Pflichtfeuerwehr ruft der sollte wissen das dieses vor 50 Jahren nicht funktionierte und auch heute erst recht nicht.
    Der nach einer Pflichtfeuerwehr ruft sollte sich doch für den Dienst in Ellhofen selbst melden.

    Wie will dieser Träumer den Sicherstellen das der Pfilchtfeuerwehrmann dann mitbekommt das ein Einsatz ansteht. Will er jedem Feuerwehrman für einen Einsatz von der Polizei abhlen lassen. In welchem Land leben wir denn,diese Personen soltten sich mal das Grundgestz durchlesen .

  6. “Es stimmt nicht, dass die Feuerwehr in Ellhofen Kinder gefährdet oder schon überfahren hat! Jeden Mittwoch sind die Dienste der Kinderfeuerwehr sehr gut besucht. Das 3. Einsatzfahrzeug steht in eine Garage direkt im Schulhof. Seit über 10 Jahren wird dieses im Einsatzfall, unfallfrei, über den Pausenhof bewegt!”

    Bitte was ?
    Wer sich sowas ausdenkt,der sollte mal gerne in Hamburg,Berlin oder Dortmund am 1.5 in der stadt als BF-ler Dienst versehen.Da wird man mit Raketen beschossen..

    Dann weiß man,was FEUERWEHR bedeutet!

  7. Perverses Verhalten der Allgemeinheit gegenüber Ehrenamtlern, die zugunsten des Allgemeinwohls tätig sind. Vorausgesetzt, die Darstellungen stimmen. Anscheinend aber auch ein merkwürdiges Verhalten, wenn nicht sogar Versagen der Verwaltung, die sich offensichtlich nicht in der Lage sieht, zugunsten der Feuerwehr und damit zugunsten ihrer Bürger zu arbeiten. Wohl ein im Ansatz falsches Planungsvorhaben?

  8. Hallo Kameraden

    Das ist doch eine Pflichtaufgabe der Stadt/Gemeinde das das Feuerwehrhaus den Anforderungen entspricht. Und auch die Feuerwehr-Unfallkasse hat der Stadt/Gemeinde auf die Finger wenn das Feuerwehrhaus nicht sicher ist. Ich finde es auch unglaublich das Eure Bürger nicht mal hinter der Feuerwehr stehen. Wer steht denn nachts auf und macht die Scheiße andere Leute weg, dass ist die Feuerwehr wer denn sonst. Aber genau so wird das Ehrenamt tot gemacht!

    Ich hoffe das es bald wieder vorwärts geht mit Euch

    MKG Maik

  9. Andreas Kdt stf

    Na da haben wir es mal wieder, wenn einer 365 Tage im Jahr 24 Std immer da ist, wenn der Melder oder Sirene geht und dann so eine watschen von der Bevölkerung bekommt, dann würde ich auch nicht mehr ausrücken. Dann brauchen die auch nicht zum beichten gehen, wenn wegen Ihrer Entscheidung einer im Haus verbrennt oder auf der Straße ums Leben kommt. Den Bürgermeister würde von mir verklagt werden! Auf unterlassene Hilfeleistung mit Gemeinerat. Sollen halt die Schlaumeier ausrücken die dagegen gestimmt haben.
    Noch eins am rande; wir haben ein Einsatzfahrzeug aus der Alamierung genommen, weil die Reifen zu alt waren. Die Neuanschaffung hat 6 Monate gedauert. Als die gemeinliche Fotovoltaig Anlagen zu wennig eingebracht haben, hat man sofort eine Firma beauftragt diese zu reinigen, das war auch nicht ganz billig. Was wäre den ein Ort ohne Feuerwehr? Feuerwehren retten-löschen-bergen-schützen und Wählen dann gebts die watschen wieder zurück!

  10. Ich habe die Kommentare eben schnell überflogen (nur aus Zeitmangel) und muss sagen, dass so etwas echt ein starkes Stück ist. Überall wird gejammert, mann wolle das Ehrenamt stärken und und und.
    Man kann da echt nur sagen: “Liebe Nein-Sager, man sieht sich fast immer zweimal im Leben.” Wenn der Fall eintritt, dass einer dieser Leute betroffen ist und Schaden erleidet, bin ich auf das Schauspiel gespannt das dann losgeht.
    Für alle Weheren im Umfaeld kann man nur noch mal daran erinnern, dass wir als Feuerwehren, egal worum es geht, nur gemeinsam stark sind.

  11. Peters,Dirk

    Ich bin Bürger von Ellhofen und befürwortete dieses Vorhaben für die freiwillige Feuerwehr Ellhofen mit einen klaren “Ja”! Weil der zentrale Standort der Feuerwehr der kürzeste Weg zu jedem Einsatz bedeutet!
    Es fällt mir schwer zu glauben das eine Feuerwehr unter solchen Voraussetzungen funktionieren soll, und das im Jahre 2012.
    Ich hätte es gewünscht nach dieser langen Zeit!
    Eine hohe Betonmauer welche die Kinder der Schule und des Kindergarten schützt hätte bestimmt auch noch im Budget der Feuerwehr gelegen, die daraus resultierenden sicheren Schulwege währen bestimmt auch im Sinne der ängstlichen Eltern gewesen oder?
    Wertverlust oder Spekulation eines angrenzenden Grundstücks welches sowieso nicht verkauft werden will 🙂 echt super die Hundetoilette bleibt für die spielenden Kinder!……Schöne Zukunft!?
    Leider ist das viel zu traurig um wahr zu sein.
    Ich bedanke mich für die bisherige Sicherheit bei der freiwilligen Feuerwehr Ellhofen wünsche Mut für die Zukunft, und hoffe das Obersulm im Ernstfall Ellhofen findet!

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