Mögliche Lösungen für die Zukunft der Feuerwehren

Viel mehr als nur Zukunftsmusik: Das Konzept in Rheinland-Pfalz

Koblenz (RP) – Die Feuerwehren in Deutschland stehen schon seit einiger Zeit vor immer größer werdenden Problemen: Mitgliederschwund, Nachwuchsmangel, Kostensteigerungen und Einsatzmüdigkeit durch langjähriges Mitwirken – um nur ein paar Beispiele zu nennen. Doch dieser Entwicklung will der Landesfeuerwehrverband (LFV) Rheinland-Pfalz nun entgegen wirken. In einem umfassenden Zukunftspapier stellt er Ideen und Maßnahmenvorschläge für eine bessere Zukunftsgestaltung der Feuerwehr vor. Insgesamt enthält das Zukunftspapier 99 Maßnahmen, unter anderem zur Finanzierung von Feuerwehren, der Mitgliedergewinnung sowie Aus- und Weiterbildungen von Einsatzkräften.

Zukunftspapier des Landesfeuerwehrverbandes Rheinland-Pfalz. Foto: LFV

Der Präsident des LFV, Frank Hachemer, erklärt: „Der Landesfeuerwehrverband hat sich schon vor 4 Jahren aufgemacht und alle im Feuerwehrwesen relevanten Kräfte und Personen in einen Prozess eingebunden, der die drohenden Zukunftsprobleme erfasst und Lösungsideen entwickelt hat. Daraus wurde ein Zukunftspapier entwickelt, in dem mehr als 90 Grundsatzthemen Lösungen anbieten und Entwicklungswege konkret benennen“. Voraussetzung dafür ist allerdings, sich Veränderungen nicht entgegenzustellen.

>>Hier geht es zum Download des Zukunftspapiers<<

Ein Umdenken sei sehr wichtig, aber „dazu muss man den Mut haben, denn das Feuerwehrwesen wird sich in den nächsten etwa 10 Jahren in jedem Falle drastisch verändern. Wenn wir das Gute daran behalten wollen, beispielsweise das Ehrenamt als Grundlage, dann müssen wir uns in vielen Dingen bewegen“, so der Präsident. Etwas bewegen sollen dabei nicht nur die Verbandsgemeinden und Städte, welche die Feuerwehren aufstellen, sondern am besten auch Politiker und Verwaltungen auf Landesebene.

Vielleicht ein Konzept, damit sowas nicht mehr passiert:

So lassen sich Aktive auch vergraulen

Kommentare zu diesem Artikel

  1. In RLP wird der gleiche Fehler gemacht wie in Sachsen. Bei uns wurde er aber erkannt und seitens einer Arbeitsgruppe (CDU > Feuerwehr Sachsen 2020 > googlen) erkannt.
    Auf über 100 Seiten wurde aus Befragungen und Motivationen erörtert, dass man durch Stützpunkt-Wehr-Aufstellung wichtige EKs in den Ortswehren verliert.

    Das Zauberwort: Spezialisierung der Einzelwehr.
    Der Mensch ist nun mal von seinem Ego getrieben. Das muss man als gegeben betrachten. In Sachsen hat man das erkannt. Lest selbst!

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  2. @Zwieback
    Ich finde es immer wieder interessant, wie die Spezialisierung als eine Lösung bezeichnet wird. Aber mal kurz vorweg: Das Papier “Freiwillige Feuerwehr Sachsen 2020” (sollten Sie es meinen) ist allenfalls für den Mülleimer. Es nennt Probleme, aber nur wage Lösungsansätze, die teilweise gar nicht aufgingen, wie zum Beispiel die Doppelmitgliedschaft. Sie funktioniert unter gewissen Umständen, aber vielfach leider nicht. Ergo: Die Wirkung der Doppelmitgliedschaft verpufft in Sachsen, ist sie ohnehin eher selten vorzufinden. Aber das dazu.

    Die Spezialisierung ist nur eine Lösung für bestimmte Regionen. Flächendeckend lässt sich keine Spezialisierung umsetzen. Die üblichen Aufgaben müssen auch von einer “spezialisierten Feuerwehr” gelöst werden. Auf dem Land werden wir mit Spezialisierungen vielfach scheitern, weil die Kommunen das Geld dafür nicht haben, solange die Länder am bisherigen Weg festhalten, dass die Kommunen sich selbst überlassen sind, was das Thema abwehrenden Brandschutz betrifft. Schauen Sie sich mal allein das Chaos in der Lausitz an…

    Stützpunktfeuerwehren sind auch keine Lösung. Das sind Hilfswehren, die schon heute vielerorts aus Kostengründen existieren. Sie heißen nur nicht Stützpunktfeuerwehr, sondern häufig Ortswehr oder Löschtrupp, wenn es ganz mies läuft.

    Und viele Probleme liegen auch in den Wehren: Hierarchische Strukturen, Generationenkonflikte, Reformverweigerung durch die älteren Mitglieder, aber auch eine gewisse Resignation, weil man mit Schrottmühlen ausrücken muss. Mancherorts teilen sich gleich vier Ortswehren einen Transporter. Das ist bitter und erbärmlich für ein so reiches Land.

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  3. Natürlich gibt es kein universelles Heilmittel, aber bei uns hat Spezialisierung geholen die Motivation zu steigern. Das mit den Schrottmühlen, Urbanisierung und Zuständigkeiten seitens Land / Kommune ist regional stark unterschiedlich.

    Den Entwicklungen auf dieser Seite, kann man mit Fahrzeugkonzepten, AAOs und Werbekampagnen entgegenwirken. Und JA; mir ist bewusst dass das kein einfacher Weg wird. Aber aus eigener Erfahrung: Man sollte sich drei Jahre Zeit nehmen für viele größere Veränderungen. Ob Generationenkonflikt, social- und Printkampagne und Fördermittelprojekte. Wir haben Zweitfahrzeug, Jugendfeuerwehr (hat 27 Mitglieder – genau die die Aktiven) und AAOs seit 2015 bis heute am Umbau. Es war ein steiniger Weg, aber es ist wie ein Unternehmen: Wer nur ein Stück weit Willen zur Neugründung hat, scheitert. Gerade über Jugendarbeit und Perspektive sind Fahrzeugförderungen und Standortkonzepte zu verargumentieren.

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