Tore als Energiesparer

Gladenbach (HE) – Mit Hilfe der Förderung aus dem Konjunkturpaket II rüstete die Freiwillige Feuerwehr im hessischen Gladenbach jetzt drei Gerätehäuser mit modernen Toren der Firma Bothe-Hild nach. Ziel war, die Wärme besser in der Halle zu halten und Energiekosten zu sparen.

Rund 30 Jahre taten die Falttore, die beim Neubau der Feuerwehrhalle in Gladenbach eingesetzt wurden, ihren Dienst. In den letzten Jahren machten allerdings mangelnde Ersatzteile und marode Dichtungen der Feuerwehr den Dienst zunehmend schwer. Wind und selbst Mäuse konnten ungehindert in die Halle. Besonders problematisch: Wegen der wasserführenden Löschfahrzeuge darf die Temperatur nicht unter acht Grad fallen. An eine effiziente Heizung war allerdings durch die undichten Tore nicht zu denken. Zumal bei einer Einsatzfahrt die Halle nicht selten offen blieb, weil die Zeit fehlte, die Tore von Hand zuzuschieben. Die Wärme verflog sofort und die Räume waren auch vor unerlaubtem Eindringen nicht mehr geschützt.

Feuerrote Farbe und weite Glasflächen prägte die neue Fassade der Feuerwache in Gladenbach. Die alten Falttore waren im Rahmen des Konjunkturpakets II durch ferngesteuerte Sektionaltore ersetzt worden. Foto: FeuerwehrAls das Konjunkturpaket II auf den Weg gebracht wurde, entschied sich die Gemeinde Gladenbach deshalb, unter anderem Unterstützung für eine energie- und sicherheitstechnische Sanierung der Feuerwache zu beantragen. Von den letztlich bewilligten Mitteln wurden jetzt für insgesamt 80.000 Euro acht Tore mit je vier Metern lichte Höhe in Gladenbach selbst, sowie je drei weitere an zwei Gerätehäusern von Ortsteilwehren durch neue Modelle des Torbauspezialisten Bothe-Hild ersetzt. “Die technischen Anforderungen für die neuen Tore waren in der DIN 14092-2, in der GUV-I 8554 und anderen Vorschriften geregelt”, erklärt der Stadtbrandinspektor Reiner Horak. “Daneben legten wir bei der Auswahl besonderen Wert auf Zuverlässigkeit, Stabilität und Langlebigkeit – immerhin sind die Tore mitentscheidend für das Ausrücken eines Fahrzeugs.”

Die alten Schiebetüren wurden durch Sektionaltore ersetzt, die sich über Gleitschienen nach oben hin öffnen. Gesteuert werden sie per Funkfernsteuerung, ein Elektromotor übernimmt das Öffnen und Schließen. Eine grüne Ampel zeigt, entsprechend der DIN-Norm, wann die Durchfahrtshöhe erreicht ist. “Dadurch sollte das Handling und die Sicherheit für die Kameradinnen und Kameraden erleichtert und verbessert werden”, so Horak. Zudem kann das Tor jetzt beim Ausrücken sofort wieder geschlossen werden, was das Inventar der Gerätehallen schützt und zugleich die Heizkosten der Wehr deutlich senkt.

Die neue Energy-Dreifachverglasung erreicht ähnliche Wärmedämmwerte wie Echtglas. Damit kann die Feuerwache mit Tageslicht beleuchtet werden, ohne viel Heizenergie zu verlieren. Foto: Bothe Hild GmbHDie Beheizung der Halle war generell ein wichtiger Punkt in der Planung des Umbaus, wie der Stadtbrandinspektor berichtet: “Wir legten bei der Neubeschaffung großen Wert auf eine möglichst hohe Energieeinsparung.” Entscheidend dafür ist die neue Kunststoffverglasung. Um viel Licht in die Wache zu lassen und auch die Optik des Gerätehauses zu verschönern, sind die Tore in Gladenbach zu 80 Prozent verglast. Im Gegensatz zu früher bedeutet dies aber keinen immensen Wärmeverlust mehr. Die dreifache Schichtung der Energy-Verglasung erreicht einen U-Wert von 1,9 Watt pro Quadratmeter und trägt so zur Einhaltung der Dämmwerte bei, die in der Energieeinsparverordnung (EnEV) vorgeschrieben sind. Im Vergleich dazu hat herkömmliches einschichtiges Acrylglas einen U-Wert von 5,3 Watt pro Quadratmeter. So lassen sich mit der Isolierverglasung auch große, lichtdurchlässige Flächen realisieren, während bislang aus Energiespargründen oft nur schmale Lichtbänder oder Bullaugen in Feuerwehrtore eingebaut wurden.

Insgesamt 50.000 Euro kostete der Austausch der acht Tore der Feuerwache in Gladenbach einschließlich der neuen Stromleitungen für die Torantriebe – weniger als in der ursprünglichen Berechnung veranschlagt war. Für die übrigen 30.000 Euro wurden daher auch die Gerätehäuser in den Ortsteilen Weidenhausen und Erdhausen noch mit neuen Toren ausgestattet. Hier kam allerdings nicht die Energy-Verglasung zum Einsatz, stattdessen wurden, um Energie zu sparen, nur zwei Sektionen jedes Tores mit einer Doppelverglasung versehen.

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