Zwei nächtliche Angriffe auf die Feuerwehr

Bremerhaven (HB) – Am Wochenende kam es erneut zu Angriffen auf das Personal des Rettungsdienstes der Feuerwehr Bremerhaven. Wie die Feuerwehr am Dienstag mitteilte, erlitten dabei zwei Kollegen Verletzungen. Ein Feuerwehrmann muss sich in der Folge wahrscheinlich operieren lassen.

Während eines Rettungsdiensteinsatzes gegen 23.50 Uhr in Geestemünde wurde ein Rettungssanitäter von an dem Rettungsdiensteinsatz Unbeteiligten zunächst angespuckt und anschließend durch einen Faustschlag schwer verletzt. Der 31-Jährige musste mit einer Nasenbeinfraktur im Krankenhaus versorgt werden, eine notwendige Folgeoperation steht voraussichtlich noch an. Die Auseinandersetzung fand direkt im Anschluss an die Rückführung eines Patienten in seine Wohnung statt.

Eine Stunde später, um 0.55 Uhr, wurde der Rettungsdienst zu einem weiteren Notfall im Stadtteil Lehe gerufen. Die hilflose Person, die auf der Straße lag, trat nach dem Helfer und verletzte diesen am Bein.

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Die Feuerwehr Bremerhaven hatte, nachdem es in der Vergangenheit vermehrt zu Übergriffen auf Personal und Gerät gekommen war, ein Deeskalationstraining für die Rettungskräfte eingeführt und eine Notrufeinrichtung in das Funkgerät einbauen lassen. Darüber hinaus wird das Umfeld der Rettungswagen von Kameras überwacht.

“Diese Vorfälle zeigen, dass die Maßnahmen, die wir im letzten Jahr ergriffen haben, absolut richtig und vor allem notwendig sind”, so Stadtrat Jörn Hoffmann. “Bei einem Übergriff auf unser Einsatzpersonal werden wir grundsätzlich Strafanzeige stellen. Da ich zu 100 Prozent vor meinen Einsatzkräften stehe, darf unter keinen Umständen Nachsicht mit den Tätern geübt werden”, so der Dezernent der Feuerwehr weiter. Zum jetzigen Zeitpunkt ermittelt die Polizei zu dem Sachverhalt.

RTW der Feuerwehr Bremerhaven. Foto: Michael Klöpper
RTW der Feuerwehr Bremerhaven. Foto: Michael Klöpper
13 Kommentare zu “Zwei nächtliche Angriffe auf die Feuerwehr”
  1. Trashman

    15 % Arbeitslosenquote und wenig Perspektiven in der Stadt. Ob restriktivere Maßnahmen weitere Übergriffe verhindern, mag ich mal bezweifeln. In den meisten Fällen sind Drogen und schwierige soziale Konstellationen ein begünstigender Faktor bei derlei Übergriffen. Unbestritten ist natürlich die grundlegende Verwerflichkeit von derlei Aktionen. Hier müsste die Politik aber m. E. mehr auf Bildung, verbesserte soziale Umfelder ohne Ghettoisierung und Hilfestellung bei sozialen Problemen setzen … aber dafür fehlen ja leider immer ausreichende finanzielle Mittel.

  2. Und wenn die armen Straftäter dann verurteilt werden kommen sie mit 10 Sozialstunden und Bewährung davon

  3. Du bist Deutschland! Das sind ja bestimmt lauter verdamt starke jungens die ihren asozialen kumpels mal zeigen wollen wie stark sie sind. Warscheinlich muss der nasenbrecher nichtmal was zahlen weil er nix in der tasche hat!

  4. In welcher Welt leben wir, in der Rettungsdienstler Lehrgänge zur Selbstverteidigung absolvieren? Bitter, bitter.

  5. Für sowas kann man kein Verständnis haben! Hoffe die greifen mal richtig ins Klo und werden Opfer ihrer selbst!Wünsche denen die Pest an den Hals!

  6. @ trashman
    du hast sicherlich Recht das gewisse Umfelder (sozial und räumlich) solches asoziale Verhalten begünstigen aber trotz “schlechten Freunden” und “Ghetto” sollte sich jeder Mensch der klar im Kopf ist soweit unter Kontrolle haben, dass er keine Menschen angreift. Da helfen meiner Meinung nach auch keine der üblichen sozialen Maßnahmen, diese Leute verstehen nur eins…

    Man sollte sich generell Gedanken machen, ob nichtpol. BOS mit leichter Bewaffnung auszustatten sind, Pfefferspray oder Tonfa helfen bei so etwas sehr gut und wenn sich herumspricht, das auch RD und FW sich wehren, hat das meines Erachtens eine Bessere Wirkung als Gesprächstherapien o.ä.

  7. Übergriffe auf Einsatzkräfte nehmen anscheinen tendenziell zu – das ist nicht gut und dem gilt es angemessen entgegenzuwirken!

    Aber, man sollte schon zwischen einem (grundlosen?) Angriff und einem Tritt einer “hilflosen Person” unterscheiden!

  8. Matthias

    Nicht umsonst denkt man in Bayern seitens der Politik darüber nach, Hilfskräfte gerade in Großstädten standardmäßig mit Pfefferspray auszustatten…

  9. zwar scheisse .verwundern tut es mich nur das es von weder von der polizei noch der Feuerwehr bremerhaven eine offizielle Prssemeldung dazu gibt.Da es ja besonders die Bremerhavener Bürger für solche Vorfalle sensibilieren sollte.

  10. Jannes K.

    Hm, also eine Bewaffnung von Rettungskräften halte ich für nicht wegweisend.

    Selbstverteidigung zu lernen ist ganz Allgemein richtig und man sollte Einsatzkräfte eigentlich immer darin (einheitlich -> Teamarbeit) Ausbilden. Im Krankenhaus lernt man im Idealfall ja eben auch, wie man Patienten ”fixiert”. In der Psychatrie schaft man es eben durchaus ohne den Einsatz von Waffen zu arbeiten.
    Das dort die ”Opfer” von Pfefferspray und Schlagstockeinsatz am Ende auflaufen, kann ja auch nicht wirklich Sinn und Zweck sein. Ausnüchterungszellen in Krankenhäusern wären aber eine sehr sehr gute Sache 😉

    Hier (Ruhrgebiet/Dortmund) rückt zu entsprechenden Einsätzen aber immer auch die Polizei mit aus – weil solche Fälle eben sehr häufig sind (von besoffenen Idioten mal abgesehen – so ein RTW ist eben auch voller toller Drogen).

    De jure:
    Tonfa/Schlagstock gilt als Waffe und darf nur von Vollstreckungsbeamten als Mittel des unmittelbaren Zwangs angewendet werden und das auch nur entsprechend der Verhältnissmäsigkeit! Pfefferspray evt in Notwehr. Notwehr ist aber nicht gegeben – ein guter Anwalt würde die Helfer eventuell der versuchten Freiheitsberaubung und Körperverletzung beschuldigen (medizinische Hilfe ist immer Körperverletzung/Freiheitsberaubung mit Einwilligung, ohne Einwilligung, etwa durch den Tritt nach einem Helfer geäußert, ist es eben nur noch Körperverletzung/Freiheitsberaubung).

    De Jure würde man sich als Helfer bei dem Einsatz genannter Mittel strafbar machen.

    Statt in Videokameras für RTWs zu investieren (Videokameras verhindern keine Verbrechen!) sollte man mal lieber genug Personal einstellen, die in solchen, eben bekannten, Situationen, den Rettungskräften Sicherheit geben.

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