Zu viele Verkehrstote – Kampf gegen Raser

Gütersloh (NW)  – Mit der Präventionskampagne „Brems dich – rette dein Leben“ will die Polizei in Nordrhein-Westfalen auf die hohe Zahl tödlicher Verkehrsunfälle aufmerksam machen. Besonders Raser wollen die Beamten ins Visier nehmen und setzen auf Geschwindigkeitskontrollen. So soll das Geschwindigkeitsniveau auf den Straßen merklich gesenkt werden. Erst am vergangenen Sonntag starb in Herzebrock (Kreis Gütersloh) ein junger Mann. Er war mit seinem getunten Wagen gegen einen Baum geprallt.

Der Leitende Polizeidirektor bei der Polizei in Gütersloh, Karsten Fehring, hat das Ziel der Kampagne klar vor Augen: Die Menschen sollen vor tödlichen Unfällen geschützt werden. Dazu muss flächendeckend das Geschwindigkeitsniveau verringert werden. Verkehrsunfälle passieren nicht “einfach”, sondern sie werden verursacht. Die Beamtinnen und Beamten der Polizeidienststellen haben bereits viel Leid bei Unfällen erlebt. Das soll sich nun durch das Projekt ändern.

Die Polizei nennt zwei beeindruckende Zahlen bei der Vorstellung ihres Vorhabens. Zu einem die Summe der Unfälle, die auf menschliches Versagen zurückzuführen sind. Sie liegt bei 95 Prozent. Weiterhin geht die Behörde davon aus, dass jeder Verkehrstote mehr als 100 Menschen voller Trauer, Leid und Verzweiflung zurücklässt.

Landrat Sven-Georg Adenauer ist Leiter der Kreispolizeibehörde Gütersloh. Er sagt: “Wir müssen in die Köpfe aller Verkehrsteilnehmer kriegen, dass zu hohe Geschwindigkeit der Killer Nummer 1 ist. Verantwortungsvolles Fahren heißt, sich an die Geschwindigkeitsbegrenzungen zu halten, und zwar überall”.

Bei dem schweren Unfall am Sonntagmittag in Herzebrock war ein 22 Jahre alter Autofahrer an einer Ampelkreuzung mit hohem Tempo losgefahren, so berichten Augenzeugen. Wenig später prallte er gegen einen Baum. Der Fahrer wurde dabei getötet, seine 20-jährige Freundin erlitt schwerste Verletzungen. Beide Unfallopfer mussten von der Feuerwehr aus dem Wrack befreit werden. In dem Honda fanden die aufnehmenden Polizisten einen TÜV-Bericht, der diverse Mängel an dem Wagen dokumentiert. Offenbar sind diese Mängel nicht behoben worden. (Foto: Polizei)

18 Kommentare zu “Zu viele Verkehrstote – Kampf gegen Raser”
  1. Etwas gegen diese vielen Toten wegen überhöhtem Tempo u. “Raser” zu tun, finde ich schon in Ordnung, kein Thema, so lange es nicht mit einem generellen Tempolimit ist, denn das würde auch die Autofahrer mit rein ziehen bzw. “ausbremsen”, die wissen, was Sache ist, die sozusagen mit “Köpfchen” fahren.. Es gibt Solche, die mit PS statt Hirn Fahren u. es gibt die Anderen, die mit Hirn statt PS fahren, heisst, es kann jemand 200, 400 o. noch mehr PS haben, wenn er mit ihnen umzugehen weiss u. auch weiss, WANN u. WO er sie ausfahren kann, ist das in Ordnung!

  2. ich stimme Sascha zwar zu 98% zu aber sind wir doch mal ehrlich. Öffentlichkeitsarbeit in allen ehren aber es will doch keiner das die Leute langsamer fahren. Weder die automobilIndustrie,und die Verkaufszahlen bestätigen das, noch die Landkreise wollen das. Mehr Geld kann man durch die schnellfahrer nicht verdienen. Alleine bei uns im Landkreis hat sich das gezahlte Bußgeld fast verdoppelt. Und wenn da mal ein oder der andere sein Auto nicht unter Kontrolle hat ist das halt so. Dann werden noch mehr blitzer aufgestellt und die geschwindigkeiten gesenkt damit noch mehr Geld in die Kasse kommt. Und so ein leeres DienstBuch bei der Feuerwehr ist auch nicht förderlich zur Anschaffung neuer Geräte, oder?

  3. Verbannt LKW von den verstopften Landstrassen und die wilden überholmanöver werden weniger. Alles live zu beobachten auf der B14. Und die kreuze am strassenrand sprechen ihre eigene sprache.

  4. was hast Du denn für ein Auftrag Christian? Die Lkws können doch am wenigsten dafür. klar gibt es LkwUnfälle und die fallen immer schwerwiegend und lange an. Aber prozentual zu den PkwUnfällen bleiben die LkwUnfälle doch einstellig. Also total lächerlich was Du da von dir gibst. Und bei den LkwUnfällen die passieren sind zu 35 Prozent Pkw schuld am Unfall weil sie die geschwindigkeit und das gewicht nicht einschätzen können. und ohne Lkws wird dein leben sehr teuer und einsam. Also mit verbannen ist das nicht getan. Deutschland bzw alle Verkehrsteilnehmer sollten mal anfangen mit licht zu fahren, auch tagsüber! Dann würden schon einige Unfälle und Todesfälle vermieden werden können.

  5. und was deine Theorie auf der B14 angeht. Wenn die Leute keinen Lkw zügig überholen können oder meinen sie schaffen es noch eben am Lkw vorbei bevor der andere Pkw von vorne kommt, dann sollten diese Leute den Führerschein abgeben.

  6. Das Thema heisst immernoch “Kampf gegen Raser” u. da kann man Lkw-Fahrer wohl kaum mit zu zählen! Es geht eher um die typischen “Klassiker”, wie PS-Protzer u. Führerschein-Neulinge, wie gesagt, um die, die also (meistens) mit PS statt Hirn unterwegs sind.. sobald soche potentiellen “Organspender” genug PS unterm Arsch haben, schalten sie die Birne aus u. dafür den “Nachbrenner” an.. und dem klassischen “Raser” ist es dann auch egal, wo er sich gerade befindet, wie er drauf ist, welches Wetter herrscht o. alles andere.. Es vergeht doch kein Tag bzw. WE, wo man am Folgenden Tag keine negativen News liest o. hört…

  7. Ich simme Sascha voll zu. Es wird in Deutschland viel zu wenig geblitzt, sowohl auf Geschwindigkeit, als auch auf Abstand. Man sollte endlich kapieren, dass die Fahrzeit nur unwesentlich von der Geschwindigkeit abhängt, der Spritverbrauch, sowie die Aufprallenergie, aber hauptsächlich. Ich habe diesbezüglich genug schlechte Beispiele erlebt. Klar macht schnell fahren Spass, aber für Spass sind die öffentlichen Straßen nicht gedacht.

  8. siehst Stefan Du hast es selbst gesagt. Es macht Spaß. Und ist doch egal ob man 2 min schneller ist oder nicht oder ob man dreimal mehr tanken muß wie andere. Das feeling, die geschwindigkeit, der rausch. Das ist es. Nur einige können damit nicht mit um. Und das wirst Du auch mit mehr Kontrollen und blitzer nicht hinbekommen.

  9. Letzten Endes wird sich Problem entweder nur schwer o. garnicht lösen lassen! Enweder müssen Staat u. Kommune soviele Kohle für unzählige Blitzer ausgeben, um alle Verkehrswege flächendeckend zu vernetzen o. den Gegenwert von Polizisten auf die Strasse schicken, um alles kontrollieren zu können! Beides ist finanziell u. zeitmäßig kaum machbar! Mit Schulungen u. Aufklärungen kommt man auch nicht viel weiter, denn JEDER “Fahrzeugführer” (oder zumindest Die, die ihren Führerschein auf legalem Weg gemacht haben), haben in der Fahrschule gelernt, sich auf der Straße zu “Benehmen” u. das 1-%-Restrisiko derer, die aus der Reihe Tanzen, BLEIBT bestehen! Es macht auch wenig Sinn, künftig nur noch Auto mit wenig PS zu bauen, weil solche kaum gekauft werden u. wenn doch, es gibt Mittel u. Wege, Fahrzeuge zu Tunen.. wie soll man das Problem also lösen?

  10. garnicht lösen Sascha. Wir schneiden weiterhin jedes Jahr unsere 2 toten aus den Autos und dann ist das gut. Wie Du schon sagst. Es ist einfach zu teuer und zu unsinnig.

  11. Richtig Markus, sehe ich genauso u. wie gesagt, die klassischen Raser u. Führerschein-Neulinge, lassen sich kaum von Kontrollen u. Blitzern aufhalten..

  12. Hauptsache es kommt KEINE generelle Geschwindigkeitsbegrenzung. Denn auf der A3 von Oberhausen richtung Frankfurt mit 120 km/h Mittwochmorgens um 03:00 Uhr nur aus Angst vor Blitzern macht echt keinen Sinn!!!

  13. Es ist abe scheiße dass die Fahrer meistens den Unfall überleben wärend andere, unschuldige, tötlich oder schwer verletzt werden. Ich denke mal mehr Kontrollen will zwar keiner es ist aber die einzige Möglichkeit die man hat. Wenn wir mal nen 40 Jahre alten Toten mit einem Gehalt von 2300 € brutto nehmen der normaler Weise bis ca 67 arbeiten müsste würde allein an Steuern in Wert von ca 200000 € einbringen nur an Sozialabgaben!

  14. Mehr Kontrollen, egal, ob in Form von mehr Polizisten o. Blitzern, heisst auch mehr Kosten u. wie ist seit Jahren allgemein-übliche Begründung von Staat u. Kommune: “Sorry.. kein Geld..” ….. !!!

  15. Solche Leute halten sich, wenn sie z.B. in die Schweiz fahren mehr an die Regeln, weil die Strafen scheiß hoch sind. Natürlich gibts immer welche dies trotzdem machen, aber mein Fazit: Strafen rauf á la Schweiz, Kontrollen verachtfachen. Wer übertreibt braucht keinen Führerschein. ABER IHR HABT RECHT. Es wird immer ein Rest bleiben.

  16. Daniel

    Ich bin fest davon überzeugt, dass unsere Verkehrsregeln und Geschwindigkeitsbeschränkungen ausreichend sind. Es hält sich nur fast niemand daran: Im dichten Verkehr wird ohne zu Blinken dauernd die Spur gewechselt, es wird gerast, gedrängelt und zunehmend rücksichtslos gefahren. Da helfen meiner Meinung nach nur viel (!) häufigere Kontrollen und teilweise auch härtere Strafen. Was juckt einen Raser mit 20.000 € Monatseinkommen eine Strafe von 50 €? Der lacht nur darüber.

  17. Daniel

    Und was die Konsten für mehr Kontrollen angeht: Die “erwirtschafteten” Einnahmen übersteigen in der Regel die Ausgaben für technisches Gerät und Personal um ein vielfaches!

  18. eva rempe

    Ein wirklich unter die Haut gehender Artikel. Bei dem tödlich verunglückten jungen Mann handelt es sich um meinen Sohn. Das es an der Ampel zu schnell losgefahren ist, will ich nicht abstreiten. Der Unfall ereignete sich aber nach einer Kurve….Mein Sohn war weiß Gott kein Raser. Zumal er selbst ehrenamtlicher Rettungssani war und um die Gefährlichkeit überhöhter Geschwindigkeit bestens informiert war. Zum TÜV Bericht: Es ging in diesem Bericht nicht um Mängel im eigentlichen Sinn, sondern um Eintragungen, wie z.b. ein anderer Auspuff. Hierfür hat der TÜV Prüfer meinem Sohn 3 Monate Zeit gegeben. Im eigentlichen TÜV Bericht, der in meinem Besitz ist und weder der Polizei noch irgendwelchen Medienvertretern bekannt ist, gibt es 2 Mängel – fehlende Wischwasserflüssigkeit und ein nicht auffindbares Warndreieck.

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