Waldbrandgefahr im Westen Deutschlands

Offenbach (HE) – Deutschlandweit liegen die Temperaturen noch weit unter dem langjährigen Mittel. Nachts gibt es verbreitet Frost und im Nordosten und in den Mittelgebirgen hält sich hartnäckig eine geschlossene Schneedecke. Kurz gesagt: Es herrscht immer noch Winterwetter. Dennoch ist in großen Teilen Westdeutschlands die Waldbrandgefahr erhöht (Stufe 3). In den letzen Tagen die Waldbrandgefahr mit Stufe 4 örtlich sogar groß.

Aktueller Waldbrandgefahrenindex vom 4. April 2013. Grafik: DWDUrsache dafür war die vorherrschende Hochdruckwetterlage der vergangen Tage, die in Westdeutschland verbreitet Sonnenschein brachte. Dadurch ist dort der Schnee bis in mittlere Lagen abgeschmolzen. Die bereits schon hochstehende Sonne trocknete die Böden aus. Zudem wurde mit einer nordöstlichen Strömung sehr trockene kontinentale Kaltluft herangeführt. Tagsüber sank die relative Luftfeuchtigkeit teils unter 40 Prozent, wodurch die Luft viel Wasser aufnehmen konnte und dieses somit auch schnell verdunstete. Durch den eisigen Nordostwind wurde die Verdunstung noch beschleunigt.

Die Gefahr von Waldbränden wird im Frühjahr zusätzlich durch vertrocknete und somit gut brennbare Reisig-, Laub- und Grasreste vom Vorjahr begünstigt. Außerdem ist aufgrund der geringen Temperaturen der letzten Wochen in diesem Jahr noch keine frische Bodenvegetation vorhanden, die die Waldbrandgefahr mindert.

Der Deutsche Wetterdienst berechnet mit einem Modell den sogenannten Waldbrandgefahrenindex (WBI). Der WBI unterteilt sich in fünf Gefährdungsstufen, wobei Stufe 1 für eine sehr geringe Gefahr steht und Stufe 5 die höchste Gefahr beschreibt. Einflussgrößen sind nicht nur Lufttemperatur, Feuchtigkeit und Niederschlagssummen, sondern auch die Windgeschwindigkeit. Bei starkem Wind kann sich Feuer entsprechend schnell ausbreiten, was zu einem höheren WBI führt.

Ebenfalls spielen der Vegetationszustand, der Waldbodenbewuchs und die Menge an brennbarer Biomasse eine Rolle. Den aktuellen WBI für ihre Region können sie unter http://www.dwd.de/waldbrand abrufen. (Text/Grafik: DWD)

6 Kommentare zu “Waldbrandgefahr im Westen Deutschlands”
  1. V.Clemens

    @Martin Scholtes: Also hier in unserem Bereich Mosel(bei der großen, alten Stadt) ist die Landschaft knochentrocken. Kalt, aber trocken.
    Da fängt Ruckzuk mal das Laub oder das Gebüsch mal an zu brennen.

  2. Senfdazu

    Waldbrände sind auch und gerade im Winter, bei bestimmten Wetterlagen an der Tagesordnung.
    Und das nicht nur in Waldbrandgefärdeten Gebieten !! Sollte JEDE FW darauf vorbereitet sein.

    UND: Natürlich NICHT bei geschlossener Schneedecke !!

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