Videokampagne gegen Bahnübergang-Unfälle

Frankfurt/Main (HE) – Vier junge Leute sind unterwegs im Auto, um sich ins Nachtleben zu stürzen. Die Stimmung ist heiter und aufgeheizt. Man ist mal wieder viel zu spät dran, die Party wahrscheinlich längst im Gange. Über die Musikauswahl ist man sich auch nicht einig, eine CD wird herumgereicht. Laut debattierend fährt die Clique mit unverminderter Geschwindigkeit auf einen Bahnübergang zu. Bremsen quietschen, danach quälende Stille. Ein zerstörter Pkw kommt ins Blickfeld …

Mit diesen emotionalen Bildern endet der neue, knapp eine Minute lange Präventionsspot, den Deutsche Bahn, Allgemeiner Deutscher Automobil-Club (ADAC), gesetzliche Unfallversicherung VBG und Eisenbahn-Unfallkasse (EUK) heute vorgestellt haben. Ab sofort ist das Video unter anderem auf Youtube zu sehen.

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“Jeder Unfall am Bahnübergang ist einer zu viel. Daher haben wir uns bewusst für diese klare Bildsprache entschieden, um zu zeigen, dass Unachtsamkeit, Unkenntnis oder Leichtsinn dramatische Folgen haben können”, erläutert Oliver Kraft, Vorstandsvorsitzender der DB Netz AG. “Wo sich Straße und Schiene kreuzen, gelten klare Regeln. Darüber aufzuklären, haben wir uns mit ‚sicher drüber‘ auf die Fahnen geschrieben. Und unsere Arbeit trägt Früchte: Seit Kampagnenstart konnte die Zahl der Bahnübergangsunfälle von 294 auf 202 im Jahr 2011 gesenkt werden. Daneben arbeiten wir daran, gemeinsam mit den Kreuzungspartnern die Zahl der Bahnübergänge weiter zu reduzieren.”

“Beim Überqueren von Straßenbahngleisen kommt es ebenfalls immer wieder zu Unfällen”, erläutert Hon.-Prof. Bernd Petri, Mitglied der Geschäftsführung der VBG. “Allein in den vergangenen eineinhalb Jahren ereigneten sich in Deutschland über tausend Straßenbahnunfälle, in die vor allem Fußgänger verwickelt waren. Leider unterschätzen viele die langen Bremswege der Straßenbahnen oder achten nicht auf Vorrangregelungen. Um Aufmerksamkeit und Umsicht von Passanten, aber auch von Pkw-Fahrern und Radfahrern zu erhöhen, engagiert sich die VBG seit Jahren in der Gemeinschaftskampagne. Ziel ist die Sensibilisierung aller Straßenverkehrsteilnehmer, um Zusammenstöße in Zukunft zu verhindern.”

Kampagne läuft seit über zehn Jahren

Ein ICE rammte auf einem Bahnübergang in Lippstadt einen Trecker. Von den rund 200 Fahrgästen wurden lediglich zwei leicht verletzt. (Foto: Polizei)Die Kampagne “sicher drüber” startete im Mai 2002 unter anderem mit einem Lehrfilm für Fahrschulen, einem Flyer, Plakaten sowie weiteren Informationsmaterialien rund um den Bahnübergang. Hinzu kamen Auftritte der Partner bei Kongressen, Medienterminen und Veranstaltungen. Auch der ADAC-Infotruck war im Sinne der Sicherheit am Bahnübergang unterwegs. Seit 2012 ist “sicher drüber” zudem Bestandteil der Informationskampagne “Runter vom Gas” des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung.

In den vergangenen zehn Jahren wurde fast jede vierte Kreuzung von Schiene und Straße beseitigt oder durch eine Brücke bzw. einen Tunnel ersetzt. DB AG, Bund und Straßenbaulastträger investieren jährlich rund 500 Millionen Euro in die weitere Auflassung oder technische Ausrüstung der Anlagen.

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