Ungenauer Notruf kostet wertvolle Zeit

Schwanewede (NI) – Eine 41-jährige Autofahrerin ist am Freitagmorgen auf einer Straße zwischen Neuenkirchen und Schwanewede (Kreis Osterholz) von der Fahrbahn abgekommen, gegen einen Baum geprallt und in den Seitenraum gerutscht. Obwohl zum Unfallzeitpunkt viel Verkehr herrschte und ein nachfolgender Autofahrer hinter der Verunglückten sogar kurz anhielt, ging bei der Polizei lediglich ein Notruf mit ungenauen Angaben ein.

Die in Europa einheitliche Notrufnummer 112 feiert heute ihren 20. Geburtstag. (Symbolfoto: Thomas Weege)Unklar war sowohl die Zahl der Verletzten, als auch die Frage, ob die Insassen sich mit eigener Kraft aus dem Unfallfahrzeug befreien konnten. Deswegen wurde neben Polizei und Rettungsdienst auch die freiwillige Feuerwehr in Marsch gesetzt. Ein Problem bereitete es den Helfern, die Unfallstelle zu finden, da der havarierte Pkw von der Straße aus nicht zu sehen war und auch kein Zeuge oder Ersthelfer als Einweiser für die Rettungskräfte fungierte. Dadurch verstrichen wichtige Minuten, die im Ernstfall leben retten können.

Die Polizei bittet in einer Mitteilung: “Wer einenNotruf absetzt, sollte dabei die “5 goldenen W’s” im Kopf haben: 1. “Wo ist es passiert?”, 2. “Was ist passiert?”, 3. “Wie viele Verletzte oder Erkrankte sind es?”, 4. “Welche Verletzungen oder Erkrankungen?” und 5. “Warten auf mögliche Rückfragen”. Danach sollten Zeugen oder Helfer als Einweiser für anrückende Rettungskräfte fungieren und die Unfallstelle absichern und kenntlich machen.”

10 Kommentare zu “Ungenauer Notruf kostet wertvolle Zeit”
  1. Fabian Luckey

    Ich finde dass man eigentlich die 5 w-Fragen wissen muss oder ?!

  2. Unser 12-jähriger Sohn hat gerade von allein alle 5 Ws richtig genannt…. schade, dass es Erwachsene allzu oft nicht wissen. 🙁
    Zumal es bei geklemmter Person generell moralisch verwerflich und nicht verständlich ist wie man sich von der Unglücksstelle entfernen kann wenn man der Einzige neben der verunfallten Person ist.

  3. Als ob es hier um das fünfte W ginge… Unfassbar ist doch eher, dass scheinbar niemand angehalten hat, ausgestiegen ist, die Unfallstelle absicherte und auf den Rettungsdienst gewartet, sprich Erste Hilfe geleistet, hat… (Zitat “Obwohl zum Unfallzeitpunkt viel Verkehr herrschte und ein nachfolgender Autofahrer hinter der Verunglückten sogar kurz anhielt”)

    Da kann man nur wütend werden…

  4. Kaum zu fassen: Selbst Schulkinder wissen, wie man einen richtigen, vollständigen Notruf absetzt und sich anschließend an einer Unfallstelle verhält.
    Aber erwachsene Autofahrer, die für sich in Anspruch nehmen, lange unfallfrei zu fahren, kriegen das nicht hin und sehen auch keine Veranlassung, sich entsprechend schulen zu lassen.

    Und: Bei der Bildung von Rettungsgassen für Notfallfahrzeuge kann sich auch keiner dieser semiprofessionellen Autofahrer richtig einsortieren.

    …und auch offizielle Stellen, die hier Einfluss ausüben könnten, nehmen sich diesen wichtigen Aufgaben nicht an! Sehr ernüchternd und enttäuschend!

  5. gerhard,dejori

    es ist immer wieder das gleiche viele leute haben einfach angst bei einem Unfall einzugreifen dabei genügt es schon wenn man einen perfeckten Notruf abgibt und an der Unfallstelle auf die ankommenden Rettungsdienste wartet

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