Umweltkatastrophe: Fischsterben durch kontaminiertes Löschwasser

Kirchberg (BW) – Bei dem Großbrand eines Mühlenbetriebs in Kirchberg (Kreis Schwäbisch Hall) in der Nacht zum Sonntag ist kontaminiertes Löschwasser in die Jagst, einem Nebenfluss des Neckars, gelaufen. Das Löschwasser war mit Ammoniumnitrat kontaminiert. Dies führte in der Folge zu einem großen Fischsterben im betroffenen Fluss. Feuerwehr und THW verschiedener Landkreise waren bemüht, die Konzentration des Stoffes im Fluss zu reduzieren.

Bei den Löscharbeiten des Feuers gelangte verunreinigtes Löschwasser in die Jagst. Foto: 7aktuell.de/Adomat
www.7aktuell.de/Simon Adomat
Bei den Löscharbeiten des Feuers gelangte verunreinigtes Löschwasser in die Jagst. Foto: 7aktuell.de/Adomat

Bei der Brandbekämpfung mischte sich das Löschwasser mit dem Ammoniumnitrat, welches Bestandteil von Düngemittel ist, die in der Mühle gelagert wurden. Wie vorgeschrieben, ist bei der Lobenhausener Mühle ein Löschwasserrückhaltebecken vorhanden, in dem das Löschwasser aufgefangen wurde. Während der Brandlöschung hat die Feuerwehr durch Abpumpen des Rückhaltebeckens einen Überlauf verhindert. Gleichzeitig wurde zur Sicherheit der Überlaufkanal des Löschwasserrückhaltebeckens durch die Feuerwehr verschlossen.

Am Sonntag bei Sonnenaufgang hat der Gewässerwart, der Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Kirchberg/Jagst ist, unterhalb der Brandstelle ein Fischsterben beobachtet. Tödlich ist für Fische eine Konzentration von Ammoniumnitrat über 0,5 mg/l Wasser. Noch am Montag konnten Werte von 23 mg/l in der Schadstoffblase gemessen werden. Später konnte festgestellt werden, dass verunreinigtes Löschwasser durch den Damm in den Mühlkanal gesickert ist. Der Löschwasserrückhaltebehälter wurde deshalb unverzüglich noch am Sonntagvormittag geleert, um weitere Einsickerungen zu verhindern.

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Der Krisenstab des Landratsamtes Schwäbisch Hall hat mit verschiedenen Maßnahmen versucht die Konzentration des Schadstoffes zu reduzieren. Unter anderem versuchten Feuerwehr und THW durch Absaugen und Abspritzen von Jagst-Wasser in das Bachbett, verstärkt Sauerstoff in die Jagst zu transportieren.

In Langenburg-Bächlingen wurde eine Einsatzleitung unter Anwesenheit von Landrat Gerhard Bauer, Kreisbrandmeister Jürgen Mors und Mitgliedern der Feuerwehr und des THW eingesetzt, die die Arbeit vor Ort koordinieren. Insgesamt waren 11 Feuerwehren mit 36 Fahrzeugen und 250 Helfern sowie das THW mit 3 Helfern im Einsatz.

Maßnahmen, um die Konzentration des Schadstoffes im Wasser zu reduzieren. Foto: Kreis Schwäbisch Hall
Maßnahmen, um die Konzentration des Schadstoffes im Wasser zu reduzieren. Foto: Kreis Schwäbisch Hall

Der Hohenlohekreis teilte am Mittwoch mit, dass das verunreinigte Wasser auch im Kreis erwartet werde. Die Freiwillige Feuerwehren des Kreises und das THW standen seit Dienstagabend zur Belüftung des Wassers mit Hilfe von Wasserpumpen zur Verfügung. Mit 8 Pumpen wurden 400 Liter pro Sekunde umgewälzt. Weitere Standorte für Pumpen entlang der Jagst sind vorbereitet worden.

Ob das kontaminierte Wasser auch den Neckar erreicht, stand am Mittwoch noch nicht fest. Die Fließgeschwindigkeit der Jagst beträgt derzeit 400 m/h. Das kontaminierte Wasser würde deshalb zirka 9 Tage Fließzeit benötigen, um im Neckar anzukommen.

Ein Kommentar zu “Umweltkatastrophe: Fischsterben durch kontaminiertes Löschwasser”
  1. Thomas Feldkirchner

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    in meiner unmittelbaren Nachbarschaft befindet sich auch eine Mühle. In einer angrenzenden Garagen befindet sich ein Altöllager aus zum Teil vollen und leeren Kanistern mit Altöl oder Rapsölrestbeständen. Darin lagern ca 100 Kanister aller Art und Größen. Man will es ja niemals hoffen, dass es dort zu einem Brand kommt, aber falls ja, dann ist der gesamte Fischbestand zwischen Kapfenhardt, Unterreichenbach und der Nagold bis Pforzheim in Gefahr.

    Leider interessiert sich für diesen Missstand kein Mensch.
    Ich selbst möchte auch nicht überall Ärger haben, aber wer kann mir weiterhelfen, da bei einem Brand alle behaupten, von nichts gewusst zu haben. Ich selbst habe ein Foto von dieser Garage gemacht; wer kann mir in dieser Angelegenheit weiter helfen, ohne meine Personalien preis zu geben.
    Um Antwort wird gebeten.

    Mfg Th. Feldkirchner

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