Tödlicher Unfall wird Thema bei VOX

Guterhandviertel (NI) – Das VOX-Magazin “auto mobil” berichtet am Sonntag (22.11., 17.00 Uhr) in seiner Präventionsreihe “Die Unfallakte” über die Hintergründe eines tragischen Verkehrsunfalls am 14. Juni in Guderhandviertel bei Stade. Dort ertranken zwei polnische Erntehelfer in der Lühe, nachdem ihr Mercedes aufgrund überhöhter Geschwindigkeit in den Fluß gerast war. Ein 20-jähriger Pkw-Insasse konnte aufgrund des beherzten Verhaltens von freiwilligen Helfern gerettet werden.

“Wir hörten ein quietschendes Geräusch, sahen ein Auto mit hohem Tempo durch die Luft fliegen”, erinnert sich Anwohner Paul Thielen in dem Filmbericht bei VOX. “Dann klatschte der Pkw ins Wasser und begann sofort zu versinken”. Weil die Familie gerade grillte, sprangen sein Sohn Kai und Artur Kadler, ein zufällig anwesender Beamter der Hamburger Wasserschutzpolizei, sofort ins Wasser und konnten einen der Insassen retten. Kai Thielen: “Im Wasser konnte man die Hand nicht vor Augen sehen. Dann habe ich versucht, die hintere Tür des Autos zu öffnen. Ich wusste genau, da muss noch einer drin sitzen. Doch die Tür hat geklemmt, ich habe sie einfach nicht auf bekommen”.

Dreharbeiten für die "Unfallakte" bei VOX. Foto: Polizei Stade
Dreharbeiten für die "Unfallakte" bei VOX. Foto: Polizei Stade

Über 150 Helfer von Feuerwehren und DLRG waren inzwischen ins Alte Land geeilt, um zu helfen. Ein Rettungshubschrauber suchte das Ufer ab. DLRG-Einsatzleiter Wolfgang Leskau: “Unsere Taucher sind zu dem Pkw heruntergetaucht und haben  die Scheibe des Autos eingeschlagen. Durch die Heckscheibe haben wir dann den leblosen Körper des Insassen aus dem Fahrzeug gezogen”. Unmittelbar danach finden die Hilfskräfte ein weiteres Opfer des Verkehrsunfalls, das in der Lühe ertrunken ist. Ausgerechnet am Unglückstag führt der Fluß Hochwasser. “Wir waren mit einem Großaufgebot von Hilfskräften im Einsatz. Doch bei solchen Unfällen entscheidet leider oft der Faktor Zeit über Leben und Tod”, resümiert Polizeioberkommissar Rainer Bohmbach von der Polizei in Stade.

Die Einsatzstelle Guderhandviertel. Foto: Polizei StadeIntensiv hat sich für die VOX-Dreharbeiten Dipl.-Ing. Martin Hitzemann von der Dekra in Hamburg mit den Details des Unfalls auseinandergesetzt. Und der Unfallanalytiker beantwortet auch die Frage, weshalb es den Ersthelfern nicht möglich war, die Türen des verunglückten Mercedes zu öffnen und den Insassen zu retten. “Der Aufprall des Autos ins Wasser wirkt genau so wie ein Aufprall auf Beton. Das erklärt auch, weshalb die Frontscheibe herausgesprungen ist. Gleichzeitig wurde der Frontbau des Fahrzeuges stark verzogen. Eine weitere Folge dieser Stauchung war, dass sich die Türen nicht mehr öffnen ließen”, erläutert Hitzemann. Während die Blutprobe des Überlebenden einen Alkoholwert von 1,5 Promille ergibt, geht die Polizei davon aus, dass auch der ertrunkene Fahrer und der Insasse aus dem Fond des Autos unter erheblicher Alkoholeinwirkung standen.

“Die polizeilichen Vernehmungen und die Anhörung von Zeugen lassen eindeutig diesen Rückschluss zu. Weil die Männer im Laufe des Nachmittags mehrere Flaschen stark alkoholhaltige Spirituosen gekauft und getrunken haben, spricht vieles dafür, dass der Fahrer absolut fahruntüchtig war”, so Polizeioberkommissar Rainer Bohmbach. Genau dieser Umstand dürfte übrigens auch die Erklärung dafür sein, weshalb der Fahrer des Mercedes mit einer geschätzten Geschwindigkeit von weit über 100 km/h in den kleinen Ort gerast war und danach aus der leichten Kurve getragen wurde. “Abgesehen davon gibt es Zeugen, die zuvor beobachtet haben, wie das Auto mit erheblichen Schlangenlinien durch das Alte Land gerast ist”.

Bergung des verunfallten Pkw. Foto: Polizei StadeÜbermäßiger Alkoholgenuss könnte auch ein plausibler Grund dafür sein, weshalb es dem 56-jährigen Mann im Fond nicht gelungen ist, sich aus eigenen Kräften aus dem verunglückten Auto zu befreien. Polizeioberkommissar Bohmbach beschreibt es in der “Unfallakte: Guderhandviertel” den Zuschauern so: “Eine verhängnisvolle Situation. Zuerst lassen sich die Türen nicht öffnen, dann dürfte der Mann auch noch unter Schock gestanden haben. Und der Alkohol könnte dazu geführt haben, dass er einfach nicht mehr wusste, wie er sich jetzt verhalten soll. Denn theoretisch hätte er sich ja durch die herausgesprungene Frontscheibe noch ins Freie retten können”.

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