Tipps zur richtigen Pflege von Feuerwehrbekleidung

Feuerwehrbekleidung ist vielfältigen Beanspruchungen ausgesetzt. Dennoch soll sie möglichst lange funktionstüchtig bleiben. Um dies zu gewährleisten, ist eine regelmäßige und sorgfältige Pflege erforderlich. Aber wie reinigen Sie Ihre persönliche Schutzausrüstung (PSA) am besten? Was sollten Sie bei der Imprägnierung beachten? Und wie gehen Sie mit der Reparatur von kleinen Beschädigungen um? Im dritten und letzten Modul unseres Ratgebers liefern Dirk Stephan von Gore und Michael Kawall von der Feuerwehr Hamburg wichtige Hinweise und praktische Tipps für die richtige Pflege von Schutzkleidung.

Feuerwehrbekleidung sollte nach jedem Einsatz gründlich auf Verunreinigungen, Schäden und Funktionstüchtigkeit untersucht werden. Nicht nur Brandschäden, sondern auch Öl-, Fett- oder Staubablagerungen können die Schutzwirkung beeinträchtigen. Für die regelmäßige Wäsche gilt es folgenden Grundsatz zu beachten: Behandeln Sie Feuerwehrbekleidung ausschließlich gemäß der Pflegeanleitung des Herstellers. Diese finden Sie in jeder Schutzjacke und -hose in Form eines eingenähten Etiketts. Pflegesymbole geben etwa die optimale Waschtemperatur und die Art der Trocknung an. Hinweise zur Bügeltemperatur finden Sie dort ebenfalls.

Einsatzkleidung ist vielfältigen Belastungen ausgesetzt und erfordert eine spezielle Pflege.
Einsatzkleidung ist vielfältigen Belastungen ausgesetzt und erfordert eine spezielle Pflege.

Feuerwehrbekleidung immer separat waschen

Darüber hinaus gibt es weitere Empfehlungen für die sachgemäße Pflege: Waschen Sie Ihre persönliche Schutzausrüstung immer separat und nicht gemeinsam mit anderer Wäsche. Es besteht sonst die Gefahr, dass sich Fremdstoffe von der Feuerwehrbekleidung auf der Privatkleidung ablagern. Die Trommel der Waschmaschine sollten Sie maximal zu zwei Dritteln füllen. Verwenden Sie handelsübliches Waschmittel. Stark verschmutzte Stellen behandeln Sie bei Bedarf vor. Allerdings sollten Sie Schutzkleidung zur Reinigung nicht abschrubben, dies kann zu Beschädigungen führen. Benutzen Sie weder Aufheller noch Weichspüler. Schließen Sie vor dem Waschen alle Klettverschlüsse, sonst können durch mechanischen Abrieb Beschädigungen des Oberstoffs entstehen. Aus demselben Grund sollten Sie auch alle ablösbaren Metallteile – insbesondere Karabinerhaken – ab- beziehungsweise verdecken. In der Waschmaschine muss die Feuerwehrbekleidung gründlich gespült werden, um Waschmittelrückstände herauszuwaschen.

Imprägnierschutz für Feuerwehrbekleidung

Damit sich der Oberstoff der Feuerwehrbekleidung nicht mit Feuchtigkeit vollsaugt, schützt ihn eine Imprägnierung. Diese kann durch die Zugabe von flüssigem Fluor-Carbon-Harzmittel zur Wäsche erneuert werden. Aktiviert wird sie aber erst im Nachhinein durch eine Wärmebehandlung, zum Beispiel in einem Wäschetrockner. Überprüfen Sie regelmäßig, ob die Imprägnierung Ihrer persönlichen Schutzausrüstung noch ausreicht. Dazu können Sie den Oberstoff einfach unter laufendes Wasser halten. Wird die Feuchtigkeit aufgesaugt, empfiehlt sich eine Nachimprägnierung.

Fachgerechte Reparatur von Feuerwehrbekleidung

Ist Feuerwehrbekleidung beschädigt, sollten Sie sich grundsätzlich an den Hersteller oder an einen autorisierten Fachbetrieb wenden. Für die Reparatur sind bestimmte Kenntnisse und Materialien erforderlich, um die Schutzfunktionen der Bekleidung nicht zu beeinträchtigen. Im Falle von Gore Bekleidung gibt es für Notfälle ein Reparaturset, mit dem sich kleinere Beschädigungen an der Membran auch selbst beheben lassen.

Laden Sie sich hier das PDF mit Text und Grafiken aus dem Video herunter.

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3 Kommentare zu “Tipps zur richtigen Pflege von Feuerwehrbekleidung”
  1. Sehr geehrte Damen und Herrn, ich finde es gut das Thema aufzunehmen, da hier erheblicher Aufklärungsbedarf besteht! Leider und für mich unverständlich ist, wie Sie in Ihrem Bericht dann das Waschen so hinstellen, als ob das jeder bei sich zuhause machen kann, soll! Wie man so ein Fehlverhalten in Ihrem Bericht erwähnen, erwecken kann ist mir unverständlich! So wie die Schutzkleidung bei Beschädigungen nur von einem “Autorisierten Fachbetrieb” Repariert werden soll, so muss dies auch für die Reinigung (Wäsche) gelten! Alleine der Hinweis auf die Pflegeanleitung des Herstellers ist mir nicht ausreichend! Dieser Teil des Berichtes hat mich sehr enttäuscht!
    MfG
    Ralf

  2. Sehr geehrte Damen und Herren,zu ihrem Artikel möchte ich eins anmerken. Sie schreiben ganz bewußt bei der Imprägnierung, dass es sich um ein Fluor-Carbon-Mittel handeln.
    Ich finde dies höchst umstritten und auch nicht mehr zeitgemäß.
    Gerade auch der öffentliche Bereich sollte mit einem guten Beispiel voran gehen.
    Da ich auch einen Betrieb leite, wo die Mitarbeiter-Textilien regelmäßig imprägniert werden müssen, habe ich diese nun auf Impregno Imprägnierungen umgestellt. Diese sind alle umweltfreundlich, da sie keine Fluorverbindungen bzw. PFC-Verbindungen enthalten.
    Die Ergebnisse haben mich und meine Mitarbeiter begeistert.
    Ich würde mich freuen, wenn mehr meinem Beispiel folgen. Denn dadurch würden viel weniger giftige Fluorverbindungen in unsere Umwelt gelangen.
    Mit freundlichen Grüßen.
    Michael Warghausen

  3. Hallo Michael,
    ich sträube mich zwar gegen Markenwerbung in Blogs und Dein Eintrag ist ja auch schon älter, aber er steht immer noch unkommentiert hier, da kann ich nicht stillhalten:
    Als ebenfalls professioneller Wäschereibetrieb (bundesweit und in Österreich) spezialisiert für Feuerwehrbekleidung möchte ich vor einer Imprägnierung von Feuerwehrbekleidung mit PFC-freier Imprägnierung warnen. Diese ist nicht hitzebeständig, der Effekt schon beim ersten Einsatz dürfte gegen Null gehen. Auch wird damit definitiv der Träger gefährdet, da er sich einen Schutz wünscht, den er mit dieser Imprägnierung nicht bekommt. Fachleute wissen, dass es leider noch keine wirkliche Alternative für Fluorcarbon im harten Einsatz gibt, ansonsten würde es hierzu keine Forschungsprojekte geben, wir Fachleute warten auf ein solches Mittel. Im sanften Outdoor Bereich ist das natürlich ganz anders, dort setzen auch wir (industrielle) PFC-Freie Mittel ein und haben ein sehr gutes Imprägnierergebnis auf Grund unsers Spezialverfahrens. Die Träger kommen allerdings auch kaum mit Feuer in Verbindung 😉

    @Ralf: danke für Deinen Kommentare dem ich nur zustimmen kann. Feuerwehrwäsche heutzutage noch zu Hause zu waschen ist definitiv “out”, nicht nur, dass man eine professionelle Pflege nicht hinbekommt. Schadstoffe auf der Kleidung verbleiben bei Haushaltsmaschinen vermutlich noch in der Maschine da sie nicht vollständig abpumpen und sollten dann zumindest mehrfach (!) leer nachgespült werden. Wer will schon Dioxine und Furane in der Unterwäsche haben???

    Besten Gruß Jochen Kuhl

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