So zieht Schneetief “Daisy” über Deutschland

Hamburg – Sturmtief “Daisy” liegt über Norditalien und ändert seine Lage und Intensität bis Sonntag kaum. Dabei schiebt sich von Südosten her ein umfangreiches Schneefallgebiet über Deutschland. Durch die Kombination von bereits vorhandenen teilweise hohen Schneedecken, Frost und starkem Wind, sind in einigen Regionen Deutschlands Blizzard-ähnliche Wetterverhältnisse zu erwarten.

Zeitlicher und räumlicher Ablauf Wetterereignisse:

Freitagnachmittag:

Schneefallzone über Süd- und Südostdeutschland, nördliche Begrenzung zum Abend Mosel-Main-Thüringen-Sachsen. Intensität schwach bis mäßig, Mengen meist 5 bis 10 cm. Böig auffrischender Nordostwind, leichte Verwehungen möglich. Im Ostseeumfeld leichter Lake-Effect, Mengen unter 4 cm.

Nacht zum Samstag:

Schneefallzone weiter nach Nordwesten ausgreifend, nördliche Begrenzung Samstagfrüh Ruhrgebiet-Hannover-Berlin. Intensität mäßig, Neuschneemengen 5 bis 15 cm, im Nordoststau der Mittelgebirge auch etwas darüber. Nordwestlich davon kaum Schneefall. Südlich der Donau schwacher Wind, sonst frischer, in Böen starker, im Bergland und an den Küsten in Böen stürmischer Nordostwind. Schneeverwehungen verbreitet möglich.

Samstag:

Verbreitet leichter bis mäßiger Schneefall. Ausnahme: Bereiche unmittelbar an der Nordsee sowie im Norden Schleswig-Holsteins. Neuschneemengen sonst zwischen 4 bis 10 cm, im Nordoststau der Mittelgebirge lokal bis 15 cm. In Süddeutschland schwacher bis mäßiger Nordostwind. Sonst frischer, in Böen starker bis stürmischer Nordostwind. An der Ostsee auch Böen der Stärke 9 bis 10 möglich. Vor allem in Regionen mit einer bereits vorhandenen Schneedecke ist mit Verwehungen zu rechnen. Betroffen sind vor allem die Nebenstrecken Niedersachsen, Brandenburg und Hessen, sowie die Mittelgebirgslagen.

Sonntag:

Besonders in der Mitte und im Norden noch meist leichte Schneefälle, Mengen meist 2 bis 8 cm. In der Nordhälfte noch frischer bis starker, an der Ostsee in Böen stürmischer Nordostwind, weiter südlich weniger Wind. Im Norden nahe den Küsten teils etwas über 0 Grad und leichtes Antauen des Schnees, daher nicht so viele Verwehungen. Sonst weiterhin einige Behinderungen durch Wind und Schnee möglich.

Was ist ein Blizzard? Der amerikanische Wetterdienst definiert dieses Wetterphänomen mit tiefen Temperaturen unter -5 Grad Celsius, Windgeschwindigkeiten ab ca. 56 km/h (entsprechend Windstärke 7 Bft) und große Mengen an Schnee, die die Sichtweite auf 400 Meter oder weniger herabsetzen. Zudem dauert ein Blizzard mindestens 3 Stunden an.

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