SMS-Warnungen bislang kaum gefragt

Emden (NI) – Das vom Fraunhofer Institut gemeinsam mit der Versicherung entwickelte SMS-Warnsystem “Katwarn” ist seit September vergangenen Jahres in den Kreisen Aurich, Leer, Wittmund und in der Stadt Emden nutzbar. Auch die Stadt Frankfurt am Main macht seit März diesen Jahres bei diesem Pilotprojekt mit, dass von den Kommunen getragen wird. Gewarnt wird über dieses System vor Sturmfluten, Großbränden oder schweren Unwettern. Enttäuscht zeigte sich der Emder Stadtbrandmeister Bernd Lenz von der Tatsache, dass nur etwa 2 Prozent der Emder Bevölkerung Gebrauch vom Warnsystem machen.

Nach Auskunft sind derzeit rund 5000 Nutzer in Ostfriesland registriert, so Holger Keck von der Ostfriesischen Landschaftlichen Brandkasse. “Das kostenlose Angebot hat sich wohl noch nicht überall herum gesprochen”, vermutet Keck. Zum Einsatz sei das Warnsystem noch nicht gekommen, jedoch führte die Stadt Emden erst kürzlich eine Katastrophenschutzübung zur Sensibilisierung der Bevölkerung durch. Auch sollte die Funktion des Katwarn-Systems getestet werden. Wie sich herausstellte kamen die Warnmeldungen, die im Notfall über dieses System verschickt werden, nicht bei den Nutzern an. Grund dafür sei der, nach Wartungsarbeiten, nicht ordnungsgemäße Programm-Start für Emden gewesen, teilt der für die Abteilung Frühwarnsysteme stellvertretende Leiter des Fraunhofer Institut, Michael Klafft mit. Dem NDR gegenüber hatte er gesagt: “Den Fehler haben wir leider erst bemerkt, als der Handy-Alarm bei der Großübung nicht funktioniert hat.” Die Prozesse seien aber mittlerweile geändert worden und zusätzliche Kontrollmechanismen eingebaut worden, so Klafft. Auch der Emder Feuerwehr-Chef Bernd Lenz geht davon aus, dass dieses System beim nächsten Mal wie erwünscht funktioniert.

Großer Test soll im Sommer kommen

Spätestens im Frühsommer werden in Emden wie auch in den angrenzenden Landkreisen Leer, Aurich und Wittmund, die Sirenen zu einer Katastrophenschutzübung heulen. Dann wird man feststellen ob auch die Warnmeldungen des Katwarn-Systems die Nutzer erreichen. “Es wird das erste Mal sein, dass gleichzeitig mit den benachbarten Landkreisen eine Katastrophenübung stattfindet”, bestätigte Lenz. Aus Sicht der Feuerwehren sei es wichtig, sich mit den Sirenensignalen vertraut zu machen um diese richtig deuten zu können. Ebenso wichtig sei Gegenseitige Unterstützung wie auch Nachbarschaftshilfe.

Die Anmeldung kostet einmalig den Preis für eine Standart-SMS. Die Nutzung des Systems nach der Anmeldung ist kostenlos. Anmelden kann sich jeder. Die Katastrophenwarnungen können per SMS oder E-Mail empfangen werden. Dazu muss eine SMS an die Service-Nummer 0172/3554405 mit dem Stichwort „KATWARN“ und der Angabe des Postleitzahlengebiets geschickt werden. Sollen die Warnungen per eMail versendet werden, muss die eMail Adresse in der SMS mit gesendet werden.

Weitere Artikel zum Thema:

6 Kommentare zu “SMS-Warnungen bislang kaum gefragt”
  1. Aus der Sicht von Feuerwehren und anderen Oraganisation ist das System wohl sinnvoll und zur Warnung der Bevölkerung wünschenswert.

    Aus der Sicht des Normalbürgers kann ich das Desinteresse aber nachvollziehen:

    Vor Unwettern wird heute in der Regel frühzeitig in den Medien gewarnt, so auch vor Sturmfluten und von Großbränden ist Otto Normalverbraucher selten betroffen…

    Ob das System mehr Nutzer findet, wenn es im Alltag ankommt und man Meldungen über ein Verkehrschaos erhält, bleibt abzuwarten!

  2. Ich halte ein solches System für dringend erforderlich!
    Jeder der sich mit dem Kat-Schutz befasst, der weiß dass es in Deutschland kein flächendeckendes Bevölkerungswarnsystem mehr gibt. Verschiedene Landkreise haben “Gott sei dank” die Sirenen nicht abgebaut und für ein paar € werden diese instandgehalten. Ein modernes “zusätzliches” Warnsystem per Mail oder SMS sollte auf jeden Fall genutzt, getestet und weiter verbessert werden.
    Die Statistiken zeigen deutlich dass Großschadenslagen zunehmen werden in den nächsten Jahren.

  3. @ Daniel: Wollte auch nicht zum Ausdruck bringen, dass ich es nicht dringend für erforderlich halte, ein System zu schaffen, mit dem die Bevölkerung informiert und bei Bedraf gewarnt werden kann!

    Die Frage ist doch: Wie erreicht man ALLE, auch die, die daran kein “Interesse” haben, bei Bedarf?

  4. Frigo

    Auch hier in Brandenburg ist ein flächendeckendes KatS-Warnsystem nicht mehr vorhanden. Auch wenn in vielen kleinen Orten die Sirenen noch stehen, weiß niemand wie das Signal im KatS-Fall lautet. Wir brauchen in Deutschland ein einheitliches Warnsystem, welches überall gleich ist damit auch Inlandstouristen gewarnt werden können ebenso wie die ortsansässigen Personen.

  5. Ganz egal ob mit Sprachanruf aufs Handy oder per SMS-Alarmierung, bedrohte Personen müssen schnell bei Gefahr informiert werden!

  6. Bachsau

    Ich verstehe nicht, was das ganze soll. Wenn man der Bevölkerung wirklich Informationen zukommen lassen will, sollte man SMS an alle Handys schicken, die sich in einer bestimmten Funkzelle befinden, ohne dass man sich erst registrieren muss.

Hinterlasse einen Kommentar

Das könnte dich auch interessieren: