Schüler zu Brandschutzhelfern ausgebildet

Marburg-Biedenkopf (HE) – Im Rahmen eines Nachmittagsangebots hat die Stadtschule Biedenkopf in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Marburg-Biedenkopf ein Projekt zur Ausbildung von Schülern zu Brandschutzhelfern ins Leben gerufen. In der vergangenen Woche erhielten die ersten vier Brandschutzhelfer ihre Zertifikate überreicht.

Die Idee zu diesem Projekt hatte Wilhelm Donges, Lehrer an der Stadtschule, der im Rahmen seiner Ausbildung ein Projekt an seiner Ausbildungsschule organisieren muss. Seine Erkenntnis: “Viele Elemente der Ausbildung zum Brandschutzhelfer sind durch den normalen Unterricht nur in Ansätzen oder gar nicht leistbar. Gleichwohl hatten die Schülerinnen und Schüler Interesse an diesem Thema.” Mangelnde Fähigkeiten oder fehlende Kenntnisse im Umgang mit Löschgeräten oder beim Verhalten im Brandfall hätten den Eindruck der Notwenigkeit einer solchen Ausbildung unterstützt. “Als pädagogisches Element steht dabei im Vordergrund, den Schülerinnen und Schülern Verantwortung zu übertragen. Außerdem spielte der Gedanke des Mit-Entwickelns einer Schulgemeinschaft eine Rolle”, erläuterte der Lehrer.

Praktische Ausbildung mit Pulverlöscher: Ein Schüler erhält eine Einweisung. Foto: Landkreis Marburg-Biedenkopf
Praktische Ausbildung mit Pulverlöscher: Ein Schüler erhält eine Einweisung. Foto: Landkreis Marburg-Biedenkopf

Bei den für den Brandschutz Verantwortlichen auf Seiten des Landkreises Marburg-Biedenkopf stieß diese Projektidee auf großes Interesse. “Je mehr Menschen wir für das Thema Brandschutz interessieren können, um so besser”, erklärte Kreisbrandinspektor Lars Schäfer. Je mehr Menschen darüber Bescheid wüssten, um so eher ließen sich Brände verhindern oder zumindest Schäden verringern. “Und das richtige Verhalten im Brandfall kann unter Umständen sogar lebensrettend sein”, so Schäfer weiter. In enger Abstimmung zwischen Wilhelm Donges und der für Brandschutzaufklärung und Brandschutzerziehung zuständigen Kreisbrandmeisterin Conny Fackert wurde die Ausbildung, die in dieser Form auch ein Pilotprojekt innerhalb des Landkreises darstellte, entwickelt. Unterstützt wurde das Projekt durch die Hessische Jugendfeuerwehr mit einer Mitarbeiterin, die dort ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) absolviert.

“Ausgehend von den Voraussetzungen ergaben sich der richtige Umgang und das richtige Verhalten bei Feuer, vorbeugende Maßnahmen, Besichtigung und Einordnung der baulichen Voraussetzungen an der Stadtschule im Hinblick auf Flucht und Rettungswege sowie der richtige Umgang mit Feuerlöschern und Löschgeräten als wichtige Elemente der Ausbildung”, erläuterte Conny Fackert.

Zur praktischen Ausbildung gehörte auch der richtige Umgang mit Feuerlöschern, den der stellvertretende Kreisbrandinspektor Jörg Fackert erklärte und zeigte. Foto: Landkreis Marburg-Biedenkopf
Zur praktischen Ausbildung gehörte auch der richtige Umgang mit Feuerlöschern, den der stellvertretende Kreisbrandinspektor Jörg Fackert erklärt und zeigt. Foto: Landkreis Marburg-Biedenkopf

“Brände in Schulen sind zwar ausgesprochen selten, kommen aber vor, wie das Beispiel aus dem Schwalm-Eder-Kreis vor knapp drei Wochen eindrucksvoll gezeigt hat”, sagte Conny Fackert. Während des laufenden Schulbetriebs könne ein Feuer schnell zur Gefahr werden. Gute Vorbereitung könne in einem solchen Fall aber Angst oder Panik beherrschbar machen. “Das Wichtigste ist immer, dass keine Menschen zu Schaden kommen und sich alle rechtzeitig in Sicherheit bringen”, erklärte Fackert. Schnelles und konsequentes Handeln ist auch schon bei kleineren Bränden entscheidend. Damit es bei einem Feueralarm nicht zu Verzögerungen komme, sei es wichtig, dass möglichst viele – Schüler, Lehrer, Hausmeister oder Verwaltungskräfte – geschult sind.

Oberstes Ziel der Ausbildung, die im Herbst 2010 begann, war es, bei den Schülern ein Bewusstsein für die Gefahren, die bei einem Brand drohen, zu wecken, damit sie diese Gefahren erkennen und einschätzen können. Im zweiten Schritt stand dann das richtige Verhalten, einschließlich der Vorbildfunktion für Mitschüler, im Vordergrund. Im Rahmen der praktischen Ausbildung wurde den Projektteilnehmern dann auch vom stellvertretenden Kreisbrandinspektor Jörg Fackert der richtige Umgang mit Feuerlöschern gezeigt. “Gerade um Entstehungsbrände wirkungsvoll bekämpfen zu können, ist es wichtig, dass man Feuerlöscher auch richtig einsetzt. Das lernt man aber nur in der praktischen Ausbildung”, so Conny Fackert.

Der Kreisbrandinspektor betonte, dass die Arbeit der Brandschutzhelfer die Feuerwehr nicht ersetzen könne. “Den Brandschutzhelfern kommt aber insbesondere in der Anfangsphase eine Schlüsselrolle zu. Sie können dazu beitragen, dass sich ein kleines Feuer nicht zu einem Großbrand entwickelt und sie können dabei helfen, Personenschäden zu vermeiden.”

Wilhelm Donges stellte nach Abschluss des Projekts fest, dass die Ausbildung zu Brandschutzhelfern eine feste Größe an der Schule werden könnte. (Fotos: Landkreis Marburg-Biedenkopf)

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