Schlingmann bestätigt Hausdurchsuchung

Dissen (NI) – Der Aufbauhersteller Schlingmann hat bestätigt, dass in der vergangenen Woche der Betrieb von Ermittlungsbehörden durchsucht worden ist. “Diese konzertierte und bundesweite Aktion, in der nicht nur mehrere Herstellerfirmen, sondern auch kommunale Beschaffungsunternehmen durchsucht worden sind, kam unangemeldet aber nicht gänzlich überraschend”, teilte die Firma in einer Erklärung mit. Drei Staatsanwaltschaften hatten am Mittwoch zeitgleich 14 Objekte in acht Bundesländern durchsucht.

Fertigung von Feuerwehrfahrzeugen bei der Firma Schlingmann. Der Betrieb wurde in der vergangenen Woche durchsucht.  Foto: Hegemann Die Ermittler hatten mitgeteilt, das wegen des Verdachts der Bestechung und Bestechlichkeit sowie wettbewerbsbeschränkender Absprachen bei Ausschreibungen ermittelt würde. Diese Ermittlungen sind ein Folgeschritt des Kartellverfahrens. Bei Bekanntgabe der Geldbußen gegen die Aufbauhersteller Rosenbauer, Ziegler und Schlingmann sowie später auch gegen Iveco Magirus war bereits bekannt geworden, dass das Bundeskartellamt die jeweiligen Staatsanwaltschaften für weitere Ermittlungen einschalten würde.

Schlingmann: “Vorwürfe entbehren jeglicher Grundlage”

Im Rahmen der Ermittlungen des Kartellamtes hätten sich Anhaltspunkte ergeben, dass die Kartellfirmen über vertrauliche Informationen zu den Vergabeverfahren verfügten, zu denen sie eigentlich keinen Zugang hätten erlangen dürfen, teilten die Ermittlungsbehörden mit. Die Beamten hegen deshalb den Verdacht, dass für die Weitergabe dieser Informationen Zuwendungen geflossen sind. Bei Schlingmann sieht man das jedoch anders: “Die erhobenen Vorwürfe entbehren aus Sicht des Unternehmens jeglicher Grundlage”, teilte das Unternehmen mit. Gleichwohl habe man die Untersuchungen der Beamten “kooperativ begleitet” und “bereitwillig alle geforderten Akten und Daten überlassen.”

Positives Ergebnis in 2011 erwartet

Nach der Anmeldung der Insolvenz des Mitbewerbers Ziegler versicherte Schlingmann außerdem, wirtschaftlich solide aufgestellt zu sein. Bei einer Betriebsversammlung am Freitag sagte die Geschäftsführung – trotz eines nur geringen Überschusses in 2010 – der Belegschaft eine erfolgsabhängige Prämie zu. Eine Nachricht, die bei den Mitarbeitern gut ankam. Im Februar und April war die Belegschaft jeweils stundenweise in einen Warnstreik getreten, um einen Haustarifvertrag zu erzwingen.

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Der Ausblick auf die Zukunft bei Schlingmann sei gut: “Auch für das Jahr 2011 rechnen wir mit einem positiven Ergebnis”, sagte Geschäftsführer Thorsten Schlingmann auf der Betriebsversammlung. Die Auslastung der Produktion sei derzeit so hoch, dass mit Lieferzeiten von über 12 Monaten für Neubestellungen gerechnet werden müsse. Mehr noch: Die Produktion werde die Ausstoßrate weiter erhöhen müssen, da immer mehr Neufahrzeuge ausgeschrieben würden.

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