Rheinland-Pfalz: Feuerwehrführerschein kommt

Mainz (RP) – Der Ministerrat hat in dieser Woche in Rheinland-Pfalz die neue Sonderfahrberechtigung für ehrenamtliche Feuerwehrangehörige sowie ehrenamtliche Helferinnen und Helfern des Rettungsdienstes und der anderen Hilfsorganisationen gebilligt.

“Aufgrund der seit 1999 geltenden fahrerlaubnisrechtlichen Vorschriften stehen den freiwilligen Feuerwehren, den nach Landesrecht anerkannten Rettungsdiensten, dem Technischen Hilfswerk und den sonstigen Einheiten des Katastrophenschutzes immer weniger Angehörige zur Verfügung, die über einen notwendigen Führerschein für Einsatzfahrzeuge verfügen”, sagte Innenminister Karl Peter Bruch. “Das hat sich auf die Einsatzfähigkeit der Feuerwehren, des Katastrophenschutzes und der Rettungsdienste ausgewirkt.”

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken und um die Einsatzfähigkeit der Organisationen nachhaltig sicherzustellen, habe die Landesregierung nun mit der Rechtsverordnung den Weg für sogenannte “einfache” Fahrberechtigungen von Einsatzfahrzeugen mit einer zulässigen Gesamtmasse von mehr als 3,5 Tonnen bis 4,75 Tonnen frei gemacht.

Aus Sicht der Landesregierung bestehe noch weiterer Handlungsbedarf: “Die Länder brauchen eine Möglichkeit, auch eine Sonderfahrberechtigung zum Führen von Einsatzfahrzeugen bis zu einer zulässigen Gesamtmasse von 7,5 Tonnen einschließlich des Führens von Fahrzeugkombinationen nach dem Vorbild der Sonderfahrberechtigung von Einsatzfahrzeugen bis 4,75 Tonnen zu erteilen”, forderte Bruch. Dies würde die Einsatzfähigkeit zusätzlich erhöhen. Eine entsprechende Bundesratsinitiative, wonach mehrheitlich eine erneute Änderung des Straßenverkehrsgesetzes gefordert werde, trage Rheinland-Pfalz grundsätzlich mit, so der Minister. Das weitere Vorgehen der Bundesebene bleibe abzuwarten.

Der Innenminister wird nun den vorliegenden Entwurf den kommunalen Spitzenverbänden, dem Landesfeuerwehrverband Rheinland-Pfalz e.V., den Landesverbänden der Hilfsorganisationen und den Fahrlehrerverbänden Rheinland-Pfalz e.V. und Pfalz e.V. zur Stellungnahme übersenden. Die Verordnung soll Anfang des Jahres 2011 in Kraft gesetzt werden.

19 Kommentare zu “Rheinland-Pfalz: Feuerwehrführerschein kommt”
  1. das ist doch ein witz dieser feuerwehrführerschein, was birngt diese erhöhung, wenn die fahrzeuge zum teil schon ein TSF fast 4,5t wiegt und der großteil der freiwilligen wehren in deutschland immer mehr auf kompakte fahrzeugpakete umsteigt um mehr material auf einmal zum einatz bringen möchte, da in jeder das problem kennt mit der tag verbügbarkeit.

    Meiner meinung nach müsste man darüber nachdenken den feuerwehrführerschein auf mindestens 12t auslegen.

  2. Ne,, das ist keine gute Idee. Ne gute Idee wärs, den Leuten, die Einsatzfahrzeuge fahren sollen, eine anständige Ausbildung (vulgo Führerschein) zu bezahlen, und sie nicht per Handschlag zum Fahren zu ermächtigen und das zusätzliche Risiko (wegen irgendeinem Grund dürfen ja normale Leute nur bis 3,5t fahren) auf die Fahrer abzuwälzen.

  3. Martin Horn

    Wer einen PKW-FÜHRERSCHEIN macht, soll auch nur einen PKW fahren dürfen. Gefühlt täglich liegen irgendwo Feuerwehrfahrzeug im Graben, auf der Seite, auf dem Dach oder kleben am Baum. Das mag die unterschiedlichsten Gründe haben. Aber meiner Meinung nach werden wir das künftig viel häufiger sehen, wenn ein junger Büro-Angestellter eine von drei Lkw-Fahrten im Jahr macht, aber sich dann mit 70 oder 80, Martinhorn, quietschendem Funk, einem nervenden GF und einem dramatischem Stichwort über Stadtkreuzungen, schmale Feldwege oder sonstwas quälen soll. Lasst die Kameraden lieber LKW-FÜHRERSCHEINE machen, damit sie das Fahren eines LKW sicher beherrschen. Mit einem Freifahrtschein ist m. M. nach die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer und Fahrzeuginsassen in Gefahr. Die Städte müssen die Feuerwehren stellen, also müssen sie auch für Fahrer sorgen und entsprechend ausreichend Führerscheine zahlen!!! Und nix mit Eigenbeteiligung. Es ist eine Frechheit, dass Feuerwehrleute dann noch so ausgenutzt werden!

  4. Also für die Rettungsdienste die Freiwillige im Dienst haben finde ich das super weil die RTW´s oft nur “minimal” vom eigentlich erlaubten ewicht abweichen.Aber für Feuerwehrfahrzeuge die ofte immer schwerer werden selbst bei kleinen TSF-Wehren finde ich das eine bescheidene lösung.

  5. Ein “Feuerwehrführerschein” für Fahrzeuge > 7,5 to macht aus meiner Sicht wenig Sinn! Denn damit würde man wohl wirklich mehr das Unfallrisiko deutlich erhöhen.

    Die jetzt in Reihnland-Pfalz geplante Regelung scheint mir jedoch ein sinnvoller Kompromiss zu sein! TSF-W haben in der Regel ca. 4,5 to ZGG dafür braucht man m.E. nich unbedingt einen LKW-Führerschein (C 1), weil die Fahreigenschaften heute ehr denen eines PKW ähnlich sind.

    Was die Verkehrssicherheit betrifft macht ein Führerschein allein (unabhängig von der Klasse) noch keine erfahrenen Kraftfahrer! Hier sehe ich aber ehr die Führerskräfte in der Verantwortung!

    Fahrpraxis sammelt man doch in der Regel nicht in der Fahrschule.

  6. Ich darf daran erinnern, das Jahrzentelang JEDER der einen Pkw-Führeschein gemacht hat 7,5t bewegen durfte, OHNE gesonderte Fahrausbildung.

    Das Problem besteht ja erst seit 2000 und wird im übrigen Europäischen Ausland übrigens auch mittels “Feuerwehrführerschein” gelöst – dort allerdings bis zu 12 Tonnen ohne extra Fahrereinweisung.

    Stellen wir fest:

    – mit einem Feuerwehrführerschein bis 7,5 Tonnen ohne extra Fahrprüfung wird lediglich der Stand vor 2000 wieder hergestellt;
    – Gibts im europäischen Ausland schon immer

    All diejenigen, die hier das Unfallrisiko anführen: bitte das Jahr des eigenen Führerscheinerwerbs überprüfen, wahrscheinlich darf von denjenigen sowieso der Großteil 7,5t fahren OHNE gesonderte Führerscheinausbildung. Gilt nämlich für alle die vor 2000 ihren Schein erworben haben.

    Ergo: alter Wein in neuen Schläuchen. Nur das jetzt alles mehr kostet, wie immer.

  7. Das nützt der Feuerwehr nix, das ist ein reiner Rettungsdienstführerschein. Wir brauchen einen bis 7,49 to LF 8/6 oder 10/6

  8. Führerschein 1997 gemacht fahrerlaubnis bis 7,49t nach vier wochen der erste einsatz und kam insfeuerwehrhaus und dann sagte man zu mir ich soll den GW-T besetzen und fahren. Was bringt mir nun der FEUERWEHRFÜHRERSCHEIN bis 4,5t, entweder wieder auf das alte system bei Rettungsdiensten zurückkehren oder aber eventuell gleich auf 10t aufstocken.

  9. Hi,

    Geschrieben von Martin:
    Ich darf daran erinnern, das Jahrzentelang JEDER der einen Pkw-Führeschein gemacht hat 7,5t bewegen durfte, OHNE gesonderte Fahrausbildung.

    Offensichtlich gabs nen Grund, warum das nicht mehr gewollt war. Wenn man merkt, dass die jetzige Regelung nicht passt, und sich der jetzt 5t-Sprinter deutlich einfacher fährt als der früher 5t “Limolaster”, dann sollte man eben den Führerschein _für alle_ anpassen.
    Aber dem Normalbürger das nicht zuzutrauen, in Ruhe und mit Zeit nen 5t zu fahrne, für die Feuerwehr das gleiche aber in deutlich risikoreicheren Situationen zu erlauben (nachts, 3Uhr, vor 5min aufgestanden, Schneeregen, Feuer mit Menschenleben in Gefahr, ….) ist in meinen Augen einfach dumm.

    @Sven: mit 4,5t kannst Du heute kein TSf-W mehr bauen, das leichteste Neu-TSF-W liegt m.W. bei 5,3t.

  10. Fahrlehrer

    Der Feuerwehrführerschein wird seit längerem auch in Fahrlehrerkreisen heftig diskutiert. Mein persönliches Statement als Feuerwehrmann und Fahrlehrer, Finger weg von diesem Führerschein. 1. Für die meisten Feuerwehren bringt die Erhöhung nichts. Fahrzeuge in diesem Segment sind meist MTW oder auch ein MZF 1. Dabei haben diese Fahrzeuge andere physikalische Fahreigenschaften als ein normaler PKW. Ein Erfahrener PKW-Fahrer macht noch keinen guten Fahrer eines Feuerwehrfahrzeuges aus. Wie sollen denn Einweisungsfahrten aussehen, wer ist berechtigt und vor allem wer unterschreibt die Einweisung und macht sich dadurch haftbar? Eine Einsatzfahrt ist immer Stress für den Fahrer, dabei sind fehlende Fahrpraxis ein nicht zu unterschätzender Gefahrenpunkt. Das ist auch bei den C Fahrern die den Führerschein durch die Verwaltung bezahlt bekommen haben so, diese fahren nur selten Großfahrzeuge und sind selbst im Besitz des Führerscheins, nicht oder nur selten in der Lage das Einsatzfahrzeug sicher zu beherrschen.
    Fehlende Fahrpraxis, fehlende Kenntniss über physikalische Fahreigenschaften – das muss unweigerlich schief gehen.

    Eine fundierte Ausbildung – Erwerb von Fahrpraxis auf dem Einsatzfahrzeug und regelmäßige Fahrten machen einen Fahrer erst zu einem Erfahrenen und hoffentlich Guten Fahrer. Daher an alle Verantwortlichen meine´Bitte – überlasst die Verantwortung den Fahrlehrern und Prüfern, die sind dafür auch ausgebildet. Schult eure Einsatzkräfte auf den Fahrzeugen, nehmt an Sicherheitswettbewerben teil, macht fahrpraktische und technische Unterweiseungen und Bewegungsfahrten, dann habt ihr gute und sichere Fahrer in euren Reihen. Ach ja, auch Einsatzfahrten kann – und soll man üben!!!!

  11. Martin Horn

    “Ach ja, auch Einsatzfahrten kann – und soll man üben!!!!”

    …warum kommt mir jetzt der Unfall aus Wolmirstedt mit vier toten Kameraden in den Sinn??? 🙁

    Wenn, dann bitte nur im Simulator!

  12. Im Rahmen der EU-Harmonisierung nicht alles Gold, was glänzt.

    Anscheinend vergessen einige bei der Erstellung und Umsetzung der Vorschriften einige Bereiche komplett. Hier fehlt offensichtlich eine entsprechende Arbeit der Interessenverbände, die im Vorfeld beteiligt sind. Flickzeug ist die Folge.

    Trotzdem aber sind frühere Zeiten allein schon von der Technik her nicht mehr vergleichbar. Und wer hier die Auffassung vertritt, ein beladener 5Tonner lasse sich wie ein PKW fahren soll sich nur einmal die vielen Unfälle mit genau dieser Fahrzeugklasse außerhalb der BOS ansehen. Und das von Fahrern, die täglich damit fahren. Auch ich sehe fehlende Erfahrung als wesentliches Kriterium für ein Gefahrenpotenzial.

    Konsequent ist daher auch für die BOS die gleiche Ausbildung zu fordern, wie für alle anderen Führerscheinerwerber auch! Und dafür müssen die Finanzen bereitgestellt werden. In der heutigen Zeit mit den bekannten Schwierigkeiten, geeignete Helfer zu finden, eine zusätzliche Motivation. Ich halte es allerdings für erforderlich, den zeitlichen Nutzen für die Organisation sicherzustellen, z. B. durch zeitlichg gestaffelte Rückzahlungen bei Verlassen.

  13. Löschmeister

    Hatt alles sein Für und Wieder.
    Trotz aller Probleme ausreichend Fahrer zur Verfügung zu haben bin ich als Gruppenführer und Gerätewart der Meinung nur Kameraden mit LKW-Führerschein sollten die entsprechenden Löschfahrzeuge bewegen dürfen.
    Alles andere birgt in meinen Augen ein zu hohes Risiko für die mitfahrenden Kameraden sowie aller anderen am Straßenverkehr beteiligten Personen.
    Denn jeder der halbwegs ehrlich zu sich selbst ist und ein LF im Einsatz bewegt hat weiss das es mit dem “normalen entspannten” PKW-Fahrten nichts zu tun hat. Im Gegenteil der Streßlevel ist um ein vielfaches höher.
    Tote bzw. Verletzte Kameraden auf dem Weg zum Einsatz nutzen niemandem.

  14. ich finde die erhöhung auf 4,75 tonnen bringt auch nichts man sollte mit einer kleinen unterweisung in einer fahrschule im einatz bzw im dienste der feuerwehr bis 7,5 tonnen fahren , da die meisten wasser oder geräteführenden fahrzeuge mehr als 4,75 tonnen haben

  15. raphael-wiesbaden

    Wieviel es wohl den Steuerzahler kosten wird, wenn die EU langwierig eine Ausnahmegenehmigung für -D- berät und ggf. beschliesst?
    Jedes Blatt Papier auf europäischer Ebene muß in ALLE Sprachen der EU übersetzt werden, weil es ja unmöglich wäre, daß ein teurer Abgeordneter aus Frankreich einen englischen Text lesen soll.

    Wieviele “richtige” LKW-Führerscheine könnten wohl dafür erworben werden? würde

  16. Hallo,

    auch hier (zum x-ten Mal in dieser Diskussion, die seit Jahren u.a. auf http://www.feuerwehr.de geführt wird) die Hintergründe:

    Der “neue” Führerschein der EU ist grob ca. 20 Jahre bekannt – und gilt für ALLE!

    1. Entweder es gibt kein Sicherheitsproblem mit einer vereinfachten Ausbildung – dann hat das für alle zu gelten, oder es gibt eines, dann gilt das für keinen, erst recht nicht für die, die weniger und unter erhöhtem Risiko fahren! Alles andere ist m.E. fahrlässig und dem Bürger bzw. Unternehmer nicht zu vermitteln – der muss nämlich brav weiter den Führerschein blechen und wird ggf. von einem “getroffen”, der das nicht musste, weil er ja mit Blaulicht und einem 4,6 t Kleintransporter mit 160 PS an der Beladungsgrenze fahren darf…

    2. der immer wieder genannte Feuerwehrführerschein in anderen Ländern (z.B. Österreich) ist mitnichten das, wofür ihn hier fast alle halten. Es würde helfen, wenn man sich VOR der Argumentatione wenigstens ansatzweise mit den Fakten beschäftigen würde!
    In Österreich gilt für die Fw-Fahrer z.B. eine andere Promillegrenze und die Ausbildung ist sehr wohl geregelt und m.E. durchaus mit dem Standardführerschein vergleichbar.

  17. Hallo

    Ich selber besitze zwar keinen LKW Führerschein, sondern nur den PKW Schein bis 3,5 t ZGG. Haben vor kurzen in unserer kleinen Wehr einen 7,49 Tonner bekommen (vorher TSF). Bin selber Maschinist und darf natürlich das neue Fahrzeug nicht mehr fahren. Ich finde es sollte hier eine vertetbare Zwischenlösung der hier so oft geforderten Meinungen geben. Ich wohne auf in einem sehr ländlichen Raum mit vielen kleinen Wehren. Unsere Verbandsgemeine ist, wie warscheinlich alle, knapp bei Kasse. Es wird daher nahezu unmöglich sein für die Fahrer der LKW´s einen kompletten Führerschein zu zahlen.(Auch wenn es eigendlich deren Aufgabe ist) Also muss es eine vereinfachte Lösung zum Erwerb geben. Natürlich sehe ich es auch als fatal an einfach zu sagen: “So du darft jetzt bis 7,5 t fahren wennn du willst” Es muss zwar eine Ausbildung stattfinden, dann aber Feuerwehr-orientiert! Lernen wie man in Stresssituationen zu reagieren hat usw. Somit wär es für den Straßenverkehr eine zumutbare Lösung und die Kosten wären nicht so dramatisch wie mit “richtigem” Führerschein. Eine Kostenbeteiligung der Angehörigen halte auch ich für wenig sinnvoll. Machen das ja sowieso schon freiwillig für die Allgemeinheit, warum dann auch noch dafür blechen…?

  18. Philipp L.

    Ich bevorzuge das Modell Bayern!
    Hier gibt es zwei Modelle:
    1. organisationsinterne Ausbildung.
    –> diese berechtigt dann Einsatzfahrzeuge bis 4,75 to zu Fahren

    2. praktische Fahrstunden in einer Fahrschule + praktische Fahrprüfung beim TÜV
    –> berechtigt zum Fahren von Einsatzfahrzeugen bis 7,5 to
    –> zusätzlich kann man nach 2 Jahren Fahrpraxis dann den “Feuerwehrführerschein” in die Klasse C1 (7,5 to) überschreiben lassen.

    genaueres unter dem folgenden Link:

    http://www.lfv-bayern.de/cms/news/2009/08/23/feuerwehrfuehrerschein.html

Hinterlasse einen Kommentar

Das könnte dich auch interessieren: