Prävention soll Unfälle verhindern

Achim (NI) – Sechs junge Beamte des Achimer Polizeikommissariats (Kreis Verden) haben ein Unfall-Präventionsprojekt aus der Taufe gehoben, wie es in Niedersachsen bislang einmalig ist. Sie gehen in die Fahrschulen und weisen die designierten Autofahrerinnen und Autofahrern auf die Gefahren des Straßenverkehrs und berichten über die Folgen von schweren Verkehrsunfällen, und zwar so, wie sie sie als Polizisten am Unfallort erlebt haben.

Fahrschulprojekt in den Kreisen Verden und Osterholz. Foto: PolizeiJunge Fahranfänger im Alter zwischen 18 und 24 Jahren zählen seit Jahren zu einer der Risikogruppen im Straßenverkehr. Das hat zuletzt ein Verkehrsunfall mit vier Toten in Kirchweyhe (Kreis Diepholz) unter Beweis gestellt. Auch in den Landkreisen Verden und Osterholz gab es im letzten Jahr immer wieder schwere Verkehrsunfälle mit schwer Verletzten und Getöteten dieser Altersgruppe – und neben jugendlichem Leichtsinn waren nicht nicht selten überhöhte oder den Straßen- und Witterungsverhältnissen nicht angepasste Geschwindigkeit sowie vorheriger Alkohol- und Drogenkonsum die Ursachen.

Mit Unfallbildern, Filmen und Statistiken verdeutlichen die Beamten vor den Fahranfängern nun eindrucksvoll: Das Risiko, Opfer eines solchen Unfalles zu werden, ist nicht so “weit weg”, wie manche sich einreden oder glauben machen wollen. Sprüche wie “So was kann mir nicht passieren”, oder “Ich kann schnell reagieren” oder “Mein Fahrstil” ist sicher”, hören Polizeibeamte bei ihren Kontrollen immer öfter und sie merken auch, dass Repression nicht bei allen die erhoffte Wirkung erzielt. Deswegen gehen sie in die dorthin, wo sie junge Menschen erreichen, die noch ganz am Anfang ihres Autofahrerlebens stehen – in die Fahrschulen.

In Achim und umzu hat sich die Sicherheitspartnerschaft zwischen der Polizei und den Fahrschulen bereits etabliert. Nun soll sie auch Fahranfänger im übrigen Teil des Landkreises Verden und im Landkreis Osterholz sensibilisieren. Der Vorsitzende des Niedersächsischen Fahrlehrerverbandes, Dieter Ebbert, berichtet, dass die Fahrschüler im Unterricht, in den Fahrstunden und auch später noch lange von dem Vortrag sprechen. Manche Fahrschüler bleiben per eMail mit den Polizisten in Kontakt.

Einen ersten Schritt, das Projekt auch in Verden und Osterholz-Scharmbeck einzuführen, hat die Polizei in der letzten Woche gemacht. Jetzt muss das “Achimer Modell” noch auf die lokalen Verhältnisse zugeschnitten werden. Und nach den Sommerferien soll es dann in beiden Landkreisen flächendeckend zum Einsatz kommen.

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