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Parkplatznot führte zu schwerem Unfall

Garbsen (NI) – Die anhaltende Parkplatznot an Tank- und Rastanlagen entlang der deutschen Autobahnen stellt Polizei und Lkw-Fahrer vor große Probleme: Immer mehr Trucker stellen ihre Lkw aufgrund überfüllter Parkplätze bereits im unmittelbaren Einfahrtsbereich von Raststätten ab. Wie gefährlich diese unerlaubten Parkmanöver für den übrigen Verkehr sein können, dokumentiert am Sonntag (30.1., 17.00 Uhr) das VOX-Magazin “auto mobil” in seiner Beitragsreihe “Die Unfallakte.”

Der Kölner Sender analysiert einen schweren Verkehrsunfall vom 9. September 2009 an der Raststätte Garbsen-Nord. “Es war morgens um sechs, kurz nach Dienstbeginn. Wir hörten nur einen lauten Knall und sind sofort nach draußen gerannt”, beschreibt Peer Berger von der Autobahnpolizeiwache Garbsen. “Erst als wir näher an die Fahrbahn getreten sind, sahen wir im Einfahrtsbereich der Rastanlage eine Art Gigaliner. Eine Zugmaschine hatte sich völlig in den Auflieger eines luxemburgischen Lkw gebohrt. Von der Kabine war nichts mehr zu erkennen.” Sofort war klar, dass der schwer eingeklemmte polnische Trucker nur dann eine Überlebenschance hat, wenn es gelingt, ihn möglichst schnell aus seiner völlig zerstörten Kabine zu befreien.

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Auch Claus Röhrbein von der Feuerwehr Garbsen erinnert sich in dem TV-Bericht bei VOX an den spektakulären Crash: “Gottseidank hatte der Lkw, auf den der Pole geprallt war, nur weichen Industriekäse geladen. So hat die nachgebende Masse ihn noch geschützt. Wenn er aber auf Steine oder Stahl getroffen wäre, hätte das mit Sicherheit den Tod des Lkw-Fahrers bedeutet.” Wie richtig die Vermutung von Röhrbein ist, bestätigen die späteren Ermittlungen des Verkehrsunfalldienstes der Polizei. Der polnische Trucker ist tatsächlich mit Tempo 90 ungebremst auf den geparkten Lkw gerast und hat ihn fast 20 Meter nach vorne geschoben.

“Das Gefahrenpotential durch das unerlaubte Abstellen in den unmittelbaren Einfahrtsbereichen zu den Rastanlagen an der A 2 ist enorm. Für die parkenden Lkw-Fahrer und den übrigen Verkehr”, weiß auch Knut Hallmann, Leiter der Autobahnpolizei Hannover. Doch bei der Ahndung der Verstöße befinden sich die Beamten der Autobahnpolizei in einem ständigen Spagat: “Wir können sie auch nicht wegschicken, weil sie nämlich genau in dem Moment ihre Ruhezeiten ableisten müssen. Und wenn sie dann wieder auf der Piste sind, dann sind sie übermüdet, unkonzentriert und bilden eine weitere Gefahr.” Hallmann räumt ein, quasi zwischen Not und Übel entscheiden zu müssen.

Der Bau zusätzlicher Lkw-Parkplätze soll die Lage an der A 2, die aufgrund ihres Schwerlastanteils von bis zu 30 Prozent längst “Warschauer Allee” genannt wird, entschärfen. “Bei etwa 30.000 Lastwagen am Tag ist das aus momentaner Sicht natürlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein”, argumentiert der unabhängige Rastanlagen-Planer Frank M. Schmid in dem Bericht bei VOX. Was die konkrete Situation an der Raststätte Garbsen-Nord angeht, so glaubt Schmid, dass sich hier Planungsfehler der Vergangenheit rächen: “Vorne gibt es die Tankstelle, hinten die Parkplätze. Die Fahrer wissen genau, dass wenn sie bis nach hinten fahren und nichts finden, keine Chance mehr haben, zurückzukommen. Deshalb halten sie im Einfahrbereich.”

Bundesweit schätzen Experten die Zahl der fehlenden Lkw-Parkplätze auf über 10.000. Alleine im Bereich der A 2 sollen 3.000 fehlen. Auffällig ist, dass die Gefahr an den Rastanlagen mit einsetzender Dunkelheit steigt, weil dann die Konzentration der Fahrer rapide abnimmt. Christine Rettig, Sprecherin des ADAC Niedersachsen und Sachsen-Anhalt: “Bisher ist es einfach nur Glück, dass noch nicht mehr passiert ist. Die Fahrer wissen wirklich nicht, wo sie hinsollen und parken deshalb nicht mehr sicher. Mit dem wieder gestiegenen Lkw-Verkehr wird sich die Situation aber weiter verschärfen. Und insofern können Unfälle wie an der Rastanlage Garbsen auch überall passieren.”

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