Niemand will Feuerwehr führen

Sierksrade (SH) – Die Feuerwehr Sierksrade (Kreis Herzogtum Lauenburg) steht seit Samstag ohne künftigen Wehrführer da. Die Neuwahlen standen bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung an. Vier Kameraden wurden vorgeschlagen, doch niemand wollte sich zur Wahl aufstellen lassen, um das Amt zu übernehmen. Nun bleibt der kleinen Wehr noch drei Monate Zeit einen neuen Wehrführer zu finden, ansonsten ist sie nicht mehr einsatzfähig.

Der bisherige Wehrführer der Feuerwehr Sierksrade Klaus Scheer stellte sich am Samstag nicht wieder als Wehrführer auf. Auch drei weitere Vorgeschlagene wollten sein Amt nicht übernehmen. (Foto: Christian Nimtz)Die 26 aktiven Mitglieder der Feuerwehr Sierksrade bezeichnen ihre Wehr als gut ausgestattet. Auch auf ihren hohen Ausbildungsstand sind die Kameraden stolz. Die neun Einsätze im abgelaufenen Jahr lassen auch keine Überlastung der Funktionsträger erwarten. Doch trotzdem will niemand Wehrführer werden und die Wehr leiten. Der bisherige Wehrführer Klaus Scheer sowie drei weitere Kameraden ließen sich nicht zur Wahl aufstellen. Auch die Reihen der Mannschaftdienstgrade werden immer lichter, die Wehr leidet zusätzlich noch unter Personalmangel.

Doch was sind die Ursachen für die  ernsthaften Probleme? Amtswehrführer Andreas Koop kennt die Antwort und nannte sie beim Namen. Zum einen arbeiten viele Bewohner des Dorfes nicht in ihrem Wohnort sondern auswärts. Früher zählten zu den Mitgliedern viele Landwirte die im Ort wohnten und nahezu immer verfügbar waren. Weiterhin nannte Koop die veränderten gesellschaftlichen Interessen. Niemand will sich mit dem Ehrenamt identifizieren. Der Amtswehrführer machte aber auch die Gemeinde mitverantwortlich. Seinen Worten nach wurden die Wehren in den Gemeinden Düchelsdorf und Sierksrade zwar gut ausgestattet, aber bei der Nachwuchsarbeit fehlte es an Unterstützung. Dies hat auch die Feuerwehr Schmilau zu spüren bekommen. Denn auch dort ist man seit einem halben Jahr ohne Wehrführer. In Sierksrade übernimmt der jetzige stellvertretende Wehrführer Walter von Levern- Wilke vorläufig die Leitung der Wehr. Immerhin gelang am Samstag die Wiederwahl des Kassenwartes. (Foto: Christian Nimtz)

10 Kommentare zu “Niemand will Feuerwehr führen”
  1. immer die selbe Leier, dass sich niemand mit einem Ehrenamt belasten möchte …
    Man muss die Sache aber auch attraktiv gestalten und nicht, wie in vielen Wehren, mit Technik von Vorgestern.

  2. Sueder80

    Wenn man selbst weis das man nicht ein guter Wehrführer sein kann wieso sollte man sich dann auch zur Wahl aufstellen lassen?

  3. Wolf-Dieter Hungenberg

    Wenn sich die bisherige Wehrführung nicht mehr der Verantwortung stellt und sich keiner bereit erklärt die Führung in die Hand zu nehmen, dann ist in der Vergangenheit in der Wehr etwas schief gelaufen.

  4. Wenn sich die bisherige Wehrführung nicht mehr der Verantwortung stellt und sich auch kein anderer findet der die Führung übernehmen kann und will, dann ist in der Vergangenheit in der Wehr etwas schief gelaufen.

  5. Ich kann sehr gut verstehen, das es sehr schwer ist in der heutigen Zeit einen Nachfolger für solch einen Posten zu finden, denn es kommt immer mehr Verantwortung auf die ehrenamtlichen Wehrführer zu und die Aufgabenbereiche werde auch immer mehr! Das kostet alles Zeit und ist nicht mal eben nebenbei abends gemacht!
    Da die private Freizeit immer weniger wird und bei vielen die berufliche Belastung immer mehr, wir es echt schwer!
    Und dann zu sagen, es findet sich immer jemand, ist sehr gefährlich! Man sollte sehr wohl überlegen ob man solch einen Posten stemmen kann!

  6. Florian 112-RZ

    Die Aussage im Originaltext über die fehlende Unterstützung von Seiten der Gemeinde für Nachwuchswerbung halte ich auch für sehr gewagt. Gerade heute müssen sich die Feuerwehren selber öffnen und verändern, um für neue Mitglieder interessant zu sein und diese auch aktiv suchen. Das ist doch nicht primär die Aufgabe der Politik! Da die besagte Feuerwehr technisch sehr gut ausgerüstet ist, kann auch hier nicht der Grund gesucht werden. Daher kann man nur vermuten, daß hier in den letzten Jahren interne Probleme zum aktuellen Stand geführt haben. Das die Aufgaben einer Wehrführung heute immer umfangreicher werden ist klar und teilweise auch erforderlich. Leider ergeben sich daraus natürlich auch Schwierigkeiten, Menschen für Führungsaufgaben zu gewinnen.

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