Brandschutzgesetz verabschiedet

Hannover – Am Dienstag verabschiedete der niedersächsische Landtag in Hannover ein neues Brandschutzgesetz. Wichtige Neuerungen sind die Anhebung der Altersgrenze für Aktive von 62 auf 63 Jahre sowie die Doppelmitgliedschaft in freiwilligen Feuerwehren.

“Das neue Brandschutzgesetz ermöglicht künftig Doppelmitgliedschaften in der Feuerwehr am Wohnort einerseits und am Arbeitsort andererseits”, erklärte Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann im Landtag. “Freiwillige Feuerwehrleute sollen dort für den Einsatz zur Verfügung stehen, wo sie sich überwiegend aufhalten – also sowohl am Wohnort als aucham Arbeitsort.”

Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann.

Zu Diskussionen führte im Vorfeld die Anhebung der Altersgrenze der aktiven Mitgliedschaft auf 63 Jahre. Schünemann zeigte sich überzeugt, einen guten Kompromiss gefunden zu haben.

Erstmals werden in dem neuen Brandschutzgesetz auch Kinderfeuerwehren mit aufgeführt. “Kinderfeuerwehren und Jugendfeuerwehren erhalten endlich die Wertschätzung und Anerkennung, die sie für ihre erfolgreiche Arbeit verdienen”, so der Innenminister. Auch im Bereich Brandschutzerziehung und Brandschutzaufklärung gibt es eine neue Regelung zum Anspruch auf Freistellung vom Arbeitsplatz.

Außerdem wurde die Feuerwehrbedarfsplanung gesetzlich verankert. “Ohne die Bedarfsplanung wäre kaum jemand in der Lage, eine sachliche und fundierte Antwort auf die Frage ‘Wie viel Feuerwehr braucht die Gemeinde?’ zu finden”, betonte Schünemann.

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16 Kommentare zu “Brandschutzgesetz verabschiedet”
  1. Anhebung der Altersgrenze auf 63? Ist doch nichts halbes und nichts ganzes. Da mußte wohl mal ein Kompromiß her was? Bloß keinem weh tun. Sind ja schließlich auch bald Wahlen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

  2. In Schleswig-Holstein ist die Altersgrenze bereits leit langem auf 67 angehoben worden und hat sich hervorragend bewährt. Ich selbst bin 64 und noch Atemschutztauglich was beweisen kann, dass “Alte” auch noch zu was taugen.

  3. Doppeltmitgliedschaft, das ist eine tolle Sache!
    Eine Altersanhebung von einem Jahr und die Unterstützung von Kinderfeuerwehren darf man aber wohl kritischer gegen überstehen?! In, beispielsweise, Schleswig-Holstein ist der Einsatzdienst bis 67 kein Problem, warum auch? Den Jungen stehen erfahrene und immer noch hilfsbereite Leute zur Seite, die auch noch mit anpacken können… und außerdem ganz nebenbei, arbeiten dürfen wir doch auch bis 67! Die Einführungen von Kinderfeuerwehren entfallen nicht meinen Zurufen, im Gegenteil. Was habe ich davon Kinder mit 8 Jahren oder noch früher in die Feuerwehr zu bringen? Richtig, bevor sie mit 18 in die Einsatzabteilung dürfen, waren sie bereits 10 Jahre in einer Jugend- und Kinderfeuerwehr. 10 Jahre! Da kann noch viel passieren, und die größte Gefahr: Die Kinder verlieren die Lust an der Feuerwehr ehe sie übertreten können. Da reichen auch völlig 5 oder 6 Jahre in der Jugendfeuerwehr, wo die Jugendlichen die Grundtätigkeiten der Feuerwehr kennen lernen dürfen.

  4. naja aber das mit den kinderfeuerwehren ist auch sinnvoll, denn kinder die mit beispielsweise 4 jahren anfangen fußball zu spielen, verliehren auch nicht mit 16 jahren die lust daran, wenn dann sind das ehr einzellfälle… warum soll es dann bei der feuerwehr anders sein, das dort die kinder die lust verliehren…

  5. Eine Altersobergrenze halte ich für Sinnfrei. “Vorschlag: Wer der Meinug ist noch mit über 60 Einsätze fahren zu wollen oder müssen soll das auch tun solange er körperlich, geistig und wissenstechnisch dazu im Stande ist. Und wer dazu nicht bereit oder in der Lage ist kann freiwillig in die Alters- und Ehrenabteilung übertreten.”

    Kinderfeuerwehren sind, nicht wie von einigen gemutmaßt, eine Spielerei oder Zeitvertreib für einige Übereifrige!
    Kinderfeuerwehren schließen sich nahtlos an die Jugendfeuerwehr an. Diese sind damals aus der Not heraus entstanden, Nachwuchs für die Feuerwehren zu generieren und die Kinderfeuerwehren sind die logische Konsequenz!
    Denn eines der größten Probleme der Jugendfeuerwehren ist das hohe Eintrittsalter. Hohes Eintrittsalter?! Ja gemessen an allen anderen Vereinen für die sich Kinder mit 4-6 Jahren entscheiden. Eines der Hauptargumente gegen einen Eintritt in die Jugendfeuerwehr ist nach wie vor: “Ich spiel schon Fussball” oder ähnliches.
    Daher gehört der Arbeit der Kameraden mit den Kindern viel mehr Dank, Hilfe und Anerkennunng als das bis heute an einigen Standorten der Fall ist.

    Vielleicht etwas zu viel aber sowas muss ab und an mal wieder einigen Leuten ins Gedächtnis gerufen werden

    mit kameradschaftlichem Gruß

    E. Brüsewitz

  6. Tatjana

    Bis 63 ist echt ein Witz. Wir sind als kleine Wehr froh über unsere “Rentner” bis 65, die täglich zuhause sind und unsere Tageseinsatzstärke hochhalten.

    Das Problem an Kinder- und Jugendfeuerwehren ist der eigentliche Übertritt in die Aktivenabteilung. Da werden einer Gemeinde mit 8 Ortsteilen 2 Plätze für den Truppmann I Lehrgang zur Verfügung gestellt. Prima, die restlichen jungen Erwachsenen warten dann ein halbes oder mehr Jahre und sollen dabei nicht die Lust verlieren.

    Tatjana

  7. Detlef Nowak

    Die Erhönug um 1 Jahr ist ja wohl ein Witz.wenn ich noch bei der Bw Feuewhr hätte arbeiten müßen ,würde ich noch G 26 tauglich und alles machen was erforderlich wäre.Werde im Oktober 65 und kann da nur lachen,mit einer Träne im Auge , schade
    Ihr armen Politker.
    Mit freundlichen Gruß
    Detlef Nowak

  8. Was die Altersgrenze angeht finde ich den neuen Absatz 6 des §12 viel interessanter! Dort steht das jetzt das auch Mitglieder der Altersabteilung zu Übungen und Einsätzen herangezogen werden dürfen, soweit sie selbst damit einverstanden sind und die fachlichen und gesundheitlichen Vorraussetzungen erfüllen. Das ist doch die perfekte flexible Lösung, die Mitglieder der Altersabteilung können dabei sein wenn sie wollen, sind aber nicht mehr verpflichtet an jedem Einsatz teilzunehemn.

  9. Das sind halbherzige Reaktionen. Strukturschwache Regionen müssen gestärkt werden, damit sich die Jugendarbeit auch lohnt. Was nützt uns das alles wenn die jungen Leute abwandern weil sie keine Arbeit an oder in der Nähe ihres Wohnorts haben.

  10. Die Doppelmitgliedschaft ist wirklich mal eine sinnvolle Idee. Aber warum wurde die Altersgrenze nicht weiter hochgesetzt? Das eine Jahr macht den Kohl nicht fett.

  11. Doppelte Mitgliedschaft wird wenig bringen. Wenn man evtl. zur FW am Arbeitsort 25 km und mehr fahren muss, damit man in seiner Freizeit dort die Ausbildung mitmacht, dann wird das kaum einer machen (Spritkosten !). Um Einsätze dort mitfahren zu können, bedarf es umfassender Ausbildung an Gerät und Taktik. Dazu kommen die Einsatzklamotten, die auch gestellt werden müssen. Wieder ein Kostenfaktor. Ausserdem wird das eher die Wehren in den Städten stärken, weil meistens dort eher Arbeitsplätze zu finden sind. Pendeln aus einer Stadt raus aufs “platte Land” ist in meinen Augen noch die Ausnahme. Man kann halt nicht sagen, dass jeder FW-Mann (SB) gleich ist. Nur ans Strahlrohr stellen und Wasser aufs Haus “rieseln” lassen gehört der Vergangenheit an. Alles ist komplexer geworden und deshalb bedarf es einer weitreichenden Ausbildung.

  12. Oliver

    Also, für die Feuerwehren selbst scheint das Gesetz ja nun nicht so viele Auswirkungen zu haben. Im Grunde wurde es ein wenig der Realität angepaßt, denn Kinderfeuerwehren gibt es schon lange und auch Doppelmitgliedschaften werden schon längst ermöglicht. Und – es scheint ja auch zu klappen. Ich finde die Kritiken am Gesetz unangebracht, da es ja insgesamt verbessert, wenn hier und da vielleicht auch nicht weitreichend genug. Aber jede Verbesserung ist doch erst mal positiv zu werten.

  13. Friedrich Taubert

    Wer so ein Blödsinn erfunden hat den sollte man in die Wüste jagen!!!
    Bin selber 15 Jahre Ortsbrandmeister gewesen und mußte dann mit 62 Jahre den aktiven Dienst beenden lassen. Meiner Meiniung nach können Feuerwehrleute die eine Führrungsaufgabe inne hatten Erfahrungen mitbringen und gesundheitlich fitt sind auch nach 62 Jahren Aufgaben der inneren Führung noch Übernehmen. Sie brauchen ja nicht unbedingt Einsätze mehr mitfahren.
    Dadurch könnten die jüngeren Führungskräfte entlastet werden und wir hätten keine Nachwuchssorgen an Führungskräfte.
    Friedrich Taubert

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