Münchner Feuerwehr-Symposium lockt 250 Gäste

München – Zum zwölften Mal veranstaltete der Stadtfeuerwehrverband München am vergangenen Wochenende ein Feuerwehr-Symposium. Rund 250 Gäste aus Bayern, Südtirol, Österreich und der Schweiz hörten interessante Fachvorträge und besuchten in den Pausen eine Fachausstellung.

Die Vortragsreihe begann mit einem Augenzeugenbericht über den Bombenanschlag auf die Londoner U-Bahn am 7. Juli 2005. Uwe Bongratz schilderte in beeindruckender Weise Eindrücke seinerseits, aber auch das Verhalten der Mitinsassen kurz nach der Explosion, bis hin zur Rettung aus der betroffenen U-Bahn. Trotz der Schwere des Unglücks (21 Tote im ersten Waggon) beschrieb er das Verhalten der Beteiligten als erstaunlich ruhig. Es brach keinerlei Panik aus, obgleich der Zeitpunkt der Rettung 45 Minuten nach Eintritt des Ereignisses lag.

Fachausstellung beim Münchner Feuerwehr-Symposium. Foto: BF MünchenFalko Schmid, Polizeipräsidium München, erörterte im Anschluss die Umstände des Terroranschlags, die Abwicklung des Einsatzes und die Nachbereitung aus Sicht der Polizei. Aufgrund der vorherrschenden Erfahrung mit Anschlägen dieser Art in Großbritannien, die daraus entwickelten Notfallpläne und die klare Strukturierung der Führungsorganisation konnte die Lage in nahezu drei Stunden abgearbeitet werden. Auftretende Probleme wurden im nachhinein erkannt und wiederum in die vorhanden Konzepte eingepflegt. Als wichtiger Punkt sei die Einführung des Digitalfunks zur Verbesserung der Kommunikation der Einsatzkräfte zu nennen.

Die Bewertung aus Sicht der Feuerwehr konnte Brandoberrat Florentin von Kaufmann, BF München, sehr anschaulich darstellen. Fazit seiner Betrachtungen ist die Erkenntnis, dass eine möglichst detaillierte Strukturplanung im Vorfeld solcher Ereignisse von immenser Bedeutung ist. Sie garantiert einen reibungslosen und effektiven Verlauf der Rettungsarbeiten. Konzepte, wie z. B. für den Massenanfall von Verletzten, die bei der Berufsfeuerwehr München Einzug gehalten haben gehen genau in diese Richtung. In Bezug auf den überregionalen Katastrophenschutz wurden nach dem Terroranschlag in London mehrere Wasserversorgungskomponenten beschafft.

“Richtig beschaffen von der Konzeption bis zur Indienststellung” lautete die Überschrift des nächsten Vortrages. Brandoberrat Jörg Fiebach, stellv. Leiter Abt. Technik BF München, erläuterte dem Auditorium die Verfahrensweisen einer Beschaffung von Technik und Fahrzeugen am Beispiel der BF München.

Nach der Mittagspause referierte Dr. Schwarz vom Landeskriminalamt Bayern zur Brandursachenermittlung aus Sicht der Polizei. Der Doktor der Physik erläuterte die Möglichkeiten der Analytik des LKA, appellierte aber auch an die Feuerwehr, durch genaue Beobachtung der vorgefundenen Verhältnisse beim Eintreffen am Einsatzort, die Arbeit der Brandursachenermittler zu unterstützen Die Reihe der Vorträge rundete ein Bericht über die Einführung und den Stand der Umsetzung des Digitalfunks in Deutschland, speziell in Bayern ab. Brandrat Uwe Petz, von der BF München abkommandiert in die Projektgruppe Digitalfunk im Staatsministerium des Innern, beleuchtete die Vorteile der Umsetzung, aber auch die noch offenen Fragen im Bereich der Taktischen Vorgaben der einzelnen Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS).

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