Mittwintergrüße aus der Antarktis

Bremen – Etwas verspätet erreichten uns heute Mittwintergrüße von Deutschlands südlichster Löschgruppe, stationiert an der Forschungsstation Neumayer III in der Antarktis. Der freiwillige Feuerwehrmann Marcus Heger aus Moers (NW) grüßt das Team des Feuerwehr-Magazins und alle Leser/User. Aber lest selbst.

Foto: Heger
© Marcus Heger ; Lizenz: Creative Commons cc-by-sa 4.0 Deutschland (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de)
Blick auf die Forschungsstation Neumayer 3 in der Antarktis. Foto: Heger

Aktuell bin ich als IT- und Elektronik-Ingenieur (Funker) an Deutschlands südlichstem Arbeitsplatz, der Neumayer Station 3 (DP0GVN) in der Antarktis, tätig. Mit neun Leuten sind wir hier die 36. Überwinterungsmannschaft und seit März quasi auf Eis gelegt. Das erste Flugzeug, Rosinenbomber (DC3/ BT67) mit Skiern, kommt erst im November. Bis Februar 2017 sind wir noch hier.

Alle Teilnehmer der Überwinterungsmannschaft haben an einem Lehrgang Schiffsbrandbekämpfung an der Außenstelle für Schiffssicherung in Neustadt Holstein teilgenommen. Somit sind wir hier quasi die Betriebslöschgruppe, allerdings ohne Chance auf Verstärkung.

Diese Aufnahme entstand vor einigen Monaten. Aktuell herrscht Dunkelheit an der Antarktis. Foto: Heger
Diese Aufnahme entstand vor einigen Monaten. Aktuell herrscht Dunkelheit an der Antarktis. Foto: Heger

Am Dienstag hatten wir Mitwinter, (der höchste antarktische Feiertag) der kürzeste Tag des Jahres ist vorbei. In 30 Tagen kommt die Sonne zum ersten Mal wieder über den Horizont. Heute haben wir 3:51 Stunden Dämmerung (10.39 Uhr bis 14.41 Uhr). Draußen sind es aktuell -36 Grad Celsius, 12 Knoten Wind. Die Temperaturen reichen hier von 0 Grad Celsius im Sommer bis zirka -50 Grad Celsius im Winter. Im Sommer scheint 24 Stunden am Tag die Sonne, in der Polarnacht zwei Monate nur Dämmerung/ Dunkelheit.

Mobilfunknetz, Fernsehen und Radio gibt es hier nicht. Dafür haben wir Internet/IP-Telefon über 1 MBit/s Satelliten-Standleitung, SES-4 Sat. (Radom mit 3,7m Spiegel).

Kurze Info noch zu mir: Normalerweise bin ich in der Freiwilligen Feuerwehr Moers Löschzug Scherpenberg zuhause. Nachdem ich im Rahmen des Amateurfunk Jugendprojektes Young Helpers on the Air – YHOTA bereits zwei Mal gemeinsam mit Jugendfeuerwehr und THW-Jugend auf Kurzwelle vom Niederrhein aus mit der Antakrtis gefunkt hatte (Autoakku, 100W Kurzwellenfunkgerät, 44m Draht als Antenne), hat es mich jetzt für 14 Monate selbst ans Ende der Welt verschlagen.

Wer will, kann sich über eine Webcam mal selbst ein Bild machen: https://www.awi.de/NM_WebCam/neumayerW.last.jpg

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