Ministerium veröffentlicht Strahlen-Messwerte

Büchen (SH) – Die Atomaufsicht des Kieler Justizministeriums hat ihr Schweigen zum Strahlen-Fall aus dem Naturschutzgebiet “Nüssauer Heide” in Büchen (Kreis Herzogtum Lauenburg) gebrochen. Eine Woche nach der durch Feuerwehrleute des “Löschzug Gefahrgut” im Rahmen einer Katastrophenschutzübung festgestellten Radioaktivität hat die Behörde die Messdaten ausgewertet.

Ergebnis: Es wurde eine akkumulierte Strahlendosis von 0,3 Mikrosievert festgestellt. “Das entspricht dem, was man als natürliche Strahlenbelastung erwartet”, teilt Dr. Wolf Gehrmann vom Justizministerium mit.

Wie berichtet hatte die Feststellung der Feuerwehrleute, deren Messgeräte Alarm ausgelöst hatten, in der vergangenen Woche für eine anhaltende Geheimniskrämerei gesorgt. Trotz zahlreicher Anfragen hatte die Atomaufsicht des Landes zunächst keine Messwerte veröffentlicht. Allgemein verlautete nur, es bestünde keine Gefahr. Zwar wurde damit schnell Entwarnung gegeben, doch die Behörden wollten aus unerklärlichen Gründen keine Messdaten veröffentlichen. Und die Feuerwehr erklärte, man sei dazu nicht befugt.

“Auffälligkeiten” ohne erhöhte Strahlenintensität

Die Strahlenschutzexperten der Atomaufsicht haben nun insgesamt 14.217 Datensätze, die im Erkundungsfahrzeug der Feuerwehr am 21. April in Büchen im Sekundentakt aufgezeichnet wurden, ausgewertet. 25 dieser Datensätze sollen nach Mitteilung des Justizministeriums nicht näher bezeichnete “Auffälligkeiten” gezeigt haben, jedoch ohne eine erhöhte Strahlenintensität. Die Strahlendosis wurde von den Experten über die vier Stunden dauernde Messfahrt akkumuliert und wird jetzt mit 0,3 Mikrosievert angegeben. Gehrmann: “Ein Zusammenhang mit atomaufsichtlichen Vorgängen besteht nicht.”

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Unklar bleibt unterdessen, warum das erst 2010 vom Kreisfeuerwehrverband in Dienst gestellte Erkundungsfahrzeug einen Alarm ausgelöst hatte und warum es eine Woche dauerte, die Datensätze konkret auszuwerten. Denn in einem Ernstfall würde der “Löschzug Gefahrgut”, der regelmäßig Einsatzszenarien trainiert, genau solche Datensätze erheben, um beispielsweise über nötige oder eben nicht nötige Evakuierungsmaßnahmen entscheiden zu können.

Feuerwehr steht in der Kritik

Vertreter verschiedener Parteien in Schleswig-Holstein fordern jetzt bereits eine weitreichende Aufklärung, eine detaillierte Einsicht in die Messdaten und führen Kritik an der Arbeit der Feuerwehrleute an. “Es bleiben Fragen unbeantwortet. Der Vorfall muss deshalb aufgearbeitet werden. Es fällt schon schwer nachzuvollziehen, warum beim Übungs-Szenario `Flugzeugabsturz` nach Radioaktivität gesucht wurde. Die dabei gewonnen Messwerte hätten mit spitzen Fingern angefasst werden müssen, denn es fehlt jede plausible Erklärung, wie diese zustande gekommen sein sollten”, so zum Beispiel die FDP-Abgeordnete Christel Happach-Kasan. (Text: Timo Jann)

Nach der Feststellung einer erhöhten Strahlung während einer Einsatzübung, rückten nochmals Messwagen der Feuerwehr in das Gebiet "Nüssauer Heide" bei Büchen an. Foto: Timo Jann

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Da sollte Frau Happach-Kasan sich mal informieren, was so bei Flugzeugunglücken dabei sein kann. Nicht nur, daß man nicht immer sofort die Ladelisten hat, bei einigen Flugzeugen war auch radioaktives Material als Teil der Konstruktion an Bord: http://de.wikipedia.org/wiki/El-Al-Flug_1862 (ist in der englischen Version genauer ausgeführt) und damit rechnet ganz sicher niemand.
    Abgesehen davon sollte Meßwerten immer nachgegangen werden. Sie als Nonsens abzutun, nur weil man sie nicht erwartet, ist meiner Meinung nach unverantwortlich.

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  2. Ich finde es nun eine Frechheit,die Feuerwehr nun so schlecht darzustellen.
    Bei dem Stichwort “Flugzeugabsturz” kann ein Flugzeug ja wer weiß was geladen haben!…Da finde ich es richtig,das man auch auf Radioaktivität achtet.Außerdem,kann man in so einer speziellen Übung auch ruhig mit den Messgeräten arbeiten.

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  3. Lieben Feuerwehrmagazin,

    Könnt Ihr bitte ein paar Addressen und E-Mail Addressen der Atomaufsicht veröffentlichen? Ich denke es ist mal wieder an der Zeit, Briefe zu schreiben und ein wenig Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben. Die Einsatzkräfte vor Ort haben alles richtig gemacht, jetzt müssen wir Ihnen den Rücken stärken!

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  4. Ministerium für Justiz,
    Gleichstellung und Integration
    Dr. Wolfgang Cloosters
    Adolf-Westphal-Str. 4
    24143 Kiel

    Telefon: 0431 988-4006
    Telefax: 0431 988-4232

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  5. Ist ja wohl unglaublich, dass jetzt die Feuerwehrleute schlecht gemacht werden nur weil sie nach Stoffen gesucht haben nach denen sie eigentlich nicht suchen sollten. Ich finde das verhalten der Kameraden völlig Richtig. Nicht nur die Suppe auslöffeln, NEIN, wir schauen auch mal über den Tellerrand und messen auch mal andere Stoffe!

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  6. War doch klar das versucht wird es unter den tisch zu kehren und das die Feuerwehrleute die pösen Buben sind….ich könnt platzen ! -.-

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  7. jede Sekunde 1 Datensatz, bei 25 auffälligen Datensätzen sind das 25 sec, dass wenn man über 4h akkumuliert, nur 0.3μSv herauskommen ist klar 🙂
    bin gespannt ob das jemals rauskommt, wo die da vorbeigefahren sind.
    Wenn sie mit etwa 40km/h gefahren sind, ist das beleastete Gebiet 250m lang

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  8. HAHA, das ist ein typischer Fall von “keine Ahnung, was man denn da misst und wie man es auswertet”. 0,3µSv durch 4h ergibt ne durchschnittliche DL von 70 nSv/h…Die natürlcihen Schwankungen können bis 150 nSv/h gehen. Vielleicht hätte Feuerwehrs gleich mal jemand fragen sollen, der sich damit auskennt und nicht ein stupides Ablesen von nano Werten mit 3 Stellen hinterm Komma praktizieren.
    Das ist eben der Beweis: Der Großteil der Feuerwehren ist mit dem Thema Strahlenschutz überfordert!

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  9. Die FW hat die Daten garantiert schnell genug weitergegeben, aber wer weiß was da vertuscht werden soll und welche Ergebnisse wirklich an die Presse gelangen dürfen.

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  10. Ich würde da gern auch mal hin mit unserem Erkunder, mal sehen was der so sagt. Ich finde das nicht gut das die Politik jetzt die Kameraden zur Rechenschaft ziehen will. Gemessen, gemeldet und geprüft. Arbeit erledigt. Das ist unser Auftrag. Wofür sind denn die Erkunder da! Ich bin doch leicht sauer. Was sagt das BBK dazu?

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  11. Selbe strecke nochmal abfahren, wer weis vielleicht gibts nochmal was!

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  12. Naja so kennt man das ja! So war es immer schon und so wird es bleiben! Messwerte werden immer verharmlost. Da ist leider Gang und gebe…
    Jedoch die Kaeraden verantwortlich zu machen ist eine regelrechte Sauerrei!
    Ich meine diese Kameraden machen ihren Job und Feierabend!

    Meine Meinung ist: Wer verharmlost der gefährdet!!!!

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  13. Ich empfehle in der mediathek des ZDF die beiden folgen Planet e mit dem Titel Strahlenjäger. Der wichtigste Satz der darin gesagt wird ist: Bei Strahlenunfällen stirbt die Wahrheit als erstes. Zahlreiche Beispiele werden dort genannt. Ob dies hier ein weiteres Beispiel ist?

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  14. Warum soll bei einen simulierten Flugzeugabsturz nicht nach Strahlenwerten gemessen werden? Was ist wenn im Flugzeug, als Fracht, etwas Radioaktives transportiert wurden ist? Viele Flugzeuge, ja auch PAX, nehmen Fracht mit!!!!

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  15. Est ist doch normal das der ErkKw nach Strahlung gemessen hat da alle Messgeräte ob es das PID das RAID oder das Strahlenmessgerät in dem Fahrzeug bei jeder Messfahrt immer Eingeschaltet sind und auch dann Messen und Alarm geben wenn in der Software des Erkunders keine aktive Messung läuft!
    Und es spricht für sich das bei einem Alarm natürlich eine Messung gestartet wird.
    Mkg Ingo

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  16. Grade bei Frachtflugzeugen weiß man ja nicht was drin ist. Gefahrguttransporte auf Straße, Schiene und Wasser sind ausgeflaggt. Bei einem Flugzeugabsturz ist nicht wirklich zu erkennen was das Flugzeug geladen hatte. Ich finde die Kameraden haben alles richtig gemacht. Nur scheinen sie zu viel zu wissen.

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  17. Akte X !!!! Warum wird mal wieder verheimlicht , das ca. 4 Tage zuvor dort ein UFO gesichtet wurden sein soll das dort angeblich ca. 25 min. über dem Gebiet verghaart haben soll und dann weiter reiste 😉

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  18. von der FDP? gibt es die Partei noch 😉 soll er doch selber messen in seiner Freizeit… Wenn die Feuerwehr etwas feststellt, ist das ihre Pflicht es zu melden (Gefahrenabwehr) Pflicht der Politik ist es, zu Vertuschen… und natürlich das Ehrenamt zu stärken. Nee is klar…

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  19. Eine Woche Geheimniskrämerei um Nichts?! Wer soll das denn glauben?

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  20. 0,3 millisievert. Spricht da überhaupt ein Messgerät an??? Naja irgendwas schmeckt da komisch

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  21. Ach hör mir doch auf. Alles verseuchen lassen, dann wegdiskutieren/ignorieren, dann sind die, die es enteckt haben der Arsch und zum Schluss kann die Politik wieder feierlich ein Pflegezentrum für an Leukämie erkrankte Kinder eröffnen. Brauchen die sich wundern, wenn es da Vertrauensverlust in die gewählte Volksvertretung gibt??

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  22. Warum, meine Werten Damen und Herren Politiker, warum fällt es zunehmend
    schwerer Ihnen zu glauben ??

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  23. “Eine Gefahr für die Bevölkerung bestand (natürlich!) zu keinem Zeitpunkt” – sagte der politisch Verantwortliche, bevor er medienwirksam für die Kamera’s die Erbsensuppe aus der Feldküche löffelte und dabei dachte: Gottseidank gibt es heute Abend wieder ein Buffett bei den mich sponsornden Unternehmen.

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  24. Ich glaub es nicht…..bei jedem Einsatz soll die Feuerwehr umsichtig und vorbeugend arbeiten. Nun werden Werte gemessen, die den Politikern gar nicht gefallen, wie hoch oder niedrig sie auch gewesen sein mögen, und schon wird gefragt, warum bei einem solchen Szenario Strahlenmessungen vorgenommen werden…. POLITIKER: Was wollt Ihr eigentlich???

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