Migranten sollen Feuerwehren verstärken

Friedberg (HW) – Der Wetteraukreis möchte mehr Migranten in der Feuerwehr integrieren. Das Thema war ein Themenschwerpunkt in einer Zukunftsklausur in dem hessischen Landkreis. Auch Frauen sollen als neue Mitglieder gewonnen werden – um dem Mitgliederschwund in freiwilligen Feuerwehren vorzubeugen

Brandschutzdezernent Ottmar Lich sprach bei seiner Begrüßungsansprache von einem Thema mit “Pioniergeist.” Auch in den Gremien des Deutschen Feuerwehrverbandes würde über dieses Thema diskutiert. Ziel sei es, möglichst vielfältige Zielgruppen wie Frauen und Migranten für das Ehrenamt zu gewinnen. Der Anteil der Migranten in der freiwilligen Feuerwehr liegt momentan bei einem Prozent.

Eigens zu diesem Thema wurde Aysel Özdemir aus Bad Hersfeld eingeladen. Die aktive Feuerwehrfrau referierte in ihrem Vortrag über ihren Weg in die freiwillige Feuerwehr und ihre persönlichen Erfahrungen im Umgang mit diesem Ehrenamt. “Die Feuerwehr muss Abbild der Gesellschaft sein”. Die Integration von Migranten in die Feuerwehren sei nicht nur gesellschaftliche Aufgabe, sondern auch ein wichtiger Selbstzweck der Wehren. In Städten und auch in den ländlichen Gebieten spürt am bereits den Mitgliederschwund. Zudem gehe allerorten die Tagesverfügbarkeit der ehrenamtlichen Helfer zurück. “Die Feuerwehren können es sich nicht länger leisten, eine migrantenfreie Zone zu sein”, so Özdemir.

Auch der demografische Wandel in der Gesellschaft sollten die Feuerwehren veranlassen, über neue Formen der Mitgliederwerbung nachzudenken. Jeder fünfte Einwohner der Bundesrepublik hat inzwischen einen Migrationshintergrund. Vergleichbare Mitgliederzahlen finden sich jedoch nicht in den Feuerwehren. Wenn hier eine Begegnung stattfinden solle, müssten die Bedürfnisse der Migranten erkannt und auch geachtet werden, wenn man Erfolg haben wolle. Allen Beteiligten sollte klar sein, dass Menschen mit Migrationshintergrund nicht von sich aus in die Feuerwehrhäuser kommen. Sie müssen auf der einen Seite aktiv angesprochen werden, und auf der anderen Seite bei ihren ethnischen Besonderheiten abgeholt werden.

Ottmar Lich abschließend: “Ich bin mit dem Ergebnis des Workshops sehr zufrieden und hoffe dass wir der Problematik der Integration von Migranten ein großes Stück näher gekommen sind. In diesem Prozess darf sich keine Seite verbiegen, sondern jeder sollte die Bedürfnisse der anderen kennen, um ihnen auf dem Weg ein Stück entgegen zu kommen.”

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