So gelingen Euch Mastwurf, Schotenstich und Co.

Knoten und Stiche bei der Jugendfeuerwehr

Die Knotenkunde gehört zu den klassischen Inhalten der Jugendfeuerwehr-Ausbildung. Wir finden, Jugendfeuerwehr-Mitglieder müssen einige Knoten und Stiche beherrschen. Den Mastwurf sollte wirklich jeder legen und stechen können. Kreuzknoten* und Zimmermannsstich gehören auch zum Basiswissen. Und den Schoten-stich müssen die drauf haben, die beim Wettbewerb glänzen wollen. Halit und Christian von der Jugendfeuerwehr Bremen-Neustadt zeigen Euch, wie diese Knoten einfach gelingen.

*Ja, wir haben auch den Kreuzknoten mit aufgenommen, weil er beispielsweise fester Bestandteil des Bundeswettbewerbs der Deutschen Jugendfeuerwehr ist. Dass er als Feuerwehrknoten nicht mehr verwendet wird (verwendet werden darf), ändert nichts daran, dass wettbewerbs-ambitionierte Jugendfeuerwehren ihn nach wie vor beherrschen sollten.

Christian und Halit aus der Jugendfeuerwehr Neustadt in Bremen haben bei unserer Knotenkunde für Feuerwehr-Magazin 7/2018 mitgemacht. Foto: Patzelt

Übrigens, es kann auch Feuerwehrmann-Anwärtern nicht schaden, Knoten und Stiche vor der Truppmannausbildung nochmal zu üben.

Den Mastwurf muss jeder können!

Wir fangen mal einfach an und zeigen Euch hier den Mastwurf Schritt für Schritt. Zunächst führt Ihr das hintere Ende der Leine mit der rechten Hand unter dem Knotengestell durch und legt es über das vordere Ende. Fixiert diese Stelle mit der linken Hand und legt das hintere Ende nun nach links über das Knotengestell.  Mit der rechten Hand greift Ihr durch die entstandene Schlaufe unter dem Balken zu dem hinteren Leinenende durch. Ihr zieht es durch die Schlaufe und den Mastwurf am Knotengestell damit fest.

Die Knotenkunde im Feuerwehr-Magazin 7/2018

In der Juli-Ausgabe zeigen wir genauso detailliert, wie hier den gestochenen Mastwurf auch die gelegte Variante, den Ankerstich, den Kreuzknoten, den Zimmermannsstich und den Schotenstich. >> Das Heft hier direkt bestellen. 

Berliner Feuerwehr TV – der Mastwurf im Video

Den Mastwurf und weitere Knoten und Stiche erklärt die Berliner Feuerwehr in mehreren Folgen in ihrem YouTube-Channel. Wir empfehlen: Anschauen und mit Kameraden teilen.

Knoten und Stiche spielerisch lernen

Sie gehören zum Ein-mal-Eins der Feuerwehr: Knoten und Stiche. In Einsätzen mit Personengefährdung können sie auch Leben retten. Knoten zu erlernen ist reine Übungssache, die richtige Leine zu nehmen gehört dazu. Wir haben diese Kleine Übung gemeinsam mit der Jugendfeuerwehr Horstedt (NI) durchgeführt.

Leinen unterscheiden

Im allgemeinen Feuerwehrdienst werden zwei Arten von Leinen verwendet: die weiße Feuerwehrleine (auch Feuerwehrsicherheitsleine genannt) und die rote Mehrzweckleine (Arbeits- oder Halteleine). Bei Rettungsknoten, zur Eigensicherung oder Sicherung von Geräten darf ausschließlich die Feuerwehrleine verwendet werden. Das Einbinden der Saugleitung kann zum Beispiel nur mit der Mehrzweckleine geschehen. Um effektiv üben und den Unterschied beider Leinen aufzeigen zu können, haben sich Knoten-Übungsleinen bewährt. Sie bestehen aus unterschiedlich kurzen Stücken beider Leinentypen.

Knoten üben mit verbundenen Augen, eine gute Idee für Jugendfeuerwehr-Dienste. Foto: Patzelt

Stärke und Ausstattung

Diese Übung erfordert eine minimale Vorbereitung. Sie lässt sich draußen und drinnen durchführen. Die optimale Stärke liegt bei einer Löschgruppe (1/8) mit einem Ausbilder. Für die Vorübungen sollte jedem Gruppenmitglied eine Leine zur Verfügung gestellt werden. Bei der eigentlich Übung reichen fünf Leinen aus. Zusätzlich wird Material zum Verbinden der Augen benötigt. Dafür empfehlen sich Schlaf- oder abgeklebte Schwimmbrillen. Diese können auch erst zum tatsächlichen Übungsbeginn verteilt werden – als Überraschungseffekt.

Einstieg

Knotenübungen zählen nicht gerade zu den spektakulären Tätigkeiten bei den Feuerwehrdiensten. Es gilt, den Bezug zu Einsatzsituationen zu verdeutlichen. Als Vorübung stellt sich die Gruppe der JF Horstedt im Halbkreis auf. Dann bekommt ein Freiwilliger die Aufgabe, sich mit verbundenen Augen die Schuhe zuzubinden. Währenddessen muss er seine räumliche Umgebung beschreiben und Fragen beantworten. In der Regel ist dies für die Kameraden kein Problem, denn das Binden der Schnürsenkel ist eine viel geübte Fingerfertigkeit. Zur Erklärung kann der Ausbilder auf folgende Einsatzlage verweisen: Bei starker Verrauchung müssen sich Einsatzkräfte in unbekannter Umgebung orientieren, eine Person mit dem Rettungsknoten sichern und aus der Gefahrenzone retten. Dabei sollte das Anlegen des Knotens routiniert erfolgen, wie bei der Schleife am Schuh. Um das „blinde“ Knoten zu üben, können die Gruppenmitglieder die bekannten Feuerwehrknoten und -stiche nach Belieben ausprobieren.

Die Knoten-Übungsleine

Optimal für die Dienste zu Knoten und Stiche. >>Hier im 10er-Pack erhältlich.

Vorgehen

Zunächst sollten die Feuerwehrangehörigen beziehungsweise Jugendfeuerwehrleute den Rettungsknoten einige Male gemeinsam üben, bis die Fertigkeit wieder ausreichend aufgefrischt ist. Zu beachten: fester Sitz, aber nicht einschnürend; Verlauf knapp unter den Achseln; bei Frauen und übergewichtigen Männern über der Brust schnüren. Wenn es bei allen wieder „sitzt“, kann die eigentliche Übung beginnen. Diese wird durch das Tragen der Persönlichen Schutzausrüstung realistischer.

Die Kameraden bilden Trupps und stellen sich jeweils mit ein paar Metern Abstand zu ihren Truppmitgliedern auf. Die eine Hälfte der Feuerwehrleute setzt sich die Brillen auf. Ihre gegenüber stehenden Kameraden halten eine Leine in der Hand. Der Übungsbefehl für die „blinden“ Einsatzkräfte lautet: Person kriechend auffinden und ansprechen, die Leine ertasten, den Rettungsknoten anlegen, dem Opfer das Handeln erklären. Zum Start lassen die „Sehenden“ die Leinen vor sich fallen. Um die Notwendigkeit des Rettungsknotens zu verdeutlichen kann beispielsweise eine Rettung über eine Leiter simuliert werden. Natürlich mit offenen Augen.

Nach dem erfolgreichen ersten Durchgang wird getauscht. Die Aufgaben können, wie hier beschrieben, von Einzelnen ausgeführt werden. Aber auch eine truppweise Personenrettung bietet sich an. Danach können die Kameraden die Selbstrettung üben. Beispiel: Ein Kamerad gerät in Not. Er muss die Leine ohne Sicht ertasten und sich selbst den Rettungsknoten anlegen. Für die „Sehenden“ gilt immer, nur zu beobachten und keinerlei Hilfestellung zu geben.

Nachbereitung

Direkt nach den Übungsdurchgängen sollen die Teilnehmer ihre eigenen Eindrücke, vielleicht auch Schwierigkeiten, schil-dern. Diese „blinde“ Personenrettung kann in größere Einsatzübungen eingebunden werden.

Übungsziel

Knoten und Stiche sicher zu beherrschen und die richtige Leine zu wählen, erzeugt mehr Sicherheit im Vorgehen. Dies nicht nur am Knotengestell, sondern an Personen und Geräten zu üben, verdeutlicht die Relevanz beim Einsatz.

Vorgeschlagen von Fritz Eckert, Gruppenführer und Kreisausbilder, FF Hetlingen (SH).

Kommentar zu diesem Artikel

  1. “Endlich verständlich” stand auf dem Cover.
    Seite 46 aufgeschlagen… Auf gut Saarländlisch: “Häää?”.
    Beherrsche die Knoten, wie damals in der JF von mir verlangt, blind und auch nachts um drei, aber “verständlich” geht besser;-)

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