Kinderfeuerwehren bundesweites Thema

Berlin – Mit einem Fachkongress in Berlin starteten der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) und die Deutsche Jugendfeuerwehr (DJF) das Projekt „Kinder in der Feuerwehr“. Die Teilnehmer trugen Ideen und praktische Beispiele aus den Landesverbänden zusammen. Aus dem Kongress ging die Forderung hervor, einen Fachausschuss Kinderfeuerwehr zu bilden.

In einigen Bundesländern gibt es bereits Kinderfeuerwehren, oft auch „Bambinis“, „Löschzwerge“ oder „Minis“ genannt. Bundesweit sind bereits etwa 12.000 Kinder unter zehn Jahren in mehr als 1.000 Kindergruppen aktiv. Einheitliche Regelungen gibt es bisher nicht.

Rund 100 Vertreter aus Landesverbänden tauschten sich über Erfahrungen, Chancen und Perspektiven von Kindern in der Feuerwehr aus. Sie diskutierten neben (versicherungs-)rechtlichen Rahmenbedingungen auch über Örtlichkeiten, Inhalte, Bekleidung und pädagogische Vorrausetzungen.

„Wenn wir Kinder in der Feuerwehr haben wollen, müssen wir uns Herausforderungen stellen. Ich stehe auf der Seite derer, die das wollen und die sagen, das muss sein“, betont DFV-Präsident Hans-Peter Kröger. „Das ist eine reine Selbsterhaltung des Systems: Die Jugendverbände sind gezwungen, der Zeit voraus zu denken. Wir müssen sagen: Komm zu uns!“

Klare Forderungen für die Zukunft

„Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um sich über die Chance von Kinder in der Feuerwehr zu beraten“, fügt DJF-Bundesjugendleiter Johann-Peter Schäfer hinzu. „Ich bin froh über die Denkanstöße, welche die Teilnehmer geäußert haben. Jetzt wissen wir, wo sich Problemfelder befinden und wo wir gezielt eingreifen müssen.“

Die Teilnehmer stellten Forderungen an den Feuerwehrverband und die DJF:

  • Ein regelmäßiger Austausch zwischen Erfahrungsträgern und –suchenden muss ermöglicht werden. Dazu benötigt es Aus- und Fortbildungsangebote.
  • Es soll ein Fachausschuss Kinderfeuerwehr gegründet werden, dessen Vorsitzender als Ansprechpartner auf Bundesebene für Probleme und Projekte fungiert.
  • Zu Zeiten des Web 2.0 sollen Ideen und Handwerkszeug in Form einer virtuellen Plattform zur Verfügung stehen. Ein Erfahrungsaustausch und das Lösen von Konflikten kann in Foren erfolgen.

Schäfer ging auf einige Forderungen direkt ein: „Wir wollen ein bundesweites Seminar für Kinderfeuerwehren in Form eines Pilotprojektes entwickeln. Wir werden die Leitmotive und Anregungen dieses erfolgreichen Kongresses aufnehmen und weitertragen.“

„Der Föderalismus führt zu diversen Modellen sowie verschiedenen Feststellungen und Fortschritten. Daraus wollen wir die besten Ansätze und Lösungen für die Praxis zusammenstellen. Die DJF fasst Erfahrungen und theoretische Grundlagen in einem Arbeitsheft zusammen“, erklärt Marcus Moser, Fachausschussvorsitzender Bildung, nach dem Kongress.“

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