Keine Beförderungen wegen Geldnot

Wuppertal (NW) – Die Stadtkassen von Hagen, Oberhausen, Duisburg und Wuppertal sind leer. Seit Jahren warten Feuerwehrleute dieser Städte auf ihnen zustehende Beförderungen. Die vom Beförderungsstopp betroffenen Kollegen sind durch Fort- und Weiterbildungen “in Vorleistung gegangen”, haben sich für höherwertige Tätigkeiten qualifiziert und diese auch übernommen. Trotz größerer Verantwortung ist ihre Bezahlung aber nach wie vor unverändert.

Michael Schwarz von der BF Wuppertal zeigt die Petition. Foto: Peter FichteAuf diese Situation machen die Feuerwehrleute im Düsseldorfer Landtag seit 2009 aufmerksam. Doch alle Gespräche mit den Parteien im Landtag konnten bislang nichts bewegen. Auch wenn sich die Parteien im 2010 geschlossenen Koalitionsvertrag verpflichtet haben, die Situation der Feuerwehrleute zu verbessern, scheint diese Verpflichtung nur auf dem Papier zu existieren. Nach Aussagen von mehreren Feuerwehrleuten der betroffenen Städte scheint nämlich den Politikern aller Parteien – trotz der ausdrücklichen Nennung im Koalitionsvertrag – die Beförderungssituation in den Wehren unbekannt zu sein. Das Beamtengesetz sieht, im Gegensatz zu Angestellten-Tarifverträgen, nun mal kein Recht auf eine Beförderung vor. Dennoch sehen die Feuerwehrleute einen zumindest moralischen Anspruch auf bessere Bezahlung, wenn Sie höherwertige Aufgaben in der Feuerwehr wahrnehmen.

Schon 31 Kollegen haben die Feuerwehr verlassen

Michael Schwarz von der Berufsfeuerwehr Wuppertal sieht diese Entwicklung mit Besorgnis: “Es ist in Ordnung, wenn nach Übernahme einer verantwortungsvolleren Tätigkeit sechs Monate auf die entsprechende Beförderung gewartet werden muss. Doch einige Kollegen üben bereits seit fünf Jahren höherwertige Tätigkeiten ohne die entsprechende Bezahlung aus. In den letzten vier Jahren haben 31 Kollegen die Feuerwehr verlassen und sind in andere Städte gezogen. Dort wurden sie direkt befördert. Von der Beförderungssperre sind in Wuppertal zurzeit 126 von 320 Feuerwehrleuten betroffen. 99 von ihnen warten auf die Beförderung um eine Gehaltsstufe, 27 sogar auf zwei Beförderungsstufen.

Ehrenamtliche müssen BF-Fahrzeuge besetzen

Die teilweise jahrelange nicht angemessene Bezahlung führt zu Unzufriedenheit. Besonders brisant ist, dass beispielsweise in Wuppertal drei Viertel der Feuerwehrleute im gehobenen Dienst auf der Beförderungs-Warteliste stehen und als Führungskräfte ihre Kollegen des mittleren Dienstes – von denen auch viele auf der Warteliste stehen – motivieren sollen. Die Personalsituation spitzt sich zu. In Wuppertal werden inzwischen Fahrzeuge der Berufsfeuerwehr regelmäßig durch Angehörige der freiwilligen Feuerwehr besetzt.

Rechtsanspruch auf Beförderungen gefordert

Um diesen Beförderungs-Missstand zu beheben haben jetzt Feuerwehrleute aus Hagen und Wuppertal eine Petition an den Petitionsausschuss des Landes Nordrhein-Westfalen formuliert. Sie fordern einen Rechtsanspruch auf Beförderungen bei der Übernahme von höherwertigen  Aufgaben. Unterstützt werden sie bei ihren Bemühungen um eine gerechte Bezahlung bereits von den Kollegen aus Remscheid, Solingen und Essen. Auch Oberhausen hat sich, da selbst betroffen, vor einer Woche solidarisch erklärt und macht bei der Aktion mit.

Wer die Kollegen bei ihrem Kampf für eine gerechte Bezahlung unterstützen möchte, kann die Petition im Internet als PDF herunterladen und per Post oder Fax an die im Schreiben genannte Adresse der Landesregierung Nordrhein-Westfalen schicken. Die Internetadresse lautet: www.berufsfeuerwehr.de/petition.html (Text und Foto: Peter Fichte)

8 Kommentare zu “Keine Beförderungen wegen Geldnot”
  1. patrick merz

    ist bschoin scheise man wird befördert hat hart dafür geschuftet das mman befördert wir d und MEHR geld bekommt

  2. Notrufprotokoll

    du solltest mal hart schuften und Deutsch lernen!

    Zum Thema: Wenn man mit mir so eine Sauerei veranstalten wollte würde ich genau das gleiche tun -> Kündigen und woanders mein Glück suchen, andere BFen nehmen dich mit Kusshand.

    Es kann weder sein, dass es Fahrzeugführer in der Gehaltsstufe A7, nocht Zugführer in der Gehaltsstufe A8 geben, und es kann vor allem nicht sein, dass eine Großstadt wie Wuppertal bei soetwas existenziellen wie der Feuerwehr spart.

  3. motivation am arbeitsplatz funktioniert nicht ausschließlich über geld. dazu gehören auch ausbildung, verantwotung verteilen, technik, ausrüstung und gebraucht zu werden.

    aber nicht für seien geleistet arbeit bezalht zu werden kann nicht richtg sin wo jeder in der freien wirtschaft sofort klagen würde oder sich einen neuen arbeitgeber sucht. da muss das bematensystem noch verbesseert werden. (schneller anpassung an die gesellschaft)

  4. Florian

    Daumen hoch Patrick Merz.

    Bitte spar die solche Kommentare. Bis der Leser kapiert was du mit den hingerotzten Wortfetzen ausdrücken willst, ist das Thema längst nicht mehr aktuell.

    Gewöhnt Euch endlich mal eine saubere Schreib- und Ausdrucksweise an. Das regt mich so auf Patrick und Co.!

  5. Ich habe sehr großes Verständnis für die Betroffenen!

    Trotzdem sollte hier gesagt werden, dass es sich bei der Petition bzw. der im Koalitionsvertrag vorgesehenen Maßnahme um eine (Zitat)”Änderung des Leitfadens vom 06.03.2009 „Maßnahmen und Verfahren zur Haushaltsicherung“” handelt!

    Dieser Leitfanden dient der zeitnahen Erreichung eines genehmigungsfähigen Haushaltes…

    Wie realistisch es da ist einen (relativ kleinen) Teil der städtischen Mitarbeiter bevorzugen zu wollen (in der dazugehörigen Änderung der NRW Gemeindeordnung sollen laut der Petition Feuerwehrbeamte expliziet genannt werden) mag jeder Leser selbst beurteilen…

  6. Florian

    …und schaut auf den Bildschirm und prüft das Geschreibsel. Nicht einfach blind lostippen und ENTER drücken! Arrrrgggghhhhh!!!!

  7. In meinen Augen ist es Unverantwortlich, Menschen die zu unserer Sicherheit da sind, so zu behandeln.
    Jeder andere Berufsstand wäre längst in den Streik getreten!

  8. @ Eric: ich sage nicht Beamte müssen das aushalten – aber: Wenn du schon von Streik redest, dann muss man auch sagen jeder andere Arbeitgeber wäre von Insolvenz bedroht!

    IN DIESER SITUATION mehr Geld zu fordern scheint mir vermessen!!!

    Gerade im gehobenen und höheren Staatsdienst weiß man vorher, dass man weniger verdient als in der Wirtschaft!

    Natürlich muss gegen die Überschuldung der Gemeinden etwas getan werden! Und dann ist Zeit für Beförderungen

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