Herzinfarkt kostet vier Menschenleben

Sillium (NI) – Ein 59-jähriger Lkw-Fahrer raste nachts auf der Autobahn 7 bei Sillium (Kreis Hildesheim) durch die Leitplanken in den Gegenverkehr. Dort prallte er mit seinem Fahrzeug gegen einen BMW. Vier Menschen kamen zu Tode, unter ihnen auch der Lkw-Fahrer. Er hatte vorher einen Herzinfarkt erlitten. Die Analyse des dramatischen Unfalls zeigt das VOX-Magazin “auto mobil” am Sonntag – 3.10.2010, 18.15 Uhr – in der Reihe “Die Unfallakte”.

Drei Insassen sterben. Foto: VOX
In diesem BMW sterben drei Insassen nach einem Zusammenprall mit einem Lkw. Dessen Fahrer hatte am Lenkrad einen Herzinfarkt erlitten. Foto: VOX

„Es gab keine Brems- und Verzögerungsspuren. Der Lkw-Fahrer war offensichtlich ungebremst durch die Leitplanke gefahren. Dadurch wurden die Scheinwerfer des Trucks beschädigt, so dass der Lkw wie ein riesiger dunkler Gegenstand auf die Gegenfahrbahn kam. Er war also für den BMW-Fahrer überhaupt nicht zu erkennen. Auch ein Ausweichen war so gut wie unmöglich“, erklärte Matthias Rink von der Autobahnpolizei Hildesheim.

Nach Zeugenaussagen sei der Lkw-Fahrer langsam von der rechten auf die linke Fahrspur geraten. Auch auf einen Funkspruch der 59-jährige Mann nicht mehr. „Auffällig war, dass die Zerstörungen an dem Lkw relativ gering waren und dass der Mann deswegen eigentlich nicht hätte sterben müssen. Für mich deutete von vorn herein alles auf eine Krankheit des Lkw-Fahrers als eigentliche Unfallursache hin“, sagte der Sachverständige Bernhard Rodeck, der die Unfallstelle untersucht hatte.

Die Staatsanwaltschaft in Hildesheim ordnete die gerichtsmedizinische Obduktion des Fahrers an. Der Gerichtsmediziner findet tatsächlich eindeutige Hinweise, die auf einen Herzinfarkt am Lenkrad schließen lassen. Und obwohl weder die Spedition noch Angehörige des 59-jährigen davon etwas gewusst haben wollen, dürfte es nicht der erste Herzinfarkt gewesen sein. Die Aufarbeitung unterstreicht, wie wichtig es für Lkw-Fahrer ist, die ab dem vollendeten 50. Lebensjahr gesetzlich vorgeschriebenen Gesundheitsuntersuchungen wahrzunehmen.

Alles spricht dafür, dass der Fahrer des Schwertransporters bereits einhundert Meter vor dem Unfall ohnmächtig hinter dem Lenkrad gesessen hat. Damit stellt der Verlauf des Unfalls  für Diplom-Ingenieur Bernhard Rodeck letztendlich die „Verkettung unglücklicher Umstände“ dar. Kaum nachzuvollziehen sind diese  Fakten jedoch für die Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr in Sottrum „Noch an der Unfallstelle haben wir uns gefragt: Was geht hier überhaupt ab? Wenn man sich dann vorstellt, dass die beteiligte Familie auf dem Weg zu einer Familienfeier nach Hamburg war und dort niemals angekommen ist, fällt es schwer, sich mit den Details dieses Unfalls abzufinden“, betonten Jürgen Engwicht und Michael Kook, Leitungskräfte der Feuerwehr. (Quelle und Foto: VOX)

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