Größeres Feuerwerk: Querschläger-Gefahr?

Berlin – In diesem Jahr dürfen erstmals Feuerwerkskörper mit einer Effektmasse von bis zu einem halben Kilogramm verkauft werden – rund doppelt so viel, wie bislang. Und nicht nur das: Die “Munition” darf auch leicht schräg aus den Batterien aufsteigen, bislang waren nur senkrecht aufsteigende Effekte erlaubt. Bei Feuerwehren kommt die Befürchtung auf, dass dies zum Beispiel Balkonbrände begünstigen könnte.

Die Feuerwehr Berlin, die sich seit Jahren mit aufwändigen Kampagnen für Aufklärung in Sachen Silvesterfeuerwerk einsetzt, zeigte vor Journalisten, wie sich eine solche vertikale Feuerwerksbatterie in einer Straße auswirken kann. Maschinengewehrartig werden die Salven abgefeuert – und könnten dabei durchaus auch Menschen auf Balkonen treffen – oder dort Brände auslösen. Die Gefahr von Querschlägern erscheint hoch.

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Bislang galten Batterien, die wie sämtliches Feuerwerk strengen Zulassungsrichtlinien unterliegen, insbesondere aufgrund ihrer Standfestigkeit als sicher – eine schwere Grundplatte soll etwa ein Umkippen verhindern. Problematisch wird es dann, wenn das Feuerwerk nicht sachgerecht angewandt wird – etwa unter Alkoholeinfluss. So lässt sich eine einmal angezündete Batterie nicht mehr stoppen. Kippt eine Batterie um, so kann sie sogar teils mehrere Minuten weiterfeuern – mit gefährlicher Sprengkraft, insbesondere in Menschenmengen.

Im vergangenen Jahr zählte die Berliner Feuerwehr in der Silvesternacht über 1.500 Einsätze. Um der Erhöhung dieser Einsatzzahlen Herr zu werden, stehen in diesem Jahr 1.232 haupt- und ehrenamtliche Einsatzkräfte bereit, um 328 Einsatzfahrzeuge zu besetzen. Neben mehr Berufsfeuerwehrleuten versehen über 500 freiwillige Feuerwehrleute in 56 freiwilligen Feuerwehren ehrenamtlich Dienst. In der Feuerwehr-Leitstelle wird die Personalstärke in dieser Nacht auf 57 Mitarbeiter erhöht und damit gegenüber dem Normalbetrieb verdreifacht.

2 Kommentare zu “Größeres Feuerwerk: Querschläger-Gefahr?”
  1. Ich teile die Bedenken der BF`s und bin sehr für ein Verbot von solchem Firlefanz!Aber die Politik reagiert ja erst wenn jemand exitus geht!

  2. H.Rauch ( 60 - MD )

    na endlich mal eine “Volks-Stalinorgel” für sicher wenige Euronen …
    Ich war schon immer ein “Fan” dieser sowjetischen “Musikindustrie”, nun dürfen wir kleinen Leute im Zukunft auch mal ne Woche lang Straßenkrieg üben …
    Nee, aber mal ehrlich, hier haben doch schon einige “hochkarätige” deutsche Pyro-Entwickler und wichtige TÜV-Zulassungsbehörden im Vorfeld schon gehörige Volltreffer mit geistigen Nachfolgeschäden erlitten, das waren dann “Kolateralschäden” … Wollen sich hier deutsche Munitionshersteller mal wieder gemeinsam profilieren, bevor diese Dinger in den nahen Osten exportiert werden ??
    Die “Hobbybomben” aus dem polnischen Nachbarland sind verboten, jetzt munitioniert Deutschland nach !! Das hat mit Silvestertradition nichts ( !!! ) mehr zu tun, das ist Kriegsmunition. Die Politik ist hier nun endlich mal gefragt !! WIR wollen auch schützen was wir mal schufen !

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