Feuerwehrführerschein auf Zielgerade

Berlin – “Der Führerschein für Feuerwehrleute kommt. Es wird auch bis zu einem Gewicht von 7,5 Tonnen eine feuerwehrinterne Lösung geben”, betont der Bundestagsabgeordnete Reinhard Grindel (CDU). Diese Information habe er aus dem Bundesverkehrsministerium erhalten.

Ein entsprechender Gesetzesentwurf soll vom Bundeskabinett am 15. Dezember 2010 verabschiedet werden. Demnach könnten Mitglieder von freiwilligen Feuerwehren, Rettungsdiensten und Katastrophenschutzeinheiten künftig Fahrberechtigungen für Fahrzeuge bis zu einem Gewicht von 7,5 Tonnen erwerben. Die Voraussetzung wäre, laut Grindel, dass die Anwärter mindestens zwei Jahre im Besitz einer Pkw-Fahrerlaubnis sein müssten. Zudem sollten sie in das Führen von Einsatzfahrzeugen eingewiesen sein und darüber eine praktische Prüfung absolvieren.

“Die Länder bekämen die Handhabe, dies umzusetzen. So können Kosten gespart und Nachwuchsproblemen entgegengewirkt werden”, sagte Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer bereits im Juli dieses Jahres.

Der Prüfer sollte mindestens 30 Jahre alt und in Besitz der Führerschein Klasse C1 sein sowie nicht mehr als drei Punkte in der Verkehrssübderkartei in Flensburg haben. “Wir ermöglichen so eine unbürokratische feuerwehrinterne Regelung, wie die Fahrberechtigung zu erwerben ist”, erklärt Grindel. “Diese bezieht sich dann nur auf das Führen von Einsatzfahrzeugen.”

10 Kommentare zu “Feuerwehrführerschein auf Zielgerade”
  1. Ich bin gegen diesen “Feuerwehr-Führerschein”.
    Da sollen Personen, ohne eine Ausbildung durch Fachpersonal, ein Fahrzeug führen, besetzt mit bis zu neun Personen, Stress, Funk, ggf. Lärm, …
    Ein Fahrzeug mit ganz anderen Dimensionen, Fahreigenschaften etc.
    Alleine der Gedanke macht mir Angst.

  2. Dieser “Führerschein” ist ein Schlag ins Gesicht all derer, die in den vergangenen Jahren viele tausende von Euro in die Fahrschulausbildung ihrer Feuerwehrangehörigen gesteckt haben. Denn wenn ein Fahrzeug für den Brandschutz benötigt wird (Bedarfsplanung, kommunale Pflichtaufgabe), dann MUSS auch für das Fahrzeug die benötigte Anzahl von Fahrern ausgebildet werden.

    Die von Herrn Ramsauer angesprochenen Nachwuchsprobleme wird diese Fahrerlaubnis auch nicht lösen. Die Nachwuchsprobleme entstammen der Politik der letzten Jahrzehnte, bei der Egoismus vor dem Gemeinwohl steht. Das Ehrenamt “Feuerwehr” ist auf der Strecke geblieben ist, was auch daran liegt das man das Ehrenamt “Feuerwehr” auf die gleiche Stufe gestellt wurde wie das Ehrenamt “Fussball” wo selbst auf Dorfebene sehr üppige Aufwandsentschädigungen gezahlt werden. Nur ist das Vereinsmitglied nicht der Helfer in der Not sondern die Feuerwehr!.

    Es ist ein Witz, wie mit dem begriff “Ehrenamt” umgegangen wird und auf was heute so alles darunter fällt. Ein Ehrenamt ist nur ein Ehrenamt, wenn dieses einzig und allein für die gesamte Volksgemeinschaft einen Nutzen hat. Ein Schachverein, der Gartenbauverein, der Sportverein oder die Kaninchenzüchter werden nachts um halb 3 keine Menschen aus einem brennenden Haus retten – die Feuerwehr schon.

    So, genug geärgert für Heute 🙂

  3. Der Feuerwehrführerschein ist nicht gerade das Sinnvollste was unsere Bundesregierung zu Stande bringt. Einmal davon abgesehen das die wenigsten Fahrzeuge bei der freiwilligen Feuerwehr das zulässige Gesamtgewicht von 7,5 t unterschreiten, ist es für mich unverständlich warum ich mich bei jemandem der gerade zwei Jahre seinen Führerschein hat, auf Einsatzfahrt mit einem LF 8 begeben muss. Vielen Dank liebe Bundesregierung -.-

  4. Ich denke das ganze ist eine Gute Sache. Denn wer vorher seinen Führerschein gemacht hat, also vor 1999 der darf diese Fahrzeuge auch bewegen. Da fragt auch keiner nach ob da genug Erfahrung hinter steht oder nicht.
    Nur weil jemand seinen “Feuerwehrfüherschein” erhalten hat, heißt das ja noch lange nicht das er sofort auf Alarmfahrten eingesetzt wird, Üben kann man solche Fahrten sowieso nicht. Jeder hat mal angefangen Fahrzeuge mit Sonderrechten zu fahren. Die Verantwortung hat der Fahrer auch dann, wenn er ohne Blaulicht unterwegs ist, nur das Risiko ist sicherlich kleiner. Egal wie ein Unfall zustande kommt, mit oder ohne Blaulicht, ich glaube der Fahrer fühlt sich nicht wirklich gut dabei und auch dann nicht wenn er die Fahrschule besucht hat und schon seit 20Jahren fährt.
    Desweiteren wird der 7,5to. schein auch mit Fahrschulprüfer sein, so zumindestens die letzten info´s die ich erhalten habe.
    Dieser Führerschein ist ja auch nicht NUR für die Feuerwehr sondern für alle angehörigen des Kat Schutzes also auch andere Organisationen, und da gibt es solche Fahrzeuge die unter 7,5to liegen und sicherlich hat auch die Feuerwehr Fahrzeuge die leichter sind.

    LG

  5. Hallo zusammen,

    Ich denke das es eine Gute Sache ist mit dem Feuerwehrführerschein.
    Denn die kleineren Wehren mit TSF bis zum LF8 haben doch auch die Personalprobleme als eine große Wehr mit einen kommpletten Löschzug.
    Da sind doch meistens genug feste Fahrer vorhanden (Gemeinde- und Stadtarbeiter).
    Wenn ich an die Personen denke die vor 1999 ihren Führerschein gemacht haben, da hat keiner gefragt ob er die Ausbildung bis 7,5to hat der konnte einfach Fahren.
    Das Fahren an sich lernt man ja auch nicht in der Fahrschule sondern im täglichem gebrauch. Wir für uns sind dankbar für diese Lösung.
    mfg
    Thomas

  6. Christoph

    Alle, die noch den “alten” Führerschein gemacht haben, dürfen LKW bis 7,5t fahren, da hat auch niemand Angst gehabt, dass sie damit überfordert wären. Der neue EU- Führerschein war eher eine Verschlechterung für die Hilfsorganisationen. Es sind, gerade bei kleinen Ortsteil- Feuerwehren, noch genug Fahrzeuge unter 7,5t unterwegs, auch gibt es nicht bei jeder Jugendfeuerwehr einen Maschinisten mit LKW- Führerschein. Gerade für kleine Feuerwehren, die nicht über die finanziellen Mittel verfügen mehrere Führerscheine zu bezahlen, ist das eine große Hilfe.

    @ Michel: “Dieser “Führerschein” ist ein Schlag ins Gesicht all derer, die in den vergangenen Jahren viele tausende von Euro in die Fahrschulausbildung ihrer Feuerwehrangehörigen gesteckt haben.” –> Zukünftig freuen sich auch die Feuerwehren, die bisher (wie die meisten) viel Geld investiert haben über die Erleichterung.

  7. Unsere Politiker beweisen mal wieder “Sachverstand”!

    Sind sie sonst so flexibel wie ein Amboß werden, wenn es um´s liebe Geld geht, mal wieder Gesetze verabschiedet, die viele nicht nachvollziehen können.

    Wer wollte denn damals die EU mit ihren einheitlichen Vorschriften um jeden Preis? Jetzt sollen die Politiker auch dafür geradestehen!

    Stellen wir uns mal vor:
    Der FW-Mann darf nachts auf dem Schlaf gerissen werden um Feuerwehrfahrzeuge mit Sondersignal bewegen, die bis 7,49T schwer sind.

    Will er dann aber privat einen Kleintransporter über 3,49T fahren, weil er umzieht, verwehrt ihm dass das Gesetz? Kann doch nicht mehr sein.

    Mich würde mal interessieren was der Verband der Dt. Fahrlehrer dazu sagt? Wäre sicher mal eine coole Aktion wenn die dagegen klagen würden!!!!!!

  8. Hi ich finde es ist langweilig was die da machen !!entweder oder ,wieviele wehren haben dennoch fahrzeuge mit 7,5 t in stuttgart gerade noch die ff mit unimog oder tsfw wobei die unimogs tlf sind und wenn man den tank vollmacht hat das fahrzeung mehr als 7,49 t also mugefuck.
    wenn sollten wir eine stufen dienstführerschein bekommen wie bei der polizei oder thw , bund der nur in dienstgebrauch gültgkeit hat und auch nicht umgeschrieben werden kann dann hätten wir die lösung der prop. 1-2 ausbilder bei bf und die ff und stätte könnten viel geld sparen.
    ich würde nie das geld in die hand nehmen einen c1 zumachen und für ce nochmal geld zahlen bei uns zahlt die stadt nur einen zuschuss drauf obwohl ein lkw als fahrschulwagen bereit steht und unser komandant fahrlehrer ist.
    deshalb würde ich denn weg gehen für fahrer mit neuer klasse b in 2 stufen erst bis 3,5 und 2 schritt 7,5 und nach 5 -10 dienstjahren berechtigung für fahrzeuge bis 12 t als dienst oder sonderführerschein ,und wenn der richtige weg ist verliert auch der dienstführersein sein gültigkeit.

  9. Ich finde das es eine gute Lösung ist, schließlich haben wir früher auch die Fahrzeuge fahren können ohne den teuren LKW- Führerschein. Ich finde das ist der größte Blödsinn. Das selbe gilt für den PKW- Führerschein mit Anhänger (BE). Ich glaube nicht das jemand nach den 4 oder 5 Fahrstunden den Autohänger per Seitenspiegel rückwärts in eine enge Gasse fahren kann. Sowas lernt man nur über die Jahre oder bei Bewegungsfahrten. Was mich stört sind die Kosten. Für eine kleine Gemeinde sind es erhebliche Kosten. Bei einer Stadtfeuerwehr mit einen oder zwei Zügen sind die Verhältnisse ganz anders.
    Die haben gute 20 Fahrer zur Verfügung da sie meistens bei der Stadt angestellt sind.

  10. Eine Entscheidung der Vernuft, wenn man es aus rein finanziellen Gesichtspunkten sieht aber auch unter dem aspekt der aus meiner Sicht unsinnigen Führerscheinregelungen seit Einführung des “neuen” Führerscheins.

    Warum soll nicht ein PKW-Fahrer der den Führerschein jetzt erwirbt, auch wie ich z.b., der die Fahrerlaubnis bereits 1988 gemacht hat auch ein Fahrzeug bit 7,49 t. fahren dürfen, wenn eine vernünftige interne Ausbildung erfolgt.

    Die einzelnen Feuerwehren werden sich schon geeignete Ausbilder aussuchen, denn eine verantwortungslose Auswahl eines Fahrausbilders sollte eigentlich nicht vorkommen.

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