Feuerwehr Syke: enttäuscht und hilflos

Syke (NI) – Am Donnerstagabend legte der Rat der Stadt Syke den neuen Standort der Freiwilligen Feuerwehr fest. Das neue Gerätehaus wird am Stadtrand in einem Gewerbegebiet gebaut – gegen den Willen und die Wünsche der ehrenamtlichen Helfer.

Die Reaktionen der Kameraden schwanken zwischen bitterer Enttäuschung, Wut und Hilflosigkeit. Ortsbrandmeister Uwe Meyer stellte schon vor dem Beschluss klar, dass er bei einer Entscheidung für diesen Standort sofort von seinem Amt zurücktreten würde. Feuerwehrmagazin.de hat mit Feuerwehr-Sprecher Ralph Harjes über die Konsequenzen aus dem Standort-Streit gesprochen.

Sykes Feuerwehr-Sprecher Ralph Harjes (links) und Ortsbrandmeister Uwe Meyer: Foto PatzeltFM: Herr Harjes, die Entscheidung ist gefallen. Wie schätzen Sie den neuen Standort der Freiwilligen Feuerwehr Syke ein?

Harjes: Das Grundstück im Industriegebiet ist für uns als Feuerwehr der denkbar ungünstigste Standort – einsatztaktisch einfach nicht nachzuvollziehen. Durch längere An- und Abfahrten werden wir unsere Einsatzzeiten vielerorts nicht halten können. Und das nach 17 Monaten mit einem ständigen Hin und Her.

FM: Welche Reaktionen zeigen Ihre Kameraden?

Harjes: Wir sind alle sehr enttäuscht, als Helfer so hilflos darzustehen. Es werden sich einige Aktive zurückziehen. Ortsbrandmeister Uwe Meyer hat seinen Rückzug bereits angekündigt. Sein Stellvertreter Lutz Budelmann trat schon vor einigen Monat zurück. Auch ich werde mir intensiv Gedanken über meine künftige Arbeit in der Feuerwehr machen.

FM: Was passiert, wenn die FF Syke das nächste Mal alarmiert wird?

Harjes: Wir rücken aus, das erfordert unser Pflichtbewußtsein. Wie auch immer, auch vom neuen Standort. Ich hoffe nur, dass wir nicht irgendwann mal an der Einsatzstelle stehen und sagen: Wären wir doch zwei Minuten eher da gewesen.

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