Feuerwehr-Standort bei Unfallkasse durchgefallen

Reinbek (SH) – Das Feuerwehrhaus der Ortsfeuerwehr Reinbek (Kreis Stormarn) ist in einem Gutachten der Hanseatischen Feuerwehr-Unfallkasse Nord (HFUK) in einigen Punkten durchgefallen. So muss die Wehr zunächst für vier Fahrzeuge neue Standorte schaffen. Gegenüber Feuerwehrmagazin.de bestätigte Sven Noetzel, Amtsleiter Stadtentwicklung und Umwelt der Stadt Reinbek, dass sich die ehrenamtlichen Helfer auf erhebliche Einschränkungen ihres Dienstbetriebs einstellen müssen. Aber der Erstangriff sei davon auch nach Angaben der Feuerwehr nicht betroffen.

Schon seit etwa 15 Jahren bemängelt die HFUK einige Bereiche an dem Feuerwehrstandort. Getan hat sich jedoch in der Zwischenzeit nicht viel. Ein Gutachten nach einer Besichtigung der HFUK im Februar ergab, dass vier Stellplätze auszulagern sind. Beim Ein- und Ausfahren der Fahrzeuge an ihrem bisherigen Stellplatz bestand Gefahr für Feuerwehrkameraden, weil in den Hallen kein Platz rund um die Fahrzeuge war. Außerdem ragten sie bei der Ausfahrt teilweise in den Gehweg und den öffentlichen Straßenraum. Von zwei Stellplätzen aus konnten die Maschinisten nur Ausrücken, ohne Fußgänger und Straßenverkehr zu haben. So müssen zwei Mannschaftstransportfahrzeuge, ein Löschfahrzeug und ein Einsatzleitwagen beim Städtischen Betriebshof untergebracht werden.

Für die Feuerwehr sind die ständigen Fahrzeugüberführungen im Dienstbetrieb sehr unbefriedigend. Aber eine schnelle Lösung scheint nicht in Sicht. „Am derzeitigen Standort der Feuerwehr besteht keine Möglichkeit mehr für Erweiterungen“, erklärt Noetzel. Sogar um die ebenfalls von der HFUK geforderte Erweiterung der Parkflächen zu realisieren, müsse ein Nachbargrundstück erworben werden. Für einen Neubau an einem anderen Standort hat sich die Politik bislang nicht entschieden. Stattdessen solle ein neuer Feuerwehrbedarfsplan erstellt werden. Das kostet Zeit. (Foto: Stadt Reinbek)

5 Kommentare zu “Feuerwehr-Standort bei Unfallkasse durchgefallen”
  1. Alexander Berggrün

    Oh man wie traurig von dieser Stadt..
    Ehrlich da kann uns muss man sagen, das man an dem Beispiel sieht wie das “Ehrenamt” mit füssen getreten wird..des ist ein Armutszeugniss für deutschland

  2. Rolf Horchemer

    Auch hier ist wieder das Problem, dass die Gemeindevertreter nicht wissen, dass sie eigentlich die Feuerwehr sind und für den Brandschutz verantwortlich sind. Ihnen ist nicht klar, dass die freiwilligen Feuerwehrleute nur die Executive darstellt, die die Aufgaben der Gemeinde erfüllen und dafür 24 Stunden am Tag bereit stehen. Erst wenn es bei einem der Verantwortlichen selbst brennt und die Feuerwehr wegen widriger Umstände nicht frühzeitig eintreffen kann, werden plötzlich Dinge möglich an die man vorher nicht geglaubt hat.

  3. Feuerwehrmann u.Politiker

    Verantwortlich für die Aufstellung einer Schlagkräften Feuerwehr ist immer die jeweilige Gemeinde, nach der gültigen Fassung des Brandschutzgesetzes der Länder. Im weiteren Verlauf sind es demokratische gewählte Mitglieder – politischer Parteien, die sich als ehrenamtliche Vertreter, in Gemeinde- und Stadträte, dann im Rat die Bürger dann vertreten.
    Angesichts dieser Ehrenamtlichkeit der Entscheider, haben nicht viele in Sachen des Brandschutzes eine Ahnung, soweit nicht jemand auch ehrenamtlich in einer Feuerwehr tätig ist. Schlimm genug ist es, dass solche Zustände einher gehen, für das Feuerwehrmitglieder keine schuld tragen. Nur Vorbildhaftes Verhalten der Verwaltung und den politischen Vertretern – im Zusammenhang mit dem jeweiligen Orts- Stadtkommando der Feuerwehr, können hier eine positive Lösung erreichen, sodass die Missstände möglichst schnell abgestellt werden. Da hier eine Vernachlässigung, bzw. auch aus eventuellen finanziellen Gründen im Vorfeld nicht gehandelt worden ist, muss man hier nun vielleicht Jahre auf Besserung warten. – Schade, dass man Anträge über die Konjunkturpakete hierfür nicht gemacht hat, dann wäre diese Situation bestimmt nicht eingetroffen.

  4. naklar durch verschiedene standorte wird der 1 angriff überhaupt nich eingeschränkt

  5. Haeleff

    Seit bereits 15 Jahren bemängelt und bis heute keine Änderung für nötig erachtet. Eine höhere Geringschätzung seitens der Politik ihren freiwilligen
    Helfern gegenüber ist kaum mehr möglich. Allerdings ist es für eine koreckte Meinungsbildung notwendig die gesamte Geschichte zu kennen. Was hat z.B. die Wehrleitung unternommen um ihre Interessen durchzusetzen? -die Politik für ihre interessen zu öffnen? Ich kenne aus meiner Stadt eine sehr positive Entwicklung in diesem Zusammenspiel. Mittlerweile gibt es wieder eine ständige teilnahme von Feuerwehrführung an Sitzungen des Ausschusses für feuerwehrwesen, dem ein eigenes Dezernat eingerichtet wurde! Es geht also auch auch anders. Dukatenesel haben die wenigsten gemeinden. Sie müssen nur begreifen, das eine funktionierende Feuerwehr der Genmeinde langfristig Geld spart. Gerade in der zeit rückläufiger Mitgliederzahlen ist es extrem notwendig den Verbliebenen nicht die Lust zu verderben.

    H.

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