Experten fordern Verbesserung beim Notruf

Frankfurt (HE) – Der Automobilclub von Deutschland, AvD, hat am vergangenen Freitag in einem Arbeitskreis mit Experten über das Thema Notfallmanagement und über die Optimierung der Rettungskette diskutiert. Die Vertreter des AvD, der Allianz OrtungsServices GmbH (AOS), der BMW Group Unfallforschung und des Deutschen Verkehrssicherheitsrates e.V. (DVR) waren sich einig, dass noch viel zu tun ist. Gemeinsames Ziel ist, die Zahl der Verkehrstoten zu reduzieren, bestehende Notrufsysteme zu verbessern und den Verunglückten besser und schneller als bisher Hilfe leisten zu können.

Welf Stankowitz, Referatsleiter Fahrzeugtechnik beim DVR: “Bis jemand einen Unfall der Rettungsstelle gemeldet hat, vergeht zu lange Zeit. Optimal ist es, wenn das Unfallfahrzeug selbst die Retter per eCall informiert. Wir dürfen nicht akzeptieren, dass über 3.000 Menschen im Straßenverkehr getötet und über 60.000 schwer verletzt werden. Deshalb brauchen wir so schnell wie möglich aktuelle Techniken wie eCall. Damit kommen wir unserem Ziel Vision Zero näher.”

“Da der elektronische Notruf eCall europaweit erst ab 2015 für Neuwagen vorgeschrieben wird, gilt es jetzt, die bereits bestehenden Notrufsysteme auszubauen. Denn es wird noch lange dauern, ehe der komplette Fahrzeugbestand mit eCall ausgestattet sein wird. Im Unglücksfall können jedoch Sekunden über Leben und Tod entscheiden”, so Hasso Werk, AvD Vizepräsident für “Recht und Verkehr”. Mit der Notfallortung über GPS-fähige Mobiltelefone bietet der AvD in Deutschland eine Lösung, um Verunglückte schnellstmöglich und im Idealfall metergenau zu lokalisieren. Seinen Mitgliedern bietet der AvD die für die Notfallortung via GPS nötige Applikation kostenfrei zum Download an.

BMW bietet schon eCall-System an

Ein Vorreiter für bereits in die Fahrzeuge integrierte Notrufsysteme ist die BMW Group. Den intelligenten Notruf mit automatischer Ortung (Bestandteil von BMW Assist) hat der Automobilhersteller bereits 1997 in den USA und 1999 in Europa als Basisversion eingeführt und das System seitdem kontinuierlich verbessert. Im Falle einer Kollision werden Informationen übertragen, die eine schnelle und gezielte Hilfe am Unfallort ermöglichen – beispielsweise die metergenaue Position des Fahrzeugs, die Zahl der Front-Insassen und welche Airbags ausgelöst wurden. Selbst Prognosen über die Verletzungsschwere sind heute schon, aufgrund der objektiven Daten aus dem Fahrzeug, möglich.

Nach Ansicht des AvD ist es wichtig, parallel zu den Fahrzeugdaten auch medizinische Informationen des Unfallopfers zu erfahren. “Je umfassender die Notärzte bereits auf dem Weg zur Unfallstelle über Vorerkrankungen, Allergien oder Medikationen informiert sind, desto besser können schwer Verletzte versorgt werden. Deshalb appellieren wir, Notfall-Akten mit diesen Daten einzurichten und elektronisch zu hinterlegen. Sie sind eine optimale Ergänzung der bestehenden Notrufsysteme”, so AvD Vizepräsident Hasso Werk.  (Foto: BMW)

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