Strafe bleibt aus: Entsetzen nach Angriff auf Feuerwehrmann

Delmenhorst (NI) – Ende August war ein Beamter der Feuerwehr Delmenhorst bei einem Rettungsdienst-Einsatz angegriffen und verletzt worden. Er hatte Strafanzeige wegen Körperverletzung erstattet. Doch das Verfahren wurde eingestellt. Der Berufsverband Feuerwehr ist entsetzt. In seiner Pressemeldung schreibt er: “Staatsanwaltschaft lässt verletzten Feuerwehrbeamten in Stich.”

Rettungsdienst-Kräfte der Delmenhorster Feuerwehr waren im Einsatz, nachdem ein Mann Familienangehörige verletzt hatte. Als die Helfer eintrafen, um die Personen zu versorgen, griff der Mann auch einen Beamten an. Der Feuerwehrmann erlitt Prellungen am Oberkörper. Er erstattete Anzeige wegen Körperverletzung.

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Mittlerweile erreichten den Helfer die Mitteilung, dass das Verfahren gegen den Täter eingestellt worden sei. “Seitens der Staatsanwaltschaft wird in einem Anschreiben an den betroffenen Kollegen mitgeteilt, dass kein öffentliches Interesse an einer Strafverfolgung gesehen wird”, heißt es in einer Pressemeldung des Ortsverbandes Delmenhorst im Berufsverband Feuerwehr.

Der Verband führt in seiner Veröffentlichung aus: “Es suggeriert Tätern wie Opfern die Nichtigkeit solcher Handlungen. Für uns ist es nicht hinnehmbar, dass die Justiz solche Verfahren wegen fehlendem öffentlichen Interesse einstellt, was darauf hindeutet, welchen Stellenwert Rettungskräfte für den verantwortlichen Staatsanwalt haben, wenn Tätern quasi ein Freifahrtschein ausgestellt wird.”

Bereits direkt nach dem Vorfall hatte der Berufsverband Feuerwehr einige Forderungen veröffentlicht – zum Beispiel eine “verlässliche Ausbildung in Deeskalation” sowie Maßnahmen zur Selbstverteidigung zu schulen. Außerdem machte er deutlich, dass bei Straftaten gegen Mitarbeiter der Dienstherr diese zur Anzeige bringe müsse.

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Vor der Feuerwache in Delmenhorst. Symbolfoto: Patzelt

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4 Kommentare zu “Strafe bleibt aus: Entsetzen nach Angriff auf Feuerwehrmann”
  1. Christian G.

    Mit anderen Worten:

    Wenn man als Retter angegriffen wird: Mit voller härte zur Wehr setzen. Passieren tut am Ende doch nichts, weder für Täter noch für Opfer.

    Mann oh mann, genau wie der Zeitungsartikel den ich kürzlich gelesen habe wo sich drei Gaffer mit Rettern geprügelt haben weil sie filmen wollten wie nach einem Verkehrsunfall die Toten geborgen werden.

    Meine Meinung ist:
    Agressive Gaffer und der Angriff gegen Rettungskräfte (Feuerwehr, Rettugnsdienst, Polizei, etc.) sollte in jedem Fall zur Strafanzeige gebracht werden wegen Unterlassener Hilfeleisung, Nötigung und Behinderung von Einsatzkräften.
    Dazu sollte für die “Schlägertypen” noch Körperverletzung sowie Wiederstand gegen Polizeibeamte kommen.

    Mögliche Strafen sollten hohe Bußgelder (Ab 5000€ aufwärts) sowie Haftstrafen von 6 Monaten und mehr sein.

    Nur so werden diese Menschen es lernen. Geht leider nicht mehr anders.

  2. Was ist dass denn für ein Staatsanwalt?
    Kein öffentliches Interesse?
    Steht die Feuerwehr Rettungsdienst Polizei nicht der Öffentlichkeit zur Verfügung?
    Sowas ist doch das aller letzte.

  3. Naja, es besteht ja immer noch die Möglichkeit des Feuerwehrmannes den Privatklageweg zu beschreiten.

    Also nicht nur, zivilgerichtlich vorzugehen, sondern auch, selbst “Staatsanwalt” zu sein.

    Ich hoffe er geht diesen Weg! Ggf. mit Unterstützung des Berufsverbandes, wenn er sich selbst – z.B. wegen Anwaltskosten – scheut.

  4. Bestforyou

    Wäre ein Polizist angegriffen worden hätte die Polizei und Staatsanwaltschaft “super” Zusammengearbeitet. Offensichtlich halten Polizei und Staatsanwaltschaft auch zusammen wenn die Polizei Fehler macht. VON CA. 900 ANZEIGEN WEGEN Körperverletzung die gegen Polizisten gestellt wurden wurde von der Polizei und Staatsanwaltschaft gleich das Opfer der Staatsgewalt mit einer Gegenanzeige bedroht. NUR IN 4 FÄLLEN wurden denn opfer der Staatsgewalt rechtgegeben. Und die Polizisten verurteilt. DIES IST EINE REIN SUBJEKTIVE Darstellung. ALLEIN DIE TENDENZ ZEIGT DAS ETWAS NICHT STIMMT.

    Leider wird mit Sicherheit oft nur die Polizeiliche Gefahrenabwehr sugeriert. Und Feuerwehr öffentlicher Rettungsdienst etc. DRK, ASB viele Freiwillige Profis werden oft nicht genug gewürdigt.

    Trotzdem möchte ich die Polizei auch Loben für den Einsatz für die Arbeit Verkehrssicherheit und Prävention.

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