Digitalfunk im Tuttlinger Tunnel

Tuttlingen (BW) – Die Einführung des Digitalfunks in Deutschland für die Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) ist in Fachkreisen in aller Munde. Ein zentrales Thema ist dabei die Netzabdeckung in der Fläche. Wie sieht es aber mit dem neuen Funk in Tunneln aus? Ein Tunnelneubau in Tuttlingen (Kreis Tuttlingen) wurde von vornherein mit Digitalfunk ausgerüstet.

Der neu gebaute Kreuzstraßentunnel in Tuttlingen wurde mit Tetra-Digitalfunk ausgerüstet. EIn Feuerwehrmann steht vor den Schaltschränken der Tunnelfunkanlage. (Foto: FF Tuttlingen)Der Kreuzstraßentunnel führt den Verkehr der Bundesstraßen 311 und 14 durch die Weststadt von Tuttlingen. Er wurde am 17. Februar diesen Jahres offiziell seiner Bestimmung übergeben. Damit der Sicherheit Genüge getragen wird, gibt es ein umfangreiches Sicherheitskonzept. Neben einer Löschwasserleitung, Notausgängen, Brandmeldeanlage und Videoüberwachung gibt es unter anderem auch eine Funkanlage für den herkömmlichen analogen Funk im 2- und 4m Band als auch für den zukünftigen Digitalfunk nach Tetra-Standard. In dem 948 Meter langen Tunnel wurde ein Repeater installiert, welcher im TMO-Betrieb den Funkverkehr über das Sprechfunknetz, die Basisstationen und die Vermittlungsstellen ermöglicht. Dieser Modus ist für den Fahrzeugfunk mit der Leitstelle und den Feststationen vorgesehen. Vorsorglich wurde auch der DMO-Betrieb, d. h. der Direktmodus gleich implementiert. Dieser Betrieb ist ohne äußeres Sprechfunknetz möglich und soll in Zukunft den Einsatzstellenfunk ersetzen. Da die vollständige Installation noch nicht abgeschlossen ist, wurde die digitale Tunnelfunkanlage aber noch nicht in Betrieb genommen.

Der Tuttlinger Kreuzstraßentunnel wurde als erster Tunnelneubau in Deutschland mit Digitalfunk für die BOS ausgerüstet. (Foto: FF Tuttlingen)Die örtliche freiwillige Feuerwehr als auch die Polizei zeigen sich erfreut, dass das Tunnelbauwerk in zwölf Metern Tiefe über modernste Funktechnik verfügt. Die Wehr geht davon aus, dass der Tuttlinger Tunnel der bundesweit erste Tunnelneubau ist, der mit Digital-BOS-Funk ausgerüstet wurde. Aber nicht nur den Rettungskräften steht eine Funkanlage im Notfall zur Verfügung. Für den Radiofunk wurde ebenfalls die notwendige Technik installiert. Die Fahrzeuginsassen können hierüber in einer Gefahrensituation mit hilfreichen Informationen versorgt werden. (Fotos: FF Tuttlingen)

2 Kommentare zu “Digitalfunk im Tuttlinger Tunnel”
  1. Herbert Schaz

    Hallo,guten Tag.
    Habe mal eine Frage zum Radioempfang im Tunnel.Bin jetzt schon mit verschiedenen Fahrzeugen durch den Tunnel gefahren.Dabei geht der Radioempfang immer weg.Was bedeutet das Schild “Radio ein” an jeder Einfahrt?
    Ist der entgangene Radioempfang für eine Durchsage im Tunnel.
    Mfg Herbert Schaz

  2. Michael Schusziara

    Hallo Herr Schaz,
    generell sollte in jedem Straßentunnel in Deutschland mindestens eine UKW-Frequenz im Tunnel durchgehend empfangbar sein.
    Im Normalbetrieb wird das Radioprogramm 1:1 in den Tunnel durchgeschaltet.
    Im Ereignisfall (z.B. Stau, Brand) kann in längeren Tunnels in diese Frequenz in Form von aufgezeichneten Textkonserven, oder auch in Form von Live-Durchsagen eingesprochen werden, d.h. das Radioprogramm wird für die Dauer der Durchsage unterbrochen. Das Schild “Radio ein” soll sicherstellen, dass die Verkehrsteilnehmer im Tunnel für die UKW-Durchsagen erreichbar sind. Die genauen Frequenzen unterscheiden sich (auch in der Anzahl) von Tunnel zu Tunnel. Sobald der Radioempfang bei Einfahrt in den Tunnel abbricht, am besten den Suchlauf betätigen.
    MfG
    Dipl.-Ing. (BA) Michael Schusziara
    Fachplaner Tunnelbetriebstechnik

Hinterlasse einen Kommentar

Das könnte dich auch interessieren: