Digitalfunk: Erste Endanwender geschult

Diepholz (NI) – Die ersten Feuerwehren in Niedersachsen bereiten sich auf der Schulbank auf den Digitalfunk vor: “Wir wollen vorne mit dabei sein, um gut vorbereitet zu sein, wenn der Regelbetrieb 2014 beginnt” sagte der Diepholzer Kreisbrandmeister Carsten Schlung anlässlich der ersten Endanwenderschulung Digitalfunk. “Nach Rücksprache mit der Projektgruppe Digialfunk Niedersachsen, sind wir sogar die ersten, die eine Endanwenderschulung durchführen.”

Die Stadtbrandmeister Theo Garrelts und Heinrich Meyer-Hanschen bei der ersten Begutachtung der Handsprechfunkgeräte. Foto: Thom/FeuerwehrWichtige Schritte dahin waren die Entscheidung, am erweiterten Probebetrieb ab 2011 mitzuwirken sowie die Teilnahme an der zweiten Endgeräteausschreibung, die inzwischen abgeschlossen ist. Um aber mit den bestellten Geräten im Probetrieb überhaupt etwas testen zu können, müssen die freiwilligen Brandschützer an der neuen Technik ausgebildet werden. Nachdem zunächst die Ausbilder selbst an der Niedersächsischen Akademie für Brand- und Katastrophenschutz ausgebildet wurden, waren am Samstag die ersten 21 Endanwender an der Reihe. Über 5.000 werden im Landkreis Diepholz noch bis 2014 folgen.

Ein ganzer Samstag als Zeitbedarf erschien vielen Teilnehmern zu Beginn als recht viel, schließlich hatten alle bereits den offiziellen alten “Funklehrgang” besucht. Aber bereits nach der ersten Unterrichtsstunde (Grundlagen) war allen Beteiligten klar, dass Digitalfunk und der heute genutzte Analogfunk wenige Gemeinsamkeiten haben. Viele neue, teilweise lange erwartete Funktionen wird der Digitalfunk mitbringen. Verschlüsselung der Sprachdatenpakete etwa, oder ein einheitliches Gerät für den Kontakt zur Leitstelle und zur Kommunikation an den Einsatzstellen. Allerdings werden sich die Helfer an so mancher Stelle von den seit rund 35 Jahren gewohnten Handhabungen verabschieden müssen. So wie “gleich drauf los sprechen”, sobald die Sprechtaste gedrückt wird. Künftig erteilt die Netzbasisstation einem der beiden Funkteilnehmer eine Sprecherlaubnis, der zweite bekommt eine Meldung “Netz belegt”. Dieser Vorgang der Netzfreigabe dauert einen Wimpernschlag lang und das wird ungewohnt sein. (Text/Foto: Matthias Thom/Feuerwehr)

Ein Kommentar zu “Digitalfunk: Erste Endanwender geschult”
  1. PGDINI

    Sorry, aber da hat entweder der Verfasser bei der Schulung etwas falsch verstanden oder die Schulung war missverständlich: Keinem der beiden Funkteilnehmer wird die Meldung “Netz belegt” angezeigt. Ehe das passiert, müssen schon so viele Funkgespräche gleichzeitig geführt werden, dass alle verfügbaren Frequenzen belegt sind – und das dauert…
    Sollte vielleicht gemeint sein, dass zwei Teilnehmer gleichzeitig in derselben Rufgruppe die Sprechtaste drücken? Das ist dann aber nur normal und nicht anders möglich – es kann nun einmal nur einer sprechen während die anderen zuhören. Alles andere gäbe ja ein heilloses Durcheinander.
    Also keine Panik!

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