Die Katastrophe kommt per SMS

Ostfriesland (NI) – Wenn die Ostfriesen zukünftig eine SMS auf ihr Mobiltelefon gesendet bekommen, dann könnte dies Böses bedeuten. Die Landkreise Aurich, Wittmund und Leer sowie die kreisfreie Stadt Emden haben in dieser Woche ein neues Bevölkerungswarnsystem gestartet. KATWARN heißt das System,  für das sich die Bürger nun registrieren lassen können. Zur Verfügung steht neben der SMS-Benachrichtigung auch ein eMail-Service. Beide Dienste werden kostenlos angeboten.

Gaben den Startschuss für den neuen Warndienst: Aurichs Kreisrat Dr. Frank Puchert (v.l.), der Wittmunder Landrat Matthias Köring, Martin Lutz, Erster Stadtrat in Emden, der Leeraner Landrat Bernhard Bramlage, Joachim Queck, Vorstandsvorsitzer der Ostfriesischen Brandkasse und Dr. Achim Hertel vom Vorstand des Verbands öffentlicher Versicherer. Foto: Landkreis Leer
Gaben den Startschuss für den neuen Warndienst: Aurichs Kreisrat Dr. Frank Puchert (v.l.), der Wittmunder Landrat Matthias Köring, Martin Lutz, Erster Stadtrat in Emden, der Leeraner Landrat Bernhard Bramlage, Joachim Queck, Vorstandsvorsitzer der Ostfriesischen Brandkasse und Dr. Achim Hertel vom Vorstand des Verbands öffentlicher Versicherer. Foto: Landkreis Leer

Insgesamt stehen 17 Warnungen wie beispielsweise vor Schadstoffwolken bei Großbränden oder Gefahrgutunfällen, Sturmfluten, Tierseuchen oder Bombenfunden zur Verfügung und können postleitzahlgenau versendet werden. Das Projekt KATWARN ist eine Zusammenarbeit der Landkreise sowie der Stadt mit dem Frauenhofer-Institut und der Ostfriesischen Landschaftlichen Brandkasse mit ihrem Verband der öffentlichen Versicherer Deutschlands. Im Landkreis Aurich wurde im November 2008 ein Pilotprojekt zur Erprobung gestartet. Über 360 Testpersonen, darunter Verwaltungsmitarbeiter, Mitglieder verschiedener Hilfsorganisationen sowie auch Politiker erhielten bis Oktober 2009 immer wieder Probealarme und Entwarnungen und mussten Rückmeldungen darüber geben.

Das eingeführte Katastrophen-Warnsystem bietet nicht nur die Möglichkeit, direkte schriftliche Warnungen auszugeben, sondern auch gleichzeitig Handlungsanweisungen zu übermitteln. Auch können Gehörlose die Warnung empfangen, ein weiterer Vorteil gegenüber der Sirenenwarnung. Zwar hatte die Stadt Emden schon vor einigen Jahren wieder elektronische Sirenen im Stadtgebiet installieren lassen, dennoch will man KATWARN als Ergänzung nutzen. Im Landkreis Aurich wurden die Sirenen in den letzten Jahren hingegen demontiert. „Von über 400 Sirenen sind nur noch eine Handvoll geblieben“, so Dieter Düvel vom Landkreis Aurich. Laut der Projektbeteiligten ist dieser Warndienst in Deutschland einmalig und könnte über Deutschlands Grenzen hinaus Modellcharakter beweisen.

Das Anmeldeprozedere ist ganz einfach. Der Nutzer schickt eine Kurzmitteilung an das KATWARN-System (0172-3554405) mit dem Stichwort KATWARN und der entsprechenden Postleitzahl des Nutzers. Wird zusätzlich der Empfang einer eMail-Warnung gewünscht, dann muss der Nutzer noch seine Mail-Adresse angeben. “KATWARN 12345 info@mustermann.de” könnte beispielsweise der Inhalt einer solchen Anmeldung lauten. Neben einer Anmeldebestätigung wird halbjährlich eine Testwarnung versendet. (Text: Thomas Weege, Foto: Landkreis Leer)

4 Kommentare zu “Die Katastrophe kommt per SMS”
  1. raphael-wiesbaden

    Wie wird das Hören einer SMS in den Nachtstunden sichergestellt?
    Wie wird gewährleistet, daß nichtdeutsche BürgerInnen das Angebot kennen und auch nutzen können?
    Wie wird sichergestellt, daß eine “Massen-SMS” auvch tatsächlich zeitnah zugestellt wird?

  2. Ich denke nicht das etwas daran schlimm ist wenn nicht staatsbürger sowas nutzen – ich bin deutscher stattsbürger, bi auch hier geboren, nutze auch KATWARN

    also ich denke die einwohner der LK Leer und Aurich können davon nur profitieren

  3. Hallo zusammen,
    ich bin nicht der Meinung, dass dieses System voll funktioniert. Hört sich zwar gut an, ist aber in der Umsetzung sehr Problematisch. Bei Uns im Landkreis wurde so ein SMS Service mal für Schulausfälle eingeführt. Die SMS kam, wenn überhaupt, erst an wenn die Kinder schon fast im Bus waren. Dieser Service wurde nach nur einem Jahr wieder eingestellt.

  4. Bachsau

    Ich verstehe nicht, was das ganze soll. Wenn man der Bevölkerung wirklich Informationen zukommen lassen will, sollte man SMS an alle Handys schicken, die sich in einer bestimmten Funkzelle befinden, ohne dass man sich erst registrieren muss.

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